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=== 18. Jahrhundert ===
=== 18. Jahrhundert ===
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte eine deutliche wirtschaftliche Verbesserung ein. Zu dieser Zeit war die Stadt sowohl bevölkerungsreicher als auch bedeutender als Aurich, stand jedoch nach wie vor Emden in vielen Belangen nach. Dennoch verzeichnete Norden seinerzeit eine selbstbewusste und wohlhabende Kaufmannschaft mit weiten Handelsnetzen.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte eine deutliche wirtschaftliche Verbesserung ein. Zu dieser Zeit war die Stadt sowohl bevölkerungsreicher als auch bedeutender als Aurich, stand jedoch nach wie vor Emden in vielen Belangen nach. Dennoch verzeichnete Norden seinerzeit eine selbstbewusste und wohlhabende Kaufmannschaft mit weiten Handelsnetzen. 1715 kam jedoch eine schwere Viehseuche über das Land. Sie dauerte bis 1782 und forderte ostfrieslandweit das Leben von schätzungsweisen 380.000 Rindern. Der wirtschaftliche Schaden für die Halter sowie die Folgen für die Versorgung und den Handel waren enorm.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 110</ref> Einen weiteren schweren Schlag erlitt die Landwirtschaft durch eine Mäuseplage, die 1716 zahlreiche Getreide- und Gemüsefelder zerstörte.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 111</ref>
 
Nach Jahren der wirtschaftliche Erholung kam 1715 eine schwere Viehseuche über das Land. Sie dauerte bis 1782 und forderte schätzungsweise 380.000 Rinderleben. Der wirtschaftliche Schaden für die Halter sowie die Folgen für die Versorgung und den Handel waren enorm.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 110</ref> Einen weiteren schweren Schlag erlitt die Landwirtschaft durch eine Mäuseplage, die 1716 zahlreiche Getreide- und Gemüsefelder zerstörte.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 111</ref>


Bei der [[Weihnachtsflut]] im Jahre 1717 wurde das Norder Stadtgebiet erneut schwer getroffen. In der Folge wurde [[Itzendorf]] an das Meer verloren und später ausgedeicht. Die Fluten reichten bis in den Innenstadtbereich von Norden und sollen bis 8 Fuß hoch (etwa 2,50 Meter) gereicht haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> Heute erinnert noch eine kleine Untiefe in der Nordsee, die ''Itzendorfplate,'' an den Ort. Außerdem bezeichnet man noch die Region um den [[Nordsee-Camp Norddeich|Campingplatz]] an der [[Deichstraße]] als (''Neu-)Itzendorf''. Die Folgen der Flut hielten noch viele Jahre an. So ist es nicht verwunderlich, dass von 852 Einwohnern im Jahre 1719 etwas weniger als die Hälfte (432) lediglich als Tagelöhner im Einwohnerverzeichnis geführt wurden. Immerhin 79 Personen wurden als ''wohlhabend'' bezeichnet.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 113</ref>
Bei der [[Weihnachtsflut]] im Jahre 1717 wurde das Norder Stadtgebiet erneut schwer getroffen. In der Folge wurde [[Itzendorf]] an das Meer verloren und später ausgedeicht. Die Fluten reichten bis in den Innenstadtbereich von Norden und sollen bis 8 Fuß hoch (etwa 2,50 Meter) gereicht haben.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 33</ref> Heute erinnert noch eine kleine Untiefe in der Nordsee, die ''Itzendorfplate,'' an den Ort. Außerdem bezeichnet man noch die Region um den [[Nordsee-Camp Norddeich|Campingplatz]] an der [[Deichstraße]] als (''Neu-)Itzendorf''. Die Folgen der Flut hielten noch viele Jahre an. So ist es nicht verwunderlich, dass von 852 Einwohnern im Jahre 1719 etwas weniger als die Hälfte (432) lediglich als Tagelöhner im Einwohnerverzeichnis geführt wurden. Immerhin 79 Personen wurden als ''wohlhabend'' bezeichnet.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 113</ref>


