Aldersnaburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Aldersnaburg''' war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[ | Die '''Aldersnaburg''' (auch "Burg Westlintel") war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Norddeicher Straße]] und [[Parkstraße]] befunden hat. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Die Aldersnaburg gehört nach der [[Oldeborg]] zu den ältesten Burgen Nordens. Der Erbauungszeitraum ist im späten 13. bis frühen 14. Jahrhundert zu suchen. Als Erbauer gilt die Häuptlingsfamilie [[Aldersna]]. Sie gehörten im Norderland zu den ersten Familien, die eine Burg besaßen. Dabei darf man allerdings nicht an ein Gebäudeensemble denken, wie man es aus der allgemeinen Populärkultur kennt, sondern eher an ein größeres Steinhaus, möglicherweise mit einem Turm. Richtige Burgen, wie man sie sich vorstellt, waren in Ostfriesland die absolute Ausnahme und wurden nur von den besonders mächtigen Geschlechtern wie den [[Cirksena]] erbaut. Aufgrund des Steinmangels und der fehlenden Kenntnis im Burgenbau hatten die ostfriesischen Häuptlinge nie solche großen Burgen bauen können. Mit ihren Steinhäusern hoben sie sich dennoch deutlich vom Rest der Bevölkerung ab, die sich lediglich erbärmliche Hütten aus Lehm oder vergleichbaren Materialien leisten konnten. | |||
Die Burg hatte keinen langen Bestand. Kaum erbaut, wurde sie bereits 1353 während Kämpfen der Aldersna mit anderen Häuptlingen erobert und anschließend geschliffen. Die Burg wurde nie wieder aufgebaut. Heute befindet sich auf der Warft bzw. Anhöhe der Burg ein Wohnhaus. Bis mindestens in 16. Jahrhundert soll die Ruine der Burg erhalten geblieben sein. | |||
==Nebengebäude und Ländereien== | ==Nebengebäude und Ländereien== | ||
Zu ihr gehörten umfangreiche Äcker und Weiden und zahlreiche Nebengebäude, in denen wohl auch das Gesinde wohnte. | |||
==Quellenverzeichnis== | ==Quellenverzeichnis== | ||
* Emmius, Ubbo (1598): Friesische Geschichte (Rerum Frisicarum historiae libri LX) [Groningen 1598]. Band II (Aus dem Lateinischen übersetzt von Erich von Reeken, 1981), Frankfurt am Main, Abschnitt 203f. | |||
* Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme) | * Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme) | ||
* Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff. | * Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff. | ||
* Schreiber, Gretje ( | * Schreiber, Gretje (1992): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland / Ostfriesland. Heft 9 der Ostfriesischen Familienkunde. Beiträge zur Genealogie und Heraldik, Aurich | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
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Version vom 18. Januar 2021, 10:12 Uhr
Aldersnaburg | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | um 1300 | |||||||
| Erbauer | Häuptlingsgeschlecht Aldersna | |||||||
| Burgentyp | Steinhaus | |||||||
| Erhaltungszustand | 1353 geschliffen | |||||||
| Genaue Lage | Parkstraße 30 A
26506 Norden | |||||||
| {{#multimaps: | Title = Aldersnaburg | Text = Ehemaliger Standort | center = 53.601794393227394, 7.190134625909038 | circle = 53.601794393227394, 7.190134625909038 : 25 | zoom = 17 | width = 300px | height = 300px
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Die Aldersnaburg (auch "Burg Westlintel") war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Norddeicher Straße und Parkstraße befunden hat.
Geschichte
Die Aldersnaburg gehört nach der Oldeborg zu den ältesten Burgen Nordens. Der Erbauungszeitraum ist im späten 13. bis frühen 14. Jahrhundert zu suchen. Als Erbauer gilt die Häuptlingsfamilie Aldersna. Sie gehörten im Norderland zu den ersten Familien, die eine Burg besaßen. Dabei darf man allerdings nicht an ein Gebäudeensemble denken, wie man es aus der allgemeinen Populärkultur kennt, sondern eher an ein größeres Steinhaus, möglicherweise mit einem Turm. Richtige Burgen, wie man sie sich vorstellt, waren in Ostfriesland die absolute Ausnahme und wurden nur von den besonders mächtigen Geschlechtern wie den Cirksena erbaut. Aufgrund des Steinmangels und der fehlenden Kenntnis im Burgenbau hatten die ostfriesischen Häuptlinge nie solche großen Burgen bauen können. Mit ihren Steinhäusern hoben sie sich dennoch deutlich vom Rest der Bevölkerung ab, die sich lediglich erbärmliche Hütten aus Lehm oder vergleichbaren Materialien leisten konnten.
Die Burg hatte keinen langen Bestand. Kaum erbaut, wurde sie bereits 1353 während Kämpfen der Aldersna mit anderen Häuptlingen erobert und anschließend geschliffen. Die Burg wurde nie wieder aufgebaut. Heute befindet sich auf der Warft bzw. Anhöhe der Burg ein Wohnhaus. Bis mindestens in 16. Jahrhundert soll die Ruine der Burg erhalten geblieben sein.
Nebengebäude und Ländereien
Zu ihr gehörten umfangreiche Äcker und Weiden und zahlreiche Nebengebäude, in denen wohl auch das Gesinde wohnte.
Quellenverzeichnis
- Emmius, Ubbo (1598): Friesische Geschichte (Rerum Frisicarum historiae libri LX) [Groningen 1598]. Band II (Aus dem Lateinischen übersetzt von Erich von Reeken, 1981), Frankfurt am Main, Abschnitt 203f.
- Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
- Schreiber, Gretje (1992): Der roßdienstpflichtige bäuerlich-bürgerliche Stand und seine Vertreter im Norderland / Ostfriesland. Heft 9 der Ostfriesischen Familienkunde. Beiträge zur Genealogie und Heraldik, Aurich