Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 148: Zeile 148:
Der Bau der Mole war insbesondere für die Reederei Frisia ein Glücksfall, da sich die Fährschlengen schnell als ungeeignet zum Anlegen größerer Schiffe erwiesen. Auch die Fischer, die den Ausbau des Hafens lange Zeit forderten, profitierten von der verbesserten Infrastruktur. Den in Norden verweilenden Touristen wurde bereits dabei die ein oder andere Attraktion geboten, so waren etwa Pferderennen über mit Hindernissen bestickte Bahnen ein beliebter Anlaufpunkt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 50</ref>  Ab 1905 wurde die Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]], die sich eigentlich zu keinem Zeitpunkt innerhalb der Grenzen Norddeichs befand, errichtet. Im April 1907 wurde die Station feierlich eingeweiht und in den 1930er Jahren schließlich nach [[Utlandshörn]] verlegt wurde, nachdem sich der Standort an der [[Deichstraße]] als ungeeignet erwies. Gut 90 Jahre lang wurden von dort Funktelegramme verschickt und Kommunikation zu Schiffen auf allen Weltmeeren aufgebaut. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hatte die Station große Bedeutung für das Militär, besonders für die Kaiserliche Kriegsmarine und wurde entsprechend geschützt.
Der Bau der Mole war insbesondere für die Reederei Frisia ein Glücksfall, da sich die Fährschlengen schnell als ungeeignet zum Anlegen größerer Schiffe erwiesen. Auch die Fischer, die den Ausbau des Hafens lange Zeit forderten, profitierten von der verbesserten Infrastruktur. Den in Norden verweilenden Touristen wurde bereits dabei die ein oder andere Attraktion geboten, so waren etwa Pferderennen über mit Hindernissen bestickte Bahnen ein beliebter Anlaufpunkt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 50</ref>  Ab 1905 wurde die Küstenfunkstelle [[Norddeich Radio]], die sich eigentlich zu keinem Zeitpunkt innerhalb der Grenzen Norddeichs befand, errichtet. Im April 1907 wurde die Station feierlich eingeweiht und in den 1930er Jahren schließlich nach [[Utlandshörn]] verlegt wurde, nachdem sich der Standort an der [[Deichstraße]] als ungeeignet erwies. Gut 90 Jahre lang wurden von dort Funktelegramme verschickt und Kommunikation zu Schiffen auf allen Weltmeeren aufgebaut. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten]] und [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hatte die Station große Bedeutung für das Militär, besonders für die Kaiserliche Kriegsmarine und wurde entsprechend geschützt.


1905 oder 1906 gründeten Bürger aus Norden einen [[Kurverein Norden-Norddeich|Kurverein]], der die touristische Zusammenarbeit zwischen den beiden Orten fördern sollte, was jedoch zunächst scheiterte. Die [[Badeverwaltung Norddeich]] und der Norder Kurverein gaben getrennt voneinander umfangreiche Werbebroschüren heraus und hielten nebeneinander, statt miteinander den Badebetrieb mitsamt der dazugehörigen Aufgaben (Aufstellen von Umkleidewagen, Einsatz von Bademeistern, ...) aufrecht.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 11</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 164</ref> Das Baden erfolgte seinerzeit noch streng nach Geschlechtern getrennt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 163</ref> Nach 1918, vor allem in den einsetzenden ''Goldenen Zwanzigern'', erlebte der Tourismus einen bedeutenden Aufschwung. Norddeich entwickelte sich nun sichtbar von einem Fischerdorf zum Touristen- und Badeort. Im Jahr 1925 gründete sich erneut ein [[Kurverein Nordseebad Norddeich|Kurverein]]. Im Sommer 1926 waren alle Betten belegt, im Jahr 1927 wurden 25.000 Gäste gezählt. Auch in überregionalen Zeitungen wurde für die Vorzüge eines Urlaubs in Norddeich geworben, das insbesondere durch seine Ruhe bei zeitgleich verkehrsgünstiger Anbindung bestach.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 163f.</ref>
1905 oder 1906 gründeten Bürger aus Norden einen [[Kurverein Norden-Norddeich|Kurverein]], der die touristische Zusammenarbeit zwischen den beiden Orten fördern sollte, was jedoch zunächst scheiterte. Die [[Badeverwaltung Norddeich]] und der Norder Kurverein gaben getrennt voneinander umfangreiche Werbebroschüren heraus und hielten nebeneinander, statt miteinander den Badebetrieb mitsamt der dazugehörigen Aufgaben (Aufstellen von Umkleidewagen, Einsatz von Bademeistern, ...) aufrecht.