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Der '''Marktplatz''' in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,5 Hektar (1 Hektar = 1000 Quadratmeter) zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189</ref> Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das eingehende 19. Jahrhundert zurück.
Der '''Marktplatz''' in der Innenstadt von Norden ist der größte baumbestandene Marktplatz Deutschlands und war im Mittelalter der bedeutendste Ostfrieslands. Mit einer Größe von etwa 6,6 Hektar zählt er zudem zu den größten der Bundesrepublik.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 189</ref> Der Baumbestand geht im Wesentlichen auf das eingehende 19. Jahrhundert zurück.
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==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Marktplatz Stadtplan 1805 01.jpg|links|mini|267x267px|Der aufgeforstete Marktplatz auf einem Stadtplan von 1805.]]
[[Datei:Marktplatz Stadtplan 1805 01.jpg|links|mini|267x267px|Der aufgeforstete Marktplatz auf einem Stadtplan von 1805.]]
Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.<ref name=":2" /> Sein Ursprung ist wohl in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10</ref> Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des [[Stadtrechtsverleihung|Stadtrechts]] im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5</ref>
Der Marktplatz wurde planmäßig, nicht jedoch in einem Zuge errichtet. Vielmehr ist er über die Jahrhunderte gewachsen und bestand vermutlich schon zu Zeiten der ersten (bekannten) urkundlichen Erwähnung der Stadt im Jahr 1255.<ref name=":2" /> Sein Ursprung ist wohl in jedem Fall in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu suchen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 10</ref> Die wesentlichen Grundzüge, die geschlossene Rahmenbebauung, stammt in ihrem Kern aus dem frühen Mittelalter. Ein reguläres Marktwesen wird es jedoch erst mit der Verleihung des [[Stadtrechtsverleihung|Stadtrechts]] im Jahre 1277 gegeben habe, da das Abhalten von Märkten ein Privileg der Städte war.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 5</ref>


Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der [[Sandbauerschaft]] war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35</ref>
Fest steht, dass der Marktplatz seit jeher ein zentraler Punkt für die Bauern der [[Sandbauerschaft]] war, die diesen Ort zum Auftrieb der Rinder und vermutlich auch zum Weiden nutzten. Andere Deutungen, dass der Marktplatz ursprünglich ein heidnische Kultstätte oder ein Königshof zu Zeiten von Karl dem Großen war, gelten als weniger wahrscheinlich, dürfen aber keineswegs als unmöglich betrachtet werden.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2000): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 35</ref>


Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.<ref>Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 162f.</ref> Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband</ref> Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der [[Norder Geestinsel]] ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung.
Ausschlaggebend für die Anlage des Marktplatzes dürfte wohl vor allem der seinerzeit florierende Handel mit Vieh (vor allem Rindern) gehabt haben.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, Einband</ref> Nur auf einer derart großen Fläche konnten Mensch und Tier in größerer Zahl zusammenkommen, die Händler kamen dabei sogar aus dem Süden der Niederlande, landesherrliche Verfügungen belegen, dass beispielsweise Kaufleuten aus dem südholländischen Nymwegen sowie aus Utrecht sicheres Geleit zum Norder Marktplatz gewährt wurde.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> Auch die Lage auf dem höchsten Punkt der [[Norder Geestinsel]] ist ein unmissverständlicher Hinweis auf eine von Anfang an geplante Anlage und seine enorme Bedeutung.


Als Bauherren fungierten wohl die um den Marktplatz ansässigen Edelgeschlechter wie die [[tom Brook]] und die [[Cirksena]]. Spätestens ab dem 15. Jahrhundert kamen auch die wohlhabenden Bauern der [[Ostermarsch|Oster-]] und [[Westermarsch]] hinzu, die insbesondere durch den Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen zumeist auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten. An der Rückseite ihrer Häuser befanden sich daher oftmals auch Stallungen und Scheunen für das Vieh.<ref name=":5" />
Als Bauherren fungierten wohl die um den Marktplatz ansässigen Edelgeschlechter wie die [[tom Brook]] und die [[Cirksena]]. Spätestens ab dem 15. Jahrhundert kamen auch die wohlhabenden Bauern der [[Ostermarsch|Oster-]] und [[Westermarsch]] hinzu, die insbesondere durch den Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen zumeist auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten. An der Rückseite ihrer Häuser befanden sich daher oftmals auch Stallungen und Scheunen für das Vieh.<ref name=":5" />


Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus [[Am Markt 59]], während die östliche Hälfte zum [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] gehörte.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 10</ref>
Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.<ref name=":8">Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 162f.</ref> Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus [[Am Markt 59]], während die östliche Hälfte zum [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] gehörte.<ref name=":9">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 10</ref> Ein Großteil der Häuser bzw. Grundstücke gehörte damals und teilweise noch heute der [[Ludgerigemeinde Norden|Kirchen]], so etwa das [[Altes Rathaus|Alte Rathaus]] und das [[Weinhaus]].<ref name=":10">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 277</ref>


1785 wurde auf Veranlassung des [[Stadtrat|Stadtrates]] eine umfangreiche Umgestaltung vorgenommen. Der größte Teil wurde planmäßig mit Bäumen bepflanzt. Im Zuge dessen wurde auch der abgängige [[Pranger]] (''Kaak'') abgebrochen im Jahre 1786 und auf dem sogenannten [[Eilandje]] neu errichtet.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81</ref><ref>Canzler, Gerhard (1992): Pranger in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 25. Juli 1992, S. 23f.</ref> Mit Hilfe von Spenden wurden die Pflanzungen im Jahre 1819 fortgeführt und erweitert.<ref name=":0" />
1785 wurde auf Veranlassung des [[Stadtrat|Stadtrates]] eine umfangreiche Umgestaltung vorgenommen. Der größte Teil des Marktplatzes wurde nun planmäßig mit Bäumen bepflanzt. Im Zuge dessen wurde auch der abgängige [[Pranger]] (''Kaak'') abgebrochen im Jahre 1786 und auf dem sogenannten [[Eilandje]] neu errichtet.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 81</ref><ref>Canzler, Gerhard (1992): Pranger in Norden, in: Heim und Herd, Beilage Ostfriesischer Kurier 25. Juli 1992, S. 23f.</ref> Nach einigen Jahren der Stagnierung wurden die Pflanzungen im Jahre 1819 mithilfe von Spenden wohlhabender Bürger fortgeführt und erweitert.<ref name=":0" />


Im 19. Jahrhundert bis 1921 war der Marktplatz regelmäßig Endpunkt von feierlichen Umzügen, in der Regel zu Ehren heimkehrender Soldaten oder zur Erinnerung an siegreiche Schlachten wie die Schlacht bei Sedan gegen Frankreich am 1. und 2. September 1870, deren Ausgang maßgeblich zum Sieg der Deutschen gegen die Franzosen beitrug. An den wichtigsten Hauptstraßen wurden prachtvolle Triumphbögen errichtet und die Straßenzüge mit Fahnen und Flaggen geschmückt. Auf dem Marktplatz fand dann abschließend ein großes Volksfest statt.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 24. April 2021, S. 13-16</ref>
Im 19. Jahrhundert bis 1921 war der Marktplatz regelmäßig Endpunkt von feierlichen Umzügen, in der Regel zu Ehren heimkehrender Soldaten oder zur Erinnerung an siegreiche Schlachten wie die Schlacht bei Sedan gegen Frankreich am 1. und 2. September 1870, deren Ausgang maßgeblich zum Sieg der Deutschen gegen die Franzosen beitrug. An den wichtigsten Hauptstraßen wurden prachtvolle Triumphbögen errichtet und die Straßenzüge mit Fahnen und Flaggen geschmückt. Auf dem Marktplatz fand dann abschließend ein großes Volksfest statt.<ref>Ostfriesischer Kurier vom 24. April 2021, S. 13-16</ref>