1724 begann der sogenannte [[Appell-Krieg]], ein Konflikt zwischen [[Georg Albrecht Cirksena]] und den ostfriesischen Ständen um die Steuerhoheit in der Region. 1727 holte sich der Fürst dänische Truppen zur Unterstützung ins Land, die eins ihrer Lager im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] aufschlugen. Nach heutiger Definition kann der Appell-Krieg als Bürgerkrieg angesehen werden. Einer der wichtigsten Auswirkungen war, dass sich das Königreich Preußen eine Anwartschaft auf Ostfriesland für den Fall fehlender männlicher Erben sichern konnte. Tatsächlich starb [[Carl Edzard Cirksena]] im Jahr 1744 als letzter seines Geschlechts kinderlos in Aurich. Ostfriesland fiel dadurch an Preußen unter Friedrich dem Großen. Die mysteriösen Umstände seines Todes sowie die preußische Anwartschaft legen deshalb eine Vergiftung durch preußische Spione bzw. Attentäter nahe.
1724 begann der sogenannte ''[[Appell-Krieg]]'', ein Konflikt zwischen [[Georg Albrecht Cirksena]] und den ostfriesischen Ständen um die Steuerhoheit in der Region. 1727 holte sich der Fürst dänische Truppen zur Unterstützung ins Land, die eins ihrer Lager im [[Altes Rathaus|Alten Rathaus]] aufschlugen. Nach heutiger Definition kann der Appell-Krieg als Bürgerkrieg angesehen werden. Einer der wichtigsten Auswirkungen war, dass sich das Königreich Preußen eine Anwartschaft auf Ostfriesland für den Fall fehlender männlicher Erben sichern konnte. Tatsächlich starb [[Carl Edzard Cirksena]] im Jahr 1744 als letzter seines Geschlechts ohne Nachkommen in Aurich. Ostfriesland fiel dadurch an Preußen unter Friedrich dem Großen. Die mysteriösen Umstände seines Todes sowie die preußische Anwartschaft legen deshalb eine Vergiftung durch preußische Spione bzw. Attentäter nahe.


Die neuen Herren brachten indes neuen Wind in das eher strukturschwache und eigenbrötlerische Ostfriesland. Die Preußen förderten den Landesausbau, besonders durch Moorkolonisierung, aber auch durch [[Liste der Eindeichungen|Eindeichungen]], wodurch das südlich von Norden gelegene Land weiter wächst. Auch das preußische Verwaltungswesen erwies sich als überaus förderlich für die allgemeine Stadtentwicklung. Eine nicht unwesentliche, wenngleich auf den ersten Blick eher kleine Neuerung, war die Einführung einer festen [[Hausnummerierung]] durch die Einführung von Grund- und Hypothekenbüchern durch eine königliche Verordnung vom 26. April 1751. Das bisherige [[Rott|Rottwesen]] wurde jedoch noch bis 1904 beibehalten und auch die für heute typische Hausnummerierung nach Straßen und damit einhergehend einer straßeneigenen Nummerierung wurde erst 1904 eingeführt. Bis dahin nummerierte man alle Häuser der Reihe nach, unabhängig von Straßen, beginnend [[Am Markt]], Ecke [[Große Mühlenstraße|Mühlenstraße]], lief dann zur [[Osterstraße]], hier die Nordseite hinauf bis [[Doornkaat]], bog dann in den [[Neuer Weg|Neuen Weg]] ein und verfuhr so auch bei allen weiteren Straßen auf- und abwärts. Neubauten wurden mit Buchstaben hinterlegt, was die allgemeine Orientierung in der Stadt sicherlich zunächst insgesamt erleichterte, doch spätestens der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts brachte das Ordnungssystem an seine Grenzen. Beispielsweise hatten in der [[Rosenthallohne]] neun Häuser eine Hausnummer, die die Buchstaben mit den a bis h zugewiesen bekamen.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 94</ref>
Die neuen Herren brachten indes neuen Wind in das eher strukturschwache und eigenbrötlerische Ostfriesland. Die Preußen förderten den Landesausbau, besonders durch Moorkolonisierung, aber auch durch [[Liste der Eindeichungen|Eindeichungen]], wodurch das südlich von Norden gelegene Land weiter wächst. Auch das preußische Verwaltungswesen erwies sich als überaus förderlich für die allgemeine Stadtentwicklung. Eine nicht unwesentliche, wenngleich auf den ersten Blick eher kleine Neuerung, war die Einführung einer festen [[Hausnummerierung]] durch die Einführung von Grund- und Hypothekenbüchern durch eine königliche Verordnung vom 26. April 1751. Das bisherige [[Rott|Rottwesen]] wurde jedoch noch bis 1904 beibehalten und auch die für heute typische Hausnummerierung nach Straßen und damit einhergehend einer straßeneigenen Nummerierung wurde erst 1904 eingeführt. Bis dahin nummerierte man alle Häuser der Reihe nach, unabhängig von Straßen, beginnend [[Am Markt]], Ecke [[Große Mühlenstraße|Mühlenstraße]], lief dann zur [[Osterstraße]], hier die Nordseite hinauf bis [[Doornkaat]], bog dann in den [[Neuer Weg|Neuen Weg]] ein und verfuhr so auch bei allen weiteren Straßen auf- und abwärts. Neubauten wurden mit Buchstaben hinterlegt, was die allgemeine Orientierung in der Stadt sicherlich zunächst insgesamt erleichterte, doch spätestens der wirtschaftliche Aufschwung in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts brachte das Ordnungssystem an seine Grenzen. Beispielsweise hatten in der [[Rosenthallohne]] neun Häuser eine Hausnummer, die die Buchstaben mit den a bis h zugewiesen bekamen.<ref name=":0">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 94</ref>


