Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 16: Zeile 16:
|-
|-
|Entstehungszeit
|Entstehungszeit
|1775 (1747)
|1775 (um 1556, 1661, 1757)
|-
|-
|Erbauer
|Erbauer
|Stadt Norden / [[Sielacht]]
|[[Entwässerungsverband Norden|Addinggaster Sielacht]]
|-
|-
|Bauweise
|Bauweise
Zeile 37: Zeile 37:
* siehe auch: [[Süderneuland I#Geschichte|Geschichte von Süderneuland I]]
* siehe auch: [[Süderneuland I#Geschichte|Geschichte von Süderneuland I]]


Ein Siel ist eine Schleuse; eine Vorrichtung, um Wasser zu stauen und geregelt durchzulassen.<ref>Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206</ref> Nachdem das südlich der Stadt Norden gelegene Land durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die [[Erste Dionysiusflut]] überflutet wurde und aufgegeben werden musste, begann man um 1556 schrittweise mit der Landrückgewinnung. Das neue Land nannte man fortan [[Süderneuland]]. Zur Landrückgewinnung waren umfangreiche Baumaßnahmen nötig, es mussten Deiche erbaut und Entwässerungsgräben gezogen werden.
Ein [[Siel]] ist eine Schleuse; eine Vorrichtung, um Wasser zu stauen und geregelt durchzulassen.<ref>Schiller, Karl/Lübben, August (1875): Mittelniederdeutsches Wörterbuch, Bremen 1875-1880, Bd. 4, S. 206</ref> Nachdem das südlich der [[Stadt Norden]] gelegene Land durch mehrere verheerende Sturmfluten im 14. Jahrhundert, insbesondere durch die [[Erste Dionysiusflut]] überflutet wurde und aufgegeben werden musste, begann man um 1556 schrittweise mit der Landrückgewinnung. Das neue Land nannte man fortan [[Süderneuland]]. Zur Landrückgewinnung waren umfangreiche Baumaßnahmen nötig, es mussten Deiche erbaut und Entwässerungsgräben gezogen werden.


Mit der Fertigstellung des Fridericussiels im Jahr 1776 wurde dieser Prozess abgeschlossen. Das Siel entwässerte das Süderneuland fortan in das [[Norder Tief]].<ref name=":0">[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:84631 Schreiber, Gretje (2019): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft (Nr. 84631)</ref> Es wurde von Beginn an vollständig aus Stein errichtet.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref> Drei hölzerne Vorgängerbauten befand sich in mittelbarer Umgebung zum Fridericussiel. Das erste von ihnen wurde wohl in der Zeit um 1556 errichtet, das zweite 1661 und das dritte 1757.<ref name=":0" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 125</ref> Baumeister soll [[Embdet Emmen]] gewesen sein.<ref name=":0" />
Mit der Fertigstellung des Fridericussiels im Jahr 1776 wurde dieser Prozess abgeschlossen. Das Siel entwässerte das Süderneuland fortan in das [[Norder Tief]].<ref name=":0">[https://flurnamen-ostfriesland.de/flurnamensammlung?state=item:84631 Schreiber, Gretje (2019): Historische Flurnamensammlung] der Ostfriesischen Landschaft (Nr. 84631)</ref> Es wurde von Beginn an vollständig aus Stein errichtet.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 76</ref> Drei hölzerne Vorgängerbauten befanden sich in mittelbarer Umgebung zum Fridericussiel. Das erste von ihnen wurde wohl in der Zeit um 1556 errichtet, das zweite 1661 und das dritte 1757.<ref name=":0" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 125</ref><ref name=":1">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 169</ref> Baumeister soll [[Embdet Emmen]] gewesen sein.<ref name=":0" />


Die Inschrift auf dem Siel, die in Latein erfolgte, lautet in deutscher Übersetzung: ''"Unter der Regierung Friedrich des Großen, als H. Damm Praetor war und U. W. Ukens, H. J. Ippen und H. H. Peters Curatoren waren und Adv. Loth und Ubben Itzen und H. O. Agena Administratoren, wurde dieser Siel erbaut. Möge er den Wünschen entsprechen."'' Auch findet sich das Siel und die Buchstaben "F" und "R" für ''Friedricus Rex'' bis heute im Wappen von [[Süderneuland I]].<ref>Schreiber, Gretje (2014): Nordens Schifffahrt und Handel, Manuskript</ref>
Die Inschrift auf dem Siel, die in Latein erfolgte, lautet in deutscher Übersetzung: ''"Unter der Regierung Friedrich des Großen, als H. Damm Praetor war und U. W. Ukens, H. J. Ippen und H. H. Peters Curatoren waren und Adv. Loth und Ubben Itzen und H. O. Agena Administratoren, wurde dieser Siel erbaut. Möge er den Wünschen entsprechen."'' Auch findet sich das Siel und die Buchstaben ''"F"'' und ''"R"'' für ''Friedricus Rex'' bis heute im Wappen von [[Süderneuland I]].<ref>Schreiber, Gretje (2014): Nordens Schifffahrt und Handel, Manuskript</ref>
 
Wegen Baumängeln fing das Gebäude bereits kurz nach der Fertigstellung an, durchzuhängen. Doch erst 1794 stellte man einen Bauantrag zur Reparatur, der Kostenvoranschlag belief sich auf 449 Reichstaler. Da dieser Betrag offenbar zu hoch war, entschloss man sich gegen eine Reparatur, sodass die Mängel 1799 beinahe zum Einsturz führten.<ref name=":1" /> Erst jetzt gab man eine Reparatur in Auftrag, das alte Gewölbe wurde daraufhin abgebrochen und erneuert. 1806 wurden schließlich auch die abgängigen Sieltore ersetzt, obwohl diese bereits ein oder zwei Jahre vorher bestellt wurden.<ref name=":1" /><ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 170</ref>


Bereits ab 1818 verlor das Fridericussiel weitestgehend seine Bedeutung für die Entwässerung des Süderneulands, nachdem die [[Norder Fehngesellschaft]] den [[Berumerfehnkanal|Fehnkanal]] erbaute und das [[Addinggaster Tief]] auch in diesen Kanal und dadurch in das Norder Tief entwässern konnte. Die Fehngesellschaft musste dafür der [[Sielacht]] eine neue Ausmündung ihres Tiefs schaffen.<ref>Janssen, Theodor (1967): Gewässerkunde Ostfrieslands, Aurich, S. 133</ref> Seit 1929 wird ein Großteil des städtischen Wassers über das [[Leybuchtsiel]] sowie ab 1991 durch das [[Leysiel]] entwässert.
Bereits ab 1818 verlor das Fridericussiel weitestgehend seine Bedeutung für die Entwässerung des Süderneulands, nachdem die [[Norder Fehngesellschaft]] den [[Berumerfehnkanal|Fehnkanal]] erbaute und das [[Addinggaster Tief]] auch in diesen Kanal und dadurch in das Norder Tief entwässern konnte. Die Fehngesellschaft musste dafür der [[Sielacht]] eine neue Ausmündung ihres Tiefs schaffen.<ref>Janssen, Theodor (1967): Gewässerkunde Ostfrieslands, Aurich, S. 133</ref> Seit 1929 wird ein Großteil des städtischen Wassers über das [[Leybuchtsiel]] sowie ab 1991 durch das [[Leysiel]] entwässert.