Der Norder Marktplatz wird jedoch nicht nur Schauort freudiger Ereignisse (wenn man von den Anprangerungen u. ä.) absieht: Im Sommer 1931 prügeln sich Anhänger der Nationalsozialisten mit kommunistisch orientierten Bürgern.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 26</ref> Schlägereien zwischen den beiden verfeindeten Lagern sind zu dieser Zeit beinahe an der Tagesordnung. Nach der Machtergreifung der NSDAP nutzen die Parteifunktionäre den Markt regelmäßig für öffentliche Machtdemonstrationen und Aufmärsche.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 27</ref> Ein nicht minder unerfreuliches Ereignis geschah am 13. November 1944: 2.000 Volkssturmmänner, zumeist alte Männer und junge Männer, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden, werden als letztes Aufgebot auf Führer, Volk und Vaterland eingeschworen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref> Der Krieg ist zu diesem Zeitpunkt längst verloren, doch soll der Wahnsinn erst im Mai des Folgejahres enden. Noch im April 1945 werden unter dem Vorwand eines Krankheitsbefalls zahlreiche uralte Ulmen auf und um den Markt gefällt, um hieraus Gewehrschäfte herzustellen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 42</ref> 1954 und 1956 werden weitere 40 Bäume gefällt, diesmal jedoch aus Krankheitsgründen und mit anschließender Aufforstung.<ref name=":4">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 62</ref>
Der Norder Marktplatz war jedoch nicht nur Schauort derart freudiger Ereignisse absieht: Im Sommer 1931 prügelten sich beispielsweise Anhänger der Nationalsozialisten mit kommunistisch orientierten Bürgern.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 26</ref> Schlägereien zwischen den beiden verfeindeten Lagern waren zu dieser Zeit beinahe an der Tagesordnung. Nach der Machtergreifung der NSDAP nutzten die Parteifunktionäre den Markt regelmäßig für öffentliche Machtdemonstrationen und Aufmärsche.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 27</ref> Ein nicht minder unerfreuliches Ereignis geschah am 13. November 1944: 2.000 Volkssturmmänner, zumeist alte Männer und junge Männer, die nach heutiger Definition als Kindersoldaten gelten würden, werden als letztes Aufgebot auf Führer, Volk und Vaterland eingeschworen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 41</ref> Der Krieg war zu diesem Zeitpunkt längst verloren, doch sollte der Wahnsinn erst im Mai des Folgejahres enden. Noch im April 1945 wurden unter dem Vorwand eines Krankheitsbefalls zahlreiche uralte Ulmen auf und um den Markt gefällt, um hieraus Gewehrschäfte herzustellen.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 42</ref> 1954 und 1956 wurden weitere 40 Bäume gefällt, diesmal jedoch aus Krankheitsgründen sowie mit anschließender Aufforstung.<ref name=":4">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 62</ref>


Anfang 1953 kamen Überlegungen vonseiten der Politik und der Verwaltung auf, an der Nordseite des Marktes eine Großtankstelle zu errichten. Dank einer massiven Intervention von Bürgern mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft und dem niedersächsischen Landeskonservator konnte das Vorhaben rechtzeitig gestoppt werden und dadurch die historische Struktur des Marktes erhalten werden.<ref name=":4" /> Einige Jahren später verschwanden dann auch die öffentlichen ''Bedürfnisanstalten'', von denen es sowohl ober- als auch unterirdische gab, aus dem Umfeld der den [[Alter Friedhof|Alten Friedhof]] umgebenden Mauer.
Anfang 1953 kamen Überlegungen vonseiten der Politik und der Verwaltung auf, an der Nordseite des Marktes eine Großtankstelle zu errichten. Dank einer massiven Intervention von Bürgern mit Unterstützung der Ostfriesischen Landschaft und dem niedersächsischen Landeskonservator konnte das Vorhaben rechtzeitig gestoppt werden und dadurch die historische Struktur des Marktes erhalten werden.<ref name=":4" /> Einige Jahren später verschwanden dann auch die öffentlichen ''Bedürfnisanstalten'' (Toiletten), von denen es sowohl ober- als auch unterirdische gab, aus dem Umfeld der den [[Alter Friedhof|Alten Friedhof]] umgebenden Mauer.