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 11</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 164</ref> Das Baden erfolgte seinerzeit noch streng nach Geschlechtern getrennt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 163</ref> Nach 1918, vor allem in den einsetzenden ''Goldenen Zwanzigern'', erlebte der Tourismus einen bedeutenden Aufschwung. Norddeich entwickelte sich nun sichtbar von einem Fischerdorf zum Touristen- und Badeort. Im Jahr 1925 gründete sich erneut ein [[Kurverein Nordseebad Norddeich|Kurverein]]. Im Sommer 1926 waren alle Betten belegt, im Jahr 1927 wurden 25.000 Gäste gezählt. Auch in überregionalen Zeitungen wurde für die Vorzüge eines Urlaubs in Norddeich geworben, das insbesondere durch seine Ruhe bei zeitgleich verkehrsgünstiger Anbindung bestach.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 163f.</ref>[[Datei:Norddeich Wasserkante Sturmflut unbekanntes Datum 01.jpg|mini|Sturmflut in Norddeich (um 1950).]]Der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] bremste die Entwicklung, weil die gesamte Küste fortan als militärisches Operationsfeld eingestuft war. Nach dem Krieg werden Bahnhof und die Gebäude der [[Reederei Frisia]] bedeutend erweitert. Im Sommer 1951 wurde die Seebadeanstalt wieder eröffnet. Initiator war der zuvor gegründete [[Bade- und Verkehrsverein Norden-Norddeich]]. 1958 wurde das [[Meerwasserbadebecken]] fertiggestellt und eröffnet.
 
Für 1960 wurden bereits 50.000 Übernachtungen verzeichnet. Im Jahr 1962 übernahm ein [[Zweckverband zur Förderung des Bade- und Fremdenverkehrs in Norden-Norddeich|kommunaler Zweckverband]] die Aufgaben des Bade- und Verkehrsverein für Norden und Norddeich. Durch die [[Sturmflut 1962|Sturmflut vom 16. auf den 17. Februar 1962]] wurde auch Norddeich stark betroffen. Die 1965 aus fünf kleineren Verbänden gegründete [[Deichacht Norden]] ließ die gesamte Deichlinie zur Nordsee wesentlich erhöhen und verstärken. Diese Maßnahmen dauerten bis 1988 an. Parallel dazu wurde im Jahre 1969 ein 80.000 Quadratmeter großer [[Norddeicher Strand|Sandstrand]] aufgespült. Im gleichen Jahr nahm die [[Jugendherberge]] ihren Betrieb auf. 1975 wurde das [[Freibad Norddeich|Freibad]] errichtet.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 83</ref> Die Übernachtungszahlen stiegen unaufhörlich weiter. Bis 1970 stiegen sie um gut 500 % auf 251.200, weitere zehn Jahre später waren es gar 675.132 Übernachtungen.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 56</ref>
 


Der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] bremste die Entwicklung, weil die gesamte Küste fortan als militärisches Operationsfeld eingestuft war. Nach dem Krieg werden Bahnhof und die Gebäude der [[Reederei Frisia]] bedeutend erweitert. Im Sommer 1951 wurde die Seebadeanstalt wieder eröffnet. Initiator war der zuvor gegründete [[Bade- und Verkehrsverein Norden-Norddeich]]. 1958 wurde das [[Meerwasserbadebecken]] fertiggestellt und eröffnet.


Für 1960 wurden bereits 50.000 Übernachtungen verzeichnet. Im Jahr 1962 übernahm ein [[Zweckverband zur Förderung des Bade- und Fremdenverkehrs in Norden-Norddeich|kommunaler Zweckverband]] die Aufgaben des Bade- und Verkehrsverein für Norden und Norddeich. Durch die [[Sturmflut 1962|Sturmflut vom 16. auf den 17. Februar 1962]] wurde auch Norddeich stark betroffen. Die 1965 aus fünf kleineren Verbänden gegründete [[Deichacht Norden]] ließ die gesamte Deichlinie zur Nordsee wesentlich erhöhen und verstärken. Diese Maßnahmen dauerten bis 1988 an. Parallel dazu wurde im Jahre 1969 ein 80.000 Quadratmeter großer [[Norddeicher Strand|Sandstrand]] aufgespült. Im gleichen Jahr nahm die [[Jugendherberge]] ihren Betrieb auf. 1975 wurde das [[Freibad Norddeich|Freibad]] errichtet.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 83</ref> Die Übernachtungszahlen stiegen unaufhörlich weiter. Bis 1970 stiegen sie um gut 500 % auf 251.200, weitere zehn Jahre später waren es gar 675.132 Übernachtungen.<ref>Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 56</ref>
Im Rahmen der niedersächsischen Kommunalreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Lintelermarsch aufgelöst und unter dem Namen ''Norddeich'' zum 1. Juli 1972 ein Stadtteil von Norden. Der Name wurde gewählt, da dieser sich besser touristisch vermarkten ließ und sich im Laufe der Zeit ohnehin als Bezeichnung für die Lintelermarsch durchsetzte. Die Eingemeindung förderte nicht zuletzt die Gründung der [[Kurbetriebs GmbH]]. Vor einem inzwischen neugebauten Hauptdeich in Norddeich entstanden in den siebziger Jahren Freizeitanlagen, unter anderem ein [[Meerwasserbadebecken]] (1973) und das [[Haus des Gastes]] (1975 bis 1976). Hinter dem Deich folgten landeinwärts ein [[Ocean Wave|Hallenbad]], der [[Wellenpark]] sowie die [[Seehundstation Norddeich|Seehundstation]]. 1979 erhielt Norddeich das Prädikat ''Staatlich anerkanntes Nordseebad''. 1980 wurde das [[Kinderspielhaus]] errichtet.