Da die ostfriesische Landeskasse schwer verschuldet war, ließen die Preußen auch viele alte Adelssitze ([[Liste der Burgen und Wehrhäuser|Burgen und Wehrhäuser]]) aus Kostengründen dem Erdboden gleichmachen. Die hieraus gewonnenen Steinen kamen dabei oftmals auch beim Bau von [[Siel|Sielen]], wie etwa dem [[Fridericussiel]] zum Einsatz, welche die Preußen nicht mehr aus Holz, sondern aus Stein errichten ließen.
1754 wurde die Landschaftliche Brandkasse (''Feuer-Sozietät'') als Brandversicherung nach vierjährigen Verhandlungen der Städte und Gemeinden mit der preußischen Kriegs- und Domänenkammer (Vorläufer der [[Amt Norden|Ämter]] als geografisches Ordnungsglied) eingeführt.
 
Reiche Ernten und stabile bzw. steigende Preise führten in den 1760er Jahren zu neuem Wohlstand bei den Großbauern. Von besonderer Bedeutung waren das Steigen der Weizen- und Haferpreise, sodass vor allem die den Ackerbau betreibenden Bauern der [[Marsch]] zu ansehnlichem Wohlstand kamen. So ist es nicht verwunderlich, dass einige der stattlichsten Höfe in dieser Zeit erbaut wurden. Wenige Jahre später, 1770, führte nicht nur die weiterhin grassierende Viehseuche zu schweren Problemen, sondern auch eine Missernte, sodass eine Hungersnot drohte. Die Behörden ließen daraufhin den Export sämtlicher Getreidesorten und veranlassten gleichzeitig den Import von 150 Lasten Roggen aus Amsterdam. Durch diese Maßnahmen und eine gute Ernte im Folgejahr blieb eine größere Hungersnot aus und die Versorgungslage verbesserte sich derart, dass auch der Export wieder gestattet wurde.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 131</ref>


