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Die '''Ziegelei in Westermarsch I''' (auch: ''Kaufmannsche Ziegelei'') war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]]. Das alte Ziegelwerk wurde erstmalig am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und [[Roelf Schmidt]] als ''Tichelbude am [[Gaster Tief]]'' genannt.<ref>NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98</ref> 1770 wird eine ''Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der [[Knullenbrücke]]'' erwähnt, erbaut von [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Mitbegründer der [[Norder Fehngesellschaft]].<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A</ref> Dieser hatte ein Jahr zuvor um eine Baugenehmigung ersucht, weil er die Lage am [[Gastmarscher Siel]], das auch über einen Anlegestellte verfügte, als förderlich erachtete.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 188</ref>
Die '''Ziegelei in Westermarsch I''' (auch: ''Kaufmannsche Ziegelei'') war der (wesentlich unbekanntere) Vorgängerbau der [[Ziegelei (Westermarsch II)|Ziegelei in Westermarsch II]]. Das alte Ziegelwerk wurde erstmalig am 11. März 1585 in einem Kaufbrief zwischen der Familie [[Manninga]] und [[Roelf Schmidt]] als ''Tichelbude am [[Gaster Tief]]'' genannt.<ref>NLA Au, Dep. 4 II a, Nr. 98</ref> 1770 wird eine ''Stein- und Dachziegelbrennerei nebst dazu gehörigen 3 Stein Hütten an der [[Knullenbrücke]]'' erwähnt, erbaut von [[Folkmar Lantzius|Folkmar Friedrich Wilhelm Lantzius]], dem Mitbegründer der [[Norder Fehngesellschaft]].<ref>StAA, Rep. 237, Bd. 1327, Nr. 27 A</ref> Dieser hatte ein Jahr zuvor um eine Baugenehmigung ersucht, weil er die Lage am [[Gastmarscher Siel]], das auch über einen Anlegestellte verfügte, als förderlich erachtete.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 188</ref>


Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geheizt. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein ''Ziegeleiland'' mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete.
Die Brennöfen der Ziegeleien der Umgebung wurden vor allem mit Torf aus [[Norderfehn]] (heute Berumerfehn) geheizt, wobei Lantzius natürlich zugute kam, dass er zugleich Gründungsdirektor der den Torf importierenden [[Norder Fehngesellschaft]] war. Ostfriesland war bis in die 1960er Jahre ein ''Ziegeleiland'' mit unzähligen kleinen und großen Ziegeleien. Der marschtypische Kleiboden war vermischt mit Rohsand Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegelsteinen, weshalb sich das Gebiet hervorragend dafür eignete. So ist es nicht verwunderlich, dass für das Jahr 1785 immerhin 43.550 Steine und ein Jahr später sogar 66.800 Steine und Pfannen gebrannt und exportiert wurden.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 190</ref>


Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals ''Götzentempel'' genannt wurde. Um 1897 hatte [[Rolf Kaufmann|Ro(h)lf Kaufmann]] die Ziegelei, die hier bis 1908 oder 1909 in Betrieb blieb, übernommen, danach wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.<ref>Imhoff, Mathilde (1988): Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289</ref>
Aus der Zeit vor dem Abbruch der Ziegelei im Jahre 1912/13 existiert ein Foto der Ziegelei, die damals ''Götzentempel'' genannt wurde. Um 1897 hatte [[Rolf Kaufmann|Ro(h)lf Kaufmann]] die Ziegelei, die hier bis 1908 oder 1909 in Betrieb blieb, übernommen, danach wurde der Betrieb in die Ziegeleistraße verlegt.<ref>Imhoff, Mathilde (1988): Heim und Herd (Beilage zum Ostfriesischen Kurier) vom 30. April 1988, Nr. 1f.</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 289</ref>