Im Sommer 2004 wird der Torfmarkt neu gestaltet und erhält unter anderem eine neue Bepflasterung und in seiner Mitte einen festen Baumständer für den alljährlichen Mai- sowie den Weihnachtsbaum.
Im Sommer 2004 wird der Torfmarkt neu gestaltet und erhält unter anderem eine neue Bepflasterung und in seiner Mitte einen festen Baumständer für den alljährlichen Mai- sowie den Weihnachtsbaum.
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==Gliederung==
==Gliederung==
[[Datei:Am Markt Marktplatz Ludgerikirche Alter Friedhof Luftaufnahme um 1960 01.jpg|mini|Luftaufnahme vom Marktplatz (um 1960).]]
[[Datei:Am Markt Marktplatz Ludgerikirche Alter Friedhof Luftaufnahme um 1960 01.jpg|mini|Luftaufnahme vom Marktplatz (um 1960).]]
Im wesentlichen kann man den Marktplatz in drei Teile gliedern: Der Marktplatz im eigentlichen Sinne besteht aus dem sogenannten ''Torfmarkt'' im Osten, dem ''Mittelmarkt'' in der Mitte und dem ''Blücherplatz'' (mit Schweinemarkt) im Westen. An den Blücherplatz in nördliche Richtung schließt sich der [[Arp-Schnitger-Platz]] an. Weniger bekannt ist der als ''Schulplatz'' bezeichnete, nordwestliche Teil des Marktplatzes. Ebenso wenig ist die Bezeichnung ''Eckelwarf'' für den nordwestlichen Teil bekannt. Der südlich des Glockenturms befindliche Platz wird seit 2020 [[Arp-Schnitger-Platz]] genannt.
Im Wesentlichen kann man den Marktplatz in drei Teile gliedern: Der Marktplatz im eigentlichen Sinne besteht aus dem sogenannten ''Torfmarkt'' im Osten, dem ''Mittelmarkt'' in der Mitte und dem ''Blücherplatz'' (mit Schweinemarkt) im Westen. An den Blücherplatz in nördliche Richtung schließt sich der [[Arp-Schnitger-Platz]] an. Weniger bekannt ist der als ''Schulplatz'' bezeichnete, nordwestliche Teil des Marktplatzes. Ebenso wenig ist die Bezeichnung ''Eckelwarf'' für den nordwestlichen Teil bekannt. Der südlich des Glockenturms befindliche Platz wird seit 2020 [[Arp-Schnitger-Platz]] genannt.


===Torfmarkt===
===Torfmarkt===
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===Mittelmarkt===
===Mittelmarkt===
Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. Schon zu Lebzeiten von [[Ubbo Emmius]] (1547 - 1625) gab es den montäglichen Wochenmarkt.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90</ref>
Der Mittelmarkt ist das Zentrum der Wochenmärkte. Noch heute kommen jeden Montag und Samstag die unterschiedlichsten Marktbeschicker nach Norden, um ihre Waren den Marktbesuchern feilzubieten. Das Spektrum reicht von traditioneller Handwerkskunst über Blumenhändlern bis hin zu Bäckern, Fleischern und Fischverkäufern. Schon zu Lebzeiten von [[Ubbo Emmius]] (1547-1625) gab es den montäglichen Wochenmarkt.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 90</ref>


Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die wohlhabenden [[Marsch|Marschbauern]] anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255</ref>
Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die wohlhabenden [[Marsch|Marschbauern]] anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255</ref>
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* siehe auch: [[Liste der Gebäude Am Markt]]
* siehe auch: [[Liste der Gebäude Am Markt]]


Rund um den Marktplatz bzw. der Straßenzug [[Am Markt]] befinden sich eine Vielzahl an historisch bedeutenden Gebäuden.
Rund um den Marktplatz bzw. der Straßenzug [[Am Markt]] befinden sich eine Vielzahl an historisch bedeutenden Gebäuden. Die Giebel und Fassaden der sich weitestgehend aneinanderreihenden Gebäude zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit der Stadt. Zu erkennen ist ein faszinierendes Spektrum von der Renaissance bis zur Neugotik.<ref name=":8" /> Vom Marktplatz war der nördliche und östliche Teil vom Friedhof noch bis in die Neuzeit Eigentum der anliegenden Hausbesitzer, sodass nur die südliche Hälfte für die eigentliche Marktzwecke zur Verfügung stand. Die nördliche Hälfte des Marktplatzes gehörte zum Haus [[Am Markt 59]], während die östliche Hälfte zum [[Gräfliches Haus|Gräflichen Haus]] gehörte.<ref name=":9" /> Ein Großteil der Häuser bzw. Grundstücke gehörte damals und teilweise noch heute der [[Ludgerigemeinde Norden|Kirchen]], so etwa das [[Altes Rathaus|Alte Rathaus]] und das [[Weinhaus]].<ref name=":10" />
 
'''Altes Rathaus'''
 
Die Westseite des Marktplatzes wird vor allem vom [[Altes Rathaus |Alten Rathaus]] bestimmt. Es handelt sich um einen ansehnlichen Steinbau mit Turm, der Ähnlichkeiten mit der [[Uldingaburg]] aufweist und in dem im Laufe der Jahrhunderte neben der Stadtverwaltung noch zahlreiche weitere Institutionen ihren Sitz hatten oder bis heute haben. Ältester Nutzer ist die [[Theelacht]].


==Öffentliche Brunnen==
==Öffentliche Brunnen==