Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;"
{| class="wikitable" style="float:right; margin-left: 10px;"
! colspan="2" |
! colspan="2" |
== Ekel ==
== Ekel==
|-
|-
|Stadtteil
| colspan="2" |{{#multimaps:
|[[Norden (Stadtteil) | Norden]]
| Title = Uldingaburg
| Text = Ehemaliger Standort
| center = 53.60325455983173, 7.20922907185099
| circle = 53.60325455983173, 7.20922907185099 : 50
| zoom = 16
| width = 300px
| height = 300px
|-
! colspan="2" |Basisdaten
|-
|Höhe
|1,8 m ü. NN
|-
|Fläche
|0,648 km²
|-
| Einwohner
| 446 <small>(30.06.2020)</small>
|-
|Eingemeindung
|1. Juli 1972
|-
| Bevölkerungsdichte
|688 Einwohner/km²
|-
| colspan="2" |[[Datei:Karte Bargebur.png|zentriert|358x358px|alternativtext=]]
|}
|}


Zeile 12: Zeile 37:


Bis zur Eingemeindung im Jahr 1919 war Ekel Teil der Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]].
Bis zur Eingemeindung im Jahr 1919 war Ekel Teil der Norder Umlandgemeinde [[Sandbauerschaft]].
__TOC__
__TOC__


== Geografie ==
== Geografie==
Ekel liegt im Osten von Norden und gilt im Allgemeinen als gutbürgerliches Viertel. Die Immobilienpreise sind im Allgemeinen nach Norddeich die höchsten der Stadt und die Lage sehr begehrt.
Ekel liegt im Osten von Norden und gilt im Allgemeinen als gutbürgerliches Viertel. Die Immobilienpreise sind im Allgemeinen nach Norddeich die höchsten der Stadt und die Lage sehr begehrt.


Geografisch lässt sich Ekel grob in etwa wie folgt umgrenzen: Im Osten durch die [[Bundesstraße]], im Süden durch das [[Norder Tief]] und im Westen durch die [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]]. Nördlich ist die Grenzziehung am schwierigsten, im Allgemeinen wird hier jedoch die [[Ekeler Gaste]] herangezogen, da noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine deutliche bauliche Trennung (durch fehlende Bebauung) zwischen Ekel und [[Ostlintel]] erkennen.
Geografisch lässt sich Ekel grob in etwa wie folgt umgrenzen: Im Osten durch die [[Bundesstraße]], im Süden durch das [[Norder Tief]] und im Westen durch die [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole]]. Nördlich ist die Grenzziehung am schwierigsten, im Allgemeinen wird hier jedoch die [[Ekeler Gaste]] herangezogen, da noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine deutliche bauliche Trennung (durch fehlende Bebauung) zwischen Ekel und [[Ostlintel]] erkennen.


== Gebäude ==
==Gebäude==
Das Steinhaus mit mehrgeschossigem Turm verlor im Laufe des 17. Jahrhunderts seine strategische Bedeutung und wechselte häufig den Besitzer, von den Uldingas zur adligen Familie von Jemgum (1566) und der Familie zu Rautenstein (1626). Um das 17. und 18. Jahrhundert herum muss das Gut seine Blütezeit erlebt haben und wurde zeitweise als ''Fürstliches Jagdschloss'' bezeichnet. Im Laufe der Zeit übernahmen nacheinander verschiedene Norder Ratsleute den Besitz, der in späterer Zeit zunehmend dem Verfall ausgesetzt war, bis er 1805 abgebrochen wurde. Die Anlagen sind aber anhand der über die Jahrhunderte unverändert gebliebenen Straßenverläufe von ''Looger Weg'', ''Heitsweg'', ''Ekeler Weg'', ''Baumstraße'' und ''Ekeler Gaste'' noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörige, von großen Wassergräben eingeschlossene Große Garten liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen Gartenallee und dem Wohnheim der Behindertenhilfe. Das abgebrochene Turmhaus lag mittig zwischen Großem Garten und der heutigen Schulstraße, heute stehen am Standort mehrere Einfamilienhäuser.
Das Steinhaus mit mehrgeschossigem Turm verlor im Laufe des 17. Jahrhunderts seine strategische Bedeutung und wechselte häufig den Besitzer, von den Uldingas zur adligen Familie von Jemgum (1566) und der Familie zu Rautenstein (1626). Um das 17. und 18. Jahrhundert herum muss das Gut seine Blütezeit erlebt haben und wurde zeitweise als ''Fürstliches Jagdschloss'' bezeichnet. Im Laufe der Zeit übernahmen nacheinander verschiedene Norder Ratsleute den Besitz, der in späterer Zeit zunehmend dem Verfall ausgesetzt war, bis er 1805 abgebrochen wurde. Die Anlagen sind aber anhand der über die Jahrhunderte unverändert gebliebenen Straßenverläufe von ''Looger Weg'', ''Heitsweg'', ''Ekeler Weg'', ''Baumstraße'' und ''Ekeler Gaste'' noch eindeutig auszumachen. Der zum Häuptlingssitz gehörige, von großen Wassergräben eingeschlossene Große Garten liegt noch heute weitgehend unbebaut zwischen Gartenallee und dem Wohnheim der Behindertenhilfe. Das abgebrochene Turmhaus lag mittig zwischen Großem Garten und der heutigen Schulstraße, heute stehen am Standort mehrere Einfamilienhäuser.


