Schiffswerft Herlyn: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Schiffsbau ist für Norden seit spätestens 1769 nachgewiesen und wurde auch ab 1800 am [[Norder Hafen]] betrieben.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 78</ref> In diesem Jahr gründete Schiffsbauer [[Ede Hinrichs Pauls]] dort eine Werft, die er stetig ausbauen konnte. Ein bedeutender Ankauf war jener des Hafenhauses, das bis zum Bau des [[Altes Zollhaus|neuen Zollhauses]] als solches diente.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 14</ref> Um 1900 wurde die Paul'sche Werft von der Familie Heryln übernommen.<ref name=":2">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 47</ref> | Der Schiffsbau ist für Norden seit spätestens 1769 nachgewiesen und wurde auch ab 1800 am [[Norder Hafen]] betrieben.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 78</ref> In diesem Jahr gründete Schiffsbauer [[Ede Hinrichs Pauls]] dort eine Werft, die er stetig ausbauen konnte. Ein bedeutender Ankauf war jener des Hafenhauses, das bis zum Bau des [[Altes Zollhaus|neuen Zollhauses]] 1858 als solches diente.<ref>Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 14</ref> Um 1900 wurde die Paul'sche Werft von der Familie Heryln übernommen.<ref name=":2">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 47</ref> | ||
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Version vom 21. März 2022, 17:47 Uhr
Schiffswerft Herlyn | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Gründung | 1800 | |||||||
| Auflösung | um 1969 | |||||||
| Rechtsform | unbekannt | |||||||
| Hauptsitz | Am Hafen 5
26506 Norden | |||||||
Die Herlyn'sche Werft (heute: Yacht-Zentrum Störtebeker) war eine überregional bekannte Schiffswerft am Norder Hafen. In dem ehemaligen Betriebsgebäude, welches auch Hafenhaus oder auch Hellinghaus bzw. Helgenhus genannt wird, befindet sich heute der Vereinsitz des Norder Ruderclubs. Der Name Hellinghaus leitet sich ab von Helling, dem Fachwort für einen Schiffsbauplatz.
Geschichte
Der Schiffsbau ist für Norden seit spätestens 1769 nachgewiesen und wurde auch ab 1800 am Norder Hafen betrieben.[1] In diesem Jahr gründete Schiffsbauer Ede Hinrichs Pauls dort eine Werft, die er stetig ausbauen konnte. Ein bedeutender Ankauf war jener des Hafenhauses, das bis zum Bau des neuen Zollhauses 1858 als solches diente.[2] Um 1900 wurde die Paul'sche Werft von der Familie Heryln übernommen.[3]
Im Zuge der abnehmenden Bedeutung des Norder Hafens nach Fertigstellung des Leybuchtsiels im Jahr 1929 sank auch die Bedeutung der Werft. 1957 entschied sich die Geschäftsführung daher dazu, die Werft in das aufstrebende Norddeich zu verlegen.[3][4][5] Sie ist heute unter dem Namen Yacht-Zentrum Störtebeker bekannt.
Der bisherige Standort wurde 1969 an den Tischler Gerhard Schulz verkauft, der im Sanierungsgebiet an der Sielstraße seine Wohn- und Betriebsstätte hatte, die er in dessen Folge aufgeben musste. Zum einen bewohnte er das Gebäude selbst, zum anderen verpachtete er einen Teil an den Norder Ruderclub, dessen Bootswart er war.[6]
Das Gebäude wurde nach dem Verkauf seit den 1970er Jahren vollkommen verändert, sodass sein historischer Charakter weitestgehend verloren ging. Erst um 2000 begann man mit Restaurationsarbeiten, vermutlich beeindruckt durch jene, sehr erfolgreichen am Alten Zollhaus.[7]
Beschreibung
Die Werft wurde aus Ziegelsteinen errichtet und ähnelt einem L. Beim Bau des Gebäudes wurde vor allem Muschelkalk als Mörtel verwendet, da das Gelände nicht sturmflutsicher war und dieser bei Nässe besseren Halt bot. Beim Dach handelt es sich um ein klassisches Walmdach, aus dem vier hohe Schornsteinköpfe und zwei Dachgauben ragen. Diese wurden als Ladeluken genutzt. Mittels Flaschenzug wurden hier Waren hoch und runter befördert. Im hohen Sockelgeschoss, das mit der damaligen Deichkrone abschloss, waren das Lager und die Werkstatt untergebracht.[7]
In den darüber befindlichen, sturmflutsicheren Räumlichkeiten befanden sich ein Schlafraum mit mehreren Butzen (Schlafnischen) sowie Abstellräume. Zur Wasserseite wurden zwei Slipanlagen errichtet, an denen die Schiffe aus bzw. zu Wasser gelassen wurden.[7]
Galerie
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Die Schiffswerft Herlyn am Hafen (um 1920).
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Das Hafenhaus. Aufnahme aus der Zeit um 1935.
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Das Hafenhaus am 9. Juni 2006.
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Das Hafenhaus am 9. Juni 2006.
Einzelnachweise
- ↑ Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 78
- ↑ Canzler, Gerhard (2002): Doornkaat. Eine Firmenchronik, Norden, S. 14
- ↑ 3,0 3,1 Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 47
- ↑ Wiechers, Karl-Heinz (1984): ...und fuhren weit übers Meer, Norden, Bd. I-III, hier Bd. 1, S. 50f.
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 88
- ↑ Chronik des Norder Ruderclubs, abgerufen am 1. März 2021
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Helsper, Aletta (2006): Gibt es den idealen Reiseführer? Theorie und Praxis, untersucht am Beispiel eines Reiseführers für die Stadt Norden, Hamburg