1754 wurde die Landschaftliche Brandkasse (''Feuer-Sozietät'') als Brandversicherung nach vierjährigen Verhandlungen der Städte und Gemeinden mit der preußischen Kriegs- und Domänenkammer (Vorläufer der [[Amt Norden|Ämter]] als geografisches Ordnungsglied) eingeführt. 1783 erhielt Norden erstmals eine [[Brandordnung]].<ref name=":0" /> Allgemein entwickelte sich die Stadt unter preußischer Herrschaft zu einer der wohlhabendsten Städte der Region. In einem Bericht des [[Magistrat|Magistrats]] vom 29. März 1776 wurde hierbei die hohe Zahl der [[Zunft- und Gildewesen|Gold- und Silberschmiede]] als Indikator für den beträchtlichen Wohlstand der Stadt herangezogen.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 14</ref>
1783 erhielt Norden erstmals eine [[Brandordnung]].<ref name=":0" /> Allgemein entwickelte sich die Stadt unter preußischer Herrschaft zu einer der wohlhabendsten Städte der Region. In einem Bericht des [[Magistrat|Magistrats]] vom 29. März 1776 wurde hierbei die hohe Zahl der [[Zunft- und Gildewesen|Gold- und Silberschmiede]] als Indikator für den beträchtlichen Wohlstand der Stadt herangezogen.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 14</ref>


Nachdem bereits 1756 das [[Großes Norder Siel|Große Norder Siel]] erbaut wurde, folgte 1775 das [[Fridericussiel]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 328</ref> Im gleichen Jahr gründeten [[Justus Friedrich Steinbömer (1777)|Justus Friedrich Steinbömer]] und [[Johann Heinrich Lubinus]] die Rauchtabakfabrik [[Steinbömer & Lubinus]] am [[Neuer Weg|Neuen Weg]], die sich für die wirtschaftliche Entwicklung Nordens als sehr förderlich erweist und zum ersten, großen Unternehmen der Stadt wurde, dessen Mitarbeiterzahl mehr als die übliche, geringe Größe von einer Handvoll Mitarbeiter der vielen Familienbetriebe deutlich überstieg.<ref name=":1" />
Da die ostfriesische Landeskasse schwer verschuldet war, ließen die Preußen viele [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|alte Adelssitze]] aus Kostengründen dem Erdboden gleichmachen.<ref>Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 142</ref> Die hieraus gewonnenen Steinen kamen dabei oftmals auch beim Bau von [[Siel|Sielen]], wie etwa dem [[Fridericussiel]] zum Einsatz, welche die Preußen nicht mehr aus Holz, sondern aus Stein errichten ließen. Nachdem bereits 1756 das [[Großes Norder Siel|Große Norder Siel]] aus Stein erbaut wurde, folgte 1775 das [[Fridericussiel]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 328</ref> Im gleichen Jahr gründeten [[Justus Friedrich Steinbömer (1777)|Justus Friedrich Steinbömer]] und [[Johann Heinrich Lubinus]] die Rauchtabakfabrik [[Steinbömer & Lubinus]] am [[Neuer Weg|Neuen Weg]], die sich für die wirtschaftliche Entwicklung Nordens als sehr förderlich erweist und zum ersten, großen Unternehmen der Stadt wurde, dessen Mitarbeiterzahl mehr als die übliche, geringe Größe von einer Handvoll Mitarbeiter der vielen Familienbetriebe deutlich überstieg.<ref name=":1" />


1794 gründen sieben Norder Kaufleute und Bürger aus Hage die Fehnsiedlung [[Norderfehn]] (heute ''Berumerfehn'') und die [[Norder Fehngesellschaft]]. Sie bauten dort Torf ab, das seinerzeit das gängigste und wichtigste Heizmittel in Ostfriesland war. Dazu gruben sie den heutigen [[Berumerfehnkanal]], der den [[Norder Hafen]] mit der neuen Fehnkolonie verband. Auf rund 1.500 Hektar wurde der Torf gestochen und - erstmals 1797 - mit kleinen Schiffen auf dem Kanal nach Norden transportiert. Die Stadt wurde damit unabhängig von den zuvor nötigen Importen des Brennmaterials, das bis dahin vor allem aus dem Groningerland und dem Saterland beschafft wurde.
1794 gründen sieben Norder Kaufleute und Bürger aus Hage die Fehnsiedlung [[Norderfehn]] (heute ''Berumerfehn'') und die [[Norder Fehngesellschaft]]. Sie bauten dort Torf ab, das seinerzeit das gängigste und wichtigste Heizmittel in Ostfriesland war. Dazu gruben sie den heutigen [[Berumerfehnkanal]], der den [[Norder Hafen]] mit der neuen Fehnkolonie verband. Auf rund 1.500 Hektar wurde der Torf gestochen und - erstmals 1797 - mit kleinen Schiffen auf dem Kanal nach Norden transportiert. Die Stadt wurde damit unabhängig von den zuvor nötigen Importen des Brennmaterials, das bis dahin vor allem aus dem Groningerland und dem Saterland beschafft wurde.