Zeile 32: Zeile 58:
Die bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die Norder Wirtschaft sehr bedeutsame Eisenhütte befand sich bis zu ihrem Abbruch auf dem Grund der ehemaligen Gemeinde Sandbauerschaft in Richtung Ekel an der ''Kleinen Osterstraße''. Auch das Steinhaus Osterhus und den Bahnhof ''Norden-Stadt'' gibt es heute nicht mehr. Erst die angrenzenden Straßen ''Bleicherslohne'' und ''Kleine Hinterlohne'' markierten bis 1919 die Grenzen der Norder Stadtgemeinde.
Die bis Mitte des 20. Jahrhunderts für die Norder Wirtschaft sehr bedeutsame Eisenhütte befand sich bis zu ihrem Abbruch auf dem Grund der ehemaligen Gemeinde Sandbauerschaft in Richtung Ekel an der ''Kleinen Osterstraße''. Auch das Steinhaus Osterhus und den Bahnhof ''Norden-Stadt'' gibt es heute nicht mehr. Erst die angrenzenden Straßen ''Bleicherslohne'' und ''Kleine Hinterlohne'' markierten bis 1919 die Grenzen der Norder Stadtgemeinde.


== Heutige Bedeutung ==
==Heutige Bedeutung==
In Ekel befindet sich einer von zwei Standorten der Ubbo-Emmius-Klinik, deren Träger der Landkreis Aurich ist (vor der Klinikfusion der Neubau des Kreiskrankenhauses Norden), außerdem das Schulzentrum Ekel, Oberschule für das Norder Stadtgebiet mit Sportplatz, Sporthalle und großer Aula, die neben städtischen Sporthallen und Marktplatz seit langem der zentrale Veranstaltungsort Nordens ist und 2012 aufwendig renoviert wurde.
In Ekel befindet sich einer von zwei Standorten der Ubbo-Emmius-Klinik, deren Träger der Landkreis Aurich ist (vor der Klinikfusion der Neubau des Kreiskrankenhauses Norden), außerdem das Schulzentrum Ekel, Oberschule für das Norder Stadtgebiet mit Sportplatz, Sporthalle und großer Aula, die neben städtischen Sporthallen und Marktplatz seit langem der zentrale Veranstaltungsort Nordens ist und 2012 aufwendig renoviert wurde.


Zeile 39: Zeile 65:
Ein großer Teil der neuen östlichen Norder Ortsumgehung B72 verläuft über die Felder der früheren Ekeler Sandbauerschaft, wo nun drei Ausfahrten in den Stadtteil führen ('Osterstraße', 'Ekeler Weg Ost/West', 'Looger Weg Nord/Süd').
Ein großer Teil der neuen östlichen Norder Ortsumgehung B72 verläuft über die Felder der früheren Ekeler Sandbauerschaft, wo nun drei Ausfahrten in den Stadtteil führen ('Osterstraße', 'Ekeler Weg Ost/West', 'Looger Weg Nord/Süd').


== Einzelnachweise ==
==Einzelnachweise==
* Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten. Im Auftrage der Stadt Norden zur 700-Jahr-Feier.
*Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten. Im Auftrage der Stadt Norden zur 700-Jahr-Feier.
* Aeils, Johann; Smidt, Jan; Stromann, Martin (2001): Steinerne Zeugen erzählen Geschichte. Auf Spurensuche nach architektonischen Schätzen der Norder Bauhistorie.
*Aeils, Johann; Smidt, Jan; Stromann, Martin (2001): Steinerne Zeugen erzählen Geschichte. Auf Spurensuche nach architektonischen Schätzen der Norder Bauhistorie.
* Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel.
*Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel.
* Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011
*Schreiber, Gretje (2011): Heim und Herd – Beilage Ostfriesischer Kurier. Norden, 8. Januar 2011


== Einzelnachweise ==
==Einzelnachweise==


[[Kategorie:Stadtviertel von Norden]]
[[Kategorie:Stadtviertel von Norden]]