Deichmühle: Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Als Vorgängerbau der Deichmühle kann eine 1588 von [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]] errichtete Mühle gesehen werden, dessen Standort jedoch nicht genau überliefert ist. | Als Vorgängerbau der Deichmühle kann eine 1588 von [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]] errichtete Mühle gesehen werden, dessen Standort jedoch nicht genau überliefert ist. Offenbar befand sich diese jedoch in [[Bargebur]], weshalb der Lütetsburger Graf (Bargebur gehörte damals zu Lütetsburg) gegen Edzard II. vor dem Reichskammergericht in Speyer klagte.<ref name=":4">Schreiber, Gretje (2017): Der Norder Hafen. Geschichte, Schifffahrt und Handel, Aurich, S. 77</ref> Bei letztgenannter Mühle soll es sich um eine sogenannte ''Zwangsmühle'' gehandelt haben. Das bedeutet, dass Edzard II. von seinem Vorrecht als Grundherr Gebrauch gemacht hatte, eine Mühle zu errichten und die umliegenden Bauer dort zu mahlen verpflichtete.<ref>Schreiber, Gretje (1997): Streit um das Land am Meeresrand, in: Ostfriesland Magazin Jg. 1997/12, S. 108-119, hier S. 112f.</ref> Auf Beschluss des Reichskammergerichts musste Edzard II. die Mühle 1592 wieder abreißen lassen und baute sie ein Jahr später an der bis heute bekannten Stelle wieder auf.<ref name=":4" /> Diese Mühle wurde fortan alle sechs Jahre auf Zeit verpachtet.<ref>StAA, Rep. 6, Nr. 3161 u. Rep. 6, Nr. 454</ref> | ||
Edzards Einfluss im [[Süderneuland]] war groß, | Manche Quellen sprechen davon, dass es an diesem Standort bereits im 13. Jahrhundert eine Bockwindmühle gegeben haben soll, doch dürfte diese spätestens bei den [[Erste Dionysiusflut|verheerenden Sturmfluten]] im 14. Jahrhundert zerstört worden sein. | ||
Edzards Einfluss im [[Süderneuland]] war groß, so sicherte er sich auch das [[Addinggaster Grashaus]] mit seinen umfassenden Ländereien. Nachdem Graf Wilhelm zu Inn- und Knyphausen aus Lütetsburg vor dem Reichskammergericht gegen den Mühlenzwang klagte, errichtete Edzard II. die Bockwindmühle am heutigen Standort. | |||
Im 17. Jahrhundert fiel die Mühle wegen Baufälligkeit wüst und galt als ''Herberge der Zigeuner und anderer Bettler''. Man brach die Mühle ab, um sie 1676 wieder aufbauen.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 151</ref><ref name=":2" /> In diesem Jahr wurde ein Erbpachtsvertrag über 20 Reichstaler (Windgeld) aufgesetzt.<ref name=":2">StAA, Rep. 6, Nr. 3178</ref> Für jede Tonne gemahlenen Getreides wurde für den Zubringer eine Gebühr von 6 Stübern fällig.<ref>StAA, Rep. 6, Nr. 3404</ref> Maßgeblich finanziell gefördert wurde der Mühlenbau wohl durch die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]].<ref name=":1" /> | Im 17. Jahrhundert fiel die Mühle wegen Baufälligkeit wüst und galt als ''Herberge der Zigeuner und anderer Bettler''. Man brach die Mühle ab, um sie 1676 wieder aufbauen.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 151</ref><ref name=":2" /> In diesem Jahr wurde ein Erbpachtsvertrag über 20 Reichstaler (Windgeld) aufgesetzt.<ref name=":2">StAA, Rep. 6, Nr. 3178</ref> Für jede Tonne gemahlenen Getreides wurde für den Zubringer eine Gebühr von 6 Stübern fällig.<ref>StAA, Rep. 6, Nr. 3404</ref> Maßgeblich finanziell gefördert wurde der Mühlenbau wohl durch die [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden]].<ref name=":1" /> | ||