Im Rahmen der niedersächsischen Kommunalreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Lintelermarsch aufgelöst und unter dem Namen ''Norddeich'' zum 1. Juli 1972 ein Stadtteil von Norden. Der Name wurde gewählt, da dieser sich besser touristisch vermarkten ließ und sich im Laufe der Zeit ohnehin als Bezeichnung für die Lintelermarsch durchsetzte. Die Eingemeindung förderte nicht zuletzt die Gründung der [[Kurbetriebs GmbH]]. Vor einem inzwischen neugebauten Hauptdeich in Norddeich entstanden in den siebziger Jahren Freizeitanlagen, unter anderem ein [[Meerwasserbadebecken]] (1973) und das [[Haus des Gastes]] (1975 bis 1976). Hinter dem Deich folgten landeinwärts ein [[Ocean Wave|Hallenbad]], der [[Wellenpark]] sowie die [[Seehundstation Norddeich|Seehundstation]]. 1979 erhielt Norddeich das Prädikat ''Staatlich anerkanntes Nordseebad''. 1980 wurde das [[Kinderspielhaus]] errichtet.[[Datei:Norddeich Wasserkante Sturmflut unbekanntes Datum 01.jpg|links|mini|Sturmflut in Norddeich (um 1950).]]Im Jahre 1992 erfolgte die Einweihung des [[Nationalparkzentrum|Nationalparkzentrums]], da das Wattenmeer zum Nationalpark erklärt wurde. In diesem Jahr begann auch der Bau der [[Dr. Becker Klinik]] sowie der Umbau und Erweiterung des [[Haus des Gastes]]. Die Vollendung erfolgte vier Jahre später. Von 2002 bis 2003 wurde das alte Wellenbad in das Meerwassererlebnisbad [[Ocean Wave|''Ocean Wave'']] umgebaut. Neben dem Tourismus ist die Fischerei weiterhin eine wichtige Erwerbsquelle, zahlreiche Kutter legen auch heute noch [[Am Fischereihafen]] an. Am 24. Juni 2010 verlieh der damalige niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode dem Stadtteil den Titel ''Nordseeheilbad'', die höchste touristische Anerkennungsstufe unseres Bundeslandes.
Im Jahre 1992 erfolgte die Einweihung des [[Nationalparkzentrum|Nationalparkzentrums]], da das Wattenmeer zum Nationalpark erklärt wurde. In diesem Jahr begann auch der Bau der [[Dr. Becker Klinik]] sowie der Umbau und Erweiterung des [[Haus des Gastes]]. Die Vollendung erfolgte vier Jahre später. Von 2002 bis 2003 wurde das alte Wellenbad in das Meerwassererlebnisbad [[Ocean Wave|''Ocean Wave'']] umgebaut. Neben dem Tourismus ist die Fischerei weiterhin eine wichtige Erwerbsquelle, zahlreiche Kutter legen auch heute noch [[Am Fischereihafen]] an. Am 24. Juni 2010 verlieh der damalige niedersächsische Wirtschaftsminister Jörg Bode dem Stadtteil den Titel ''Nordseeheilbad'', die höchste touristische Anerkennungsstufe unseres Bundeslandes.


