Bahnhof Norden-Stadt: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 16: Zeile 16:
|-
|-
|Entstehungszeit
|Entstehungszeit
|1894 - 1895
|1894-1895
|-
|-
|Erbauer
|Erbauer
Zeile 31: Zeile 31:
und der [[Osterstraße]]
und der [[Osterstraße]]
|}
|}
Der '''Bahnhof Norden-Stadt''' (auch: ''Haltestelle Norden-Stadt''; umgangssprachlich: ''Kleiner Bahnhof'' bzw. ''Lüttje Bahnhof'') war ein um 1894/1895 errichteter Bahnhof mit einliegender Gastwirtschaft nahe der [[Eisenhütte]] in [[Ekel]]. Seit der Eingemeindung der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] zum 1. April 1919 lag der Bahnhof innerhalb der Stadtgrenzen.
Der '''Bahnhof Norden-Stadt''' (auch: ''Haltestelle Norden-Stadt''; umgangssprachlich: ''Kleiner Bahnhof'' bzw. ''Lüttje Bahnhof'') war ein 1895 eröffneter Bahnhof mit einliegender Gastwirtschaft nahe der [[Eisenhütte]] in [[Ekel]]. Erst seit der Eingemeindung der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] zum 1. April 1919 lag der Bahnhof innerhalb der Stadtgrenzen, wurde jedoch schon vorher ''Norden-Stadt'' bezeichnet.
__TOC__
__TOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
Der Bahnhof wurde zwischen 1894 und 1895 errichtet und am 1. März des letztgenannten Jahres eingeweiht.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 100</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 5</ref> Ziel war es, der Stadt Norden einen eigenen, zentrumsnahen Zugang zur Bahnverbindung zu ermöglichen. Zwar wurde bereits 1885 der [[Alter Bahnhof Norden|Bahnhof Norden]] an der danach benannten [[Bahnhofstraße]] in [[Süderneuland I]] errichtet, doch befand sich dieser weder auf Stadtgrund, noch war er zentrumsnah.<ref name=":2">Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst ([https://www.norden.de/output/download.php?fid=3170.1002.1.PDF Online-Veröffentlichung])</ref> Die Norder wollten damals keinen großen Bahnhof in ihrer Stadt haben und verlegten ihn daher in die - damals schon eng mit Stadt verbundenen, aber noch eigenständigen - [[Süderneuland I|Gemeinde Süderneuland I]].
Der Bau des Bahnhofs ging mit dem gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Wunsch der [[Stadt Norden]] einher, zumindest einen kleinen Bahnhof in Zentrumsnähe zu besitzen.<ref name=":2">Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst ([https://www.norden.de/output/download.php?fid=3170.1002.1.PDF Online-Veröffentlichung])</ref> Die seinerzeit nur etwa 0,9 km² kleine Stadt verfügte dafür jedoch über keinerlei Flächen, sodass bereits auch der so genannte [[Bahnhof Norden]] nicht innerhalb der Stadtgrenzen, sondern relativ weit außerhalb in der damals noch eigenständigen [[Süderneuland I|Gemeinde Süderneuland I]] lag.


So entschied man sich dafür, an einer geeigneten Stelle in der Nähe der [[Eisenhütte]] einen weiteren Bahnhof bzw. eine Haltestelle zu errichten, der sich an der 1892 errichteten Fortführung der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] gen [[Norddeich]] befand. Mit einem kleinen Nebengleis war die Eisenhütte direkt mit der Bahntrasse verbunden.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Strenggenommen befand sich auch diese Haltestelle nicht in Norden, sondern in [[Ekel]], damals noch Ortsteil der erst im Jahre 1919 eingemeindeten Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]].
So kam es zu Verhandlungen zwischen der Stadt und der [[Eisenhütte]], an deren Ende letztere der Stadt für 7.500 Mark eine etwa 4.000 m² große Fläche an der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]] überließ, damit diese hier einen Bahnhof bzw. eine Haltestelle errichten konnte. Die Eisenhütte selbst hatte sich bereits 1892 bei der Erweiterung der Bahnstrecke nach [[Norddeich]] einen Anschluss an das Bahnnetz gesichert.<ref>Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 104</ref> Nach Beginn der Baumaßnahmen im Jahre 1894 konnten diesem im Folgejahr fertiggestellt und der Bau am 1. März 1895 eingeweiht werden.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 100</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 5</ref>


Im Norder Volksmund wurde die Haltestelle schon früh als ''Lüttje Bahnhof'' (Kleiner Bahnhof) bezeichnet, was auch der Name einer dort befindlichen Gaststätte war.<ref>Zeitzeugenbefragung vom 23. Oktober 2021</ref> Gastwirt J. Fransen pflegte in seinem Garten Hühner und Pfaue zu halten. Seine Gaststätte war Gründungslokal mehrerer Vereine, so etwa des [[Boxclub Norden]].
Im Norder Volksmund wurde die Haltestelle schon früh als ''Lüttje Bahnhof'' (Kleiner Bahnhof) bezeichnet, was auch der Name einer dort befindlichen Gaststätte war. Gastwirt J. Fransen pflegte in seinem Garten Hühner und Pfaue zu halten. Seine Gaststätte war Gründungslokal mehrerer Vereine, so etwa des [[Boxclub Norden]].<ref>Zeitzeugenbefragung vom 23. Oktober 2021</ref>
 
Der Fahrplanwechsel am 28. Mai 1983 besiegelte auch das endgültige Ende des Bahnhofs Norden-Stadt. Formell war die Station bis dahin zwar noch in den Fahrplänen der ''Emslandstrecke'' verzeichnet, jedoch hatte dort bereits seit Anfang der 1970er Jahre kein Zug mehr gehalten.