=== 19. Jahrhundert ===
=== 19. Jahrhundert ===
Im eingehenden 19. Jahrhundert konnte Norden auf ein reges Wirtschaftsleben zurückblicken. Unter anderem gab es 18 Branntweinbrennereien, etwa 100 Garn- und Leinenweber, zwei Hutmacher mit fünf Beschäftigten, sieben Kalkbrennereien mit 49 Arbeitern, drei Lohgerbereien mit 12 Arbeitern, eine [[Ölmühle]] mit drei Arbeitern, zwei Peldemühlen (die [[Deichmühle]] und die [[Frisiamühle]]) mit je vier Arbeitern, eine Stärkefabrik mit fünf Arbeitern, fünf Tabakfabriken mit 42 Arbeitern, zwei Töpfereien mit drei Arbeitern, zehn Wollwebereien mit zehn Arbeitern sowie zehn Zwirnfabriken mit 77 Arbeitern.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 79</ref>
Im eingehenden 19. Jahrhundert konnte Norden auf ein reges Wirtschaftsleben zurückblicken. Unter anderem gab es 18 Branntweinbrennereien, etwa 100 Garn- und Leinenweber, zwei Hutmacher mit fünf Beschäftigten, sieben [[Kalkbrennerei|Kalkbrennereien]] mit 49 Arbeitern, drei Lohgerbereien mit 12 Arbeitern, eine [[Ölmühle]] mit drei Arbeitern, zwei [[Peldemühle|Peldemühlen]] (die [[Deichmühle]] und die [[Frisiamühle]]) mit je vier Arbeitern, eine Stärkefabrik mit fünf Arbeitern, fünf Tabakfabriken mit 42 Arbeitern, zwei Töpfereien mit drei Arbeitern, zehn Wollwebereien mit zehn Arbeitern sowie zehn Zwirnfabriken mit 77 Arbeitern.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 79</ref>


1806 fiel Ostfriesland unter die Herrschaft von Napoleon Bonaparte und wurde zunächst Teil des Königreichs Holland, einem französischen Vasallenstaat, der von Napoleons Bruder Louis regiert wurde. Später wurde es unmittelbarer Teil Frankreichs. Die Stadt wurde dabei ab dem 22. November 1806 vom 1. Bataillon des 9. Regiments der Königlich Holländischen Infanterie unter ''Capitain Hoffmann'' besetzt. Die Norder Bürger hatten nun die Besatzungssoldaten zu versorgen und ihnen Unterkunft zu bieten. Der [[Magistrat]] ermahnte die Bürger dazu, sich nicht mit den Franzosen zu streiten oder gar zu prügeln, nachdem es anfänglich zu einigen ''Reibereien'' kam.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 18</ref>
1806 fiel Ostfriesland unter die Herrschaft von Napoleon Bonaparte und wurde zunächst Teil des Königreichs Holland, einem französischen Vasallenstaat, der von Napoleons Bruder Louis regiert wurde. Später wurde es unmittelbarer Teil Frankreichs. Die Stadt wurde dabei ab dem 22. November 1806 vom 1. Bataillon des 9. Regiments der Königlich Holländischen Infanterie unter ''Capitain Hoffmann'' besetzt. Die Norder Bürger hatten nun die Besatzungssoldaten zu versorgen und ihnen Unterkunft zu bieten. Der [[Magistrat]] ermahnte die Bürger dazu, sich nicht mit den Franzosen zu streiten oder gar zu prügeln, nachdem es anfänglich zu einigen ''Reibereien'' kam.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 18</ref>