Viele Personen, Betriebe und Verbände haben Norddeich im Laufe der Zeit zu dem gemacht, was es heute ist. Auf der einen Seite profitiert die Stadt von dem ungebrochen prosperierenden Tourismus wie von keinem anderen Wirtschaftszweig, auf der anderen Seite bringt dieser enorme Anstrengungen für die Infrastruktur mit sich. Nicht zuletzt hat eine rege Bautätigkeit dazu geführt, dass Norddeich besonders im Winter einer Geisterstadt gleicht, deren Häuser sich durch geschlossene Rollos aufweist. Man spricht hier im Volksmund auch spöttisch von Rollladensiedlungen. Die enorme Preissteigerung für Häuser und Gründstücke, die in der Amtszeit von [[Heiko Schmelzle|Bürgermeister Schmelzle]] nie da gewesene und mit Ballungsräumen vergleichbare Ausmaße erreicht hat, führte zudem dazu, dass heute kaum noch Einheimische in Norddeich wohnen. Die wenigen Neubauten, für die oftmals ortsbildprägende Einfamilienhäuser ohne Not abgebrochen werden, werden in der Regel für touristische Zwecke genutzt oder zu utopischen Preisen an auswärtige Senioren der Ballungsgebiete des Ruhrgebiets verkauft. Dieser Trend spiegelt sich insbesondere in der Bevölkerungsentwicklung wieder: Innerhalb von gut zehn Jahren verlor der Ort annähernd 500 Einwohner.
Viele Personen, Betriebe und Verbände haben Norddeich im Laufe der Zeit zu dem gemacht, was es heute ist. Auf der einen Seite profitiert die Stadt von dem ungebrochen prosperierenden Tourismus wie von keinem anderen Wirtschaftszweig, auf der anderen Seite bringt dieser enorme Anstrengungen für die Infrastruktur mit sich. Nicht zuletzt hat eine rege Bautätigkeit dazu geführt, dass Norddeich besonders im Winter einer Geisterstadt gleicht, deren Häuser sich durch geschlossene Rollos aufweist. Man spricht hier im Volksmund auch spöttisch von Rollladensiedlungen. Die enorme Preissteigerung für Häuser und Gründstücke, die in der Amtszeit von [[Heiko Schmelzle|Bürgermeister Schmelzle]] nie da gewesene und mit Ballungsräumen vergleichbare Ausmaße erreicht hat, führte zudem dazu, dass heute kaum noch Einheimische in Norddeich wohnen. Die wenigen Neubauten, für die oftmals ortsbildprägende Einfamilienhäuser ohne Not abgebrochen werden, werden in der Regel für touristische Zwecke genutzt oder zu utopischen Preisen an auswärtige Senioren der Ballungsgebiete des Ruhrgebiets verkauft. Dieser Trend spiegelt sich insbesondere in der Bevölkerungsentwicklung wieder: Innerhalb von gut zehn Jahren verlor der Ort annähernd 500 Einwohner.
Zeile 180: Zeile 182:
==Wirtschaft und Infrastruktur==
==Wirtschaft und Infrastruktur==
===Fischerei und Landwirtschaft===
===Fischerei und Landwirtschaft===
[[Datei:Westermarsch Wattfischer mit Kreier 1955 01.jpg|mini|314x314px|Ein Wattfischer mit einem sogenannten ''Kreier'' (1955).]]
Lange Zeit spielten vor allem die Fischerei und die Landwirtschaft eine Rolle und tun dies zum Teil bis heute. Bekannt ist, dass von Norddeich aus um 1888 sieben Schaluppen auf Schellfischfang gingen und auch ''Argenfischerei'' betrieben wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 167</ref> Hierzu wurden auf einer Sandbank bis zu 800 Meter lange Buschzäune errichtet, die zu einem spitzen Winkel zusammenliefen und an dessen Ende Fangnetze (sogenannte ''Argen'') aufgestellt waren. Bei Ebbstrom verfingen sich dadurch Schollen, Butte und andere Fische in den Netzen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 302</ref> 1920 wurde Norddeich bereits mit 14 Schiffen befischt. Darunter befanden sich zwei 160 PS starke Dampfer, drei Kutter und vier hölzerne Schaluppen mit einem nur 12 bis 20 starken Hilfsmotor.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 169</ref>
Lange Zeit spielten vor allem die Fischerei und die Landwirtschaft eine Rolle und tun dies zum Teil bis heute. Bekannt ist, dass von Norddeich aus um 1888 sieben Schaluppen auf Schellfischfang gingen und auch ''Argenfischerei'' betrieben wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 167</ref> Hierzu wurden auf einer Sandbank bis zu 800 Meter lange Buschzäune errichtet, die zu einem spitzen Winkel zusammenliefen und an dessen Ende Fangnetze (sogenannte ''Argen'') aufgestellt waren. Bei Ebbstrom verfingen sich dadurch Schollen, Butte und andere Fische in den Netzen.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 302</ref> 1920 wurde Norddeich bereits mit 14 Schiffen befischt. Darunter befanden sich zwei 160 PS starke Dampfer, drei Kutter und vier hölzerne Schaluppen mit einem nur 12 bis 20 starken Hilfsmotor.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 169</ref>