Durch den [[Modelleisenbahnclub Norden]] wurde der Bahnhof 2006 in ihren Vereinsräumen detailgetreu im Maßstab 1:87 nachgebaut. Die Erbauer stützten sich bei der Gestaltung vor allem auf Aussagen von Zeitzeugen, da nur wenige bekannte Bilder von diesem Bahnhof existieren.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/155472/Ein-Stueck-Norder-Stadtgeschichte-in-H0 Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 2. Dezember 2006], abgerufen am 26. April 2021</ref>
Durch den [[Modelleisenbahnclub Norden]] wurde der Bahnhof 2006 in ihren Vereinsräumen detailgetreu im Maßstab 1:87 nachgebaut. Die Erbauer stützten sich bei der Gestaltung vor allem auf Aussagen von Zeitzeugen, da nur wenige bekannte Bilder von diesem Bahnhof existieren.<ref>[https://www.oz-online.de/-printartikel/155472/Ein-Stueck-Norder-Stadtgeschichte-in-H0 Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 2. Dezember 2006], abgerufen am 26. April 2021</ref>
Der Fahrplanwechsel am 28. Mai 1983 besiegelte auch das endgültige Ende des Bahnhofs Norden-Stadt. Formell war die Station bis dahin zwar noch in den Fahrplänen der ''Emslandstrecke'' verzeichnet, jedoch hatte dort bereits seit Anfang der 1970er Jahre kein Zug mehr gehalten.


==Galerie==
==Galerie==

Version vom 23. April 2022, 09:33 Uhr

Bahnhof Norden-Stadt

{{#multimaps: Title = Bahnhof Norden-Stadt Text = Gebäude in Norden center = 53.5976374871827, 7.212332512672074 circle = 53.5976374871827, 7.212332512672074 :50 zoom = 16 width = 300px height = 300px

}}

Basisdaten
Entstehungszeit 1894-1895
Erbauer Preußische Staatseisenbahnen
Bauweise Bahnhof
Erhaltungszustand um 1983 abgebrochen
Genaue Lage Im Winkel von Im Horst

und der Osterstraße

Der Bahnhof Norden-Stadt (auch: Haltestelle Norden-Stadt; umgangssprachlich: Kleiner Bahnhof bzw. Lüttje Bahnhof) war ein 1895 eröffneter Bahnhof mit einliegender Gastwirtschaft nahe der Eisenhütte in Ekel. Erst seit der Eingemeindung der Gemeinde Sandbauerschaft zum 1. April 1919 lag der Bahnhof innerhalb der Stadtgrenzen, wurde jedoch schon vorher Norden-Stadt bezeichnet.

Geschichte

Der Bau des Bahnhofs ging mit dem gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden Wunsch der Stadt Norden einher, zumindest einen kleinen Bahnhof in Zentrumsnähe zu besitzen.[1] Die seinerzeit nur etwa 0,9 km² kleine Stadt verfügte dafür jedoch über keinerlei Flächen, sodass bereits auch der so genannte Bahnhof Norden nicht innerhalb der Stadtgrenzen, sondern relativ weit außerhalb in der damals noch eigenständigen Gemeinde Süderneuland I lag.

So kam es zu Verhandlungen zwischen der Stadt und der Eisenhütte, an deren Ende letztere der Stadt für 7.500 Mark eine etwa 4.000 m² große Fläche an der Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole überließ, damit diese hier einen Bahnhof bzw. eine Haltestelle errichten konnte. Die Eisenhütte selbst hatte sich bereits 1892 bei der Erweiterung der Bahnstrecke nach Norddeich einen Anschluss an das Bahnnetz gesichert.[2] Nach Beginn der Baumaßnahmen im Jahre 1894 konnten diesem im Folgejahr fertiggestellt und der Bau am 1. März 1895 eingeweiht werden.[3][4]

Im Norder Volksmund wurde die Haltestelle schon früh als Lüttje Bahnhof (Kleiner Bahnhof) bezeichnet, was auch der Name einer dort befindlichen Gaststätte war. Gastwirt J. Fransen pflegte in seinem Garten Hühner und Pfaue zu halten. Seine Gaststätte war Gründungslokal mehrerer Vereine, so etwa des Boxclub Norden.[5]

Der Fahrplanwechsel am 28. Mai 1983 besiegelte auch das endgültige Ende des Bahnhofs Norden-Stadt. Formell war die Station bis dahin zwar noch in den Fahrplänen der Emslandstrecke verzeichnet, jedoch hatte dort bereits seit Anfang der 1970er Jahre kein Zug mehr gehalten.

Durch den Modelleisenbahnclub Norden wurde der Bahnhof 2006 in ihren Vereinsräumen detailgetreu im Maßstab 1:87 nachgebaut. Die Erbauer stützten sich bei der Gestaltung vor allem auf Aussagen von Zeitzeugen, da nur wenige bekannte Bilder von diesem Bahnhof existieren.[6]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Gerdes, Ute (2018): 200 Jahre Orsteil Nadörst (Online-Veröffentlichung)
  2. Ramm, Heinz (1989): Popke Fegter (1874-1946). Sein Leben und sein Wirken im Norderland, Norden, S. 104
  3. Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S 100
  4. Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 5
  5. Zeitzeugenbefragung vom 23. Oktober 2021
  6. Online-Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 2. Dezember 2006, abgerufen am 26. April 2021

Siehe auch