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Dank der Währungsreform im Jahre 1948 linderte sich die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung zunehmend, sodass die Lebensmittelrationierung im März 1950 beendet werden konnte.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 246</ref> Das aufkommende Wirtschaftswunder führte einerseits zu einer deutlichen Steigerung des Wohlstands, andererseits drängten viele geburtenstarke Jahrgänge auf den Markt und nicht alle, die wollten, fanden sofort eine Arbeit. Auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft, in der mit modernen Maschinen bessere Erträge verzeichnet wurden, durch die Zuwanderung von Vertriebenen und wegen des Mangels an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten jenseits der Landwirtschaft waren die 1950er Jahre ein Jahrzehnt, das von hoher Arbeitslosigkeit geprägt war. So wanderten viele junge Norder ab, vor allem in das prosperierende Ruhrgebiet, wo nicht wenige im Bergbau eine Beschäftigung fanden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 60</ref> Mit dem Wirtschaftswunder verließen auch viele ehemals Geflüchtete und Vertriebene die Stadt wieder auf der Suche nach (besseren) Arbeitsplätzen.
Dank der Währungsreform im Jahre 1948 linderte sich die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung zunehmend, sodass die Lebensmittelrationierung im März 1950 beendet werden konnte.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 246</ref> Das aufkommende Wirtschaftswunder führte einerseits zu einer deutlichen Steigerung des Wohlstands, andererseits drängten viele geburtenstarke Jahrgänge auf den Markt und nicht alle, die wollten, fanden sofort eine Arbeit. Auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft, in der mit modernen Maschinen bessere Erträge verzeichnet wurden, durch die Zuwanderung von Vertriebenen und wegen des Mangels an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten jenseits der Landwirtschaft waren die 1950er Jahre ein Jahrzehnt, das von hoher Arbeitslosigkeit geprägt war. So wanderten viele junge Norder ab, vor allem in das prosperierende Ruhrgebiet, wo nicht wenige im Bergbau eine Beschäftigung fanden.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 60</ref> Mit dem Wirtschaftswunder verließen auch viele ehemals Geflüchtete und Vertriebene die Stadt wieder auf der Suche nach (besseren) Arbeitsplätzen.
[[Datei:Stadtjugendtag 1952 01.jpg|links|mini|Stadtjugendtag 1952.]]
Am 1. Januar 1951 traf der schwedische Fußballverein ''Nybro Idrottsförening'' in Norden ein und spielte gegen den [[FC Norden]]. Es war das erste internationale Fußballturnier der Nachkriegszeit. Das schwedische Volk erwies sich bereits im Vorfeld als Freund Nordens; es kam zu zahlreichen Spenden für die notleidende Stadt und ihre Bewohner. Ein weiteres großes Sportereignis folgte 1952 mit dem ''Stadtjugendtag''.


Am 1. Januar 1951 traf der schwedische Fußballverein ''Nybro Idrottsförening'' in Norden ein und spielte gegen den [[FC Norden]]. Es war das erste internationale Fußballturnier der Nachkriegszeit. Das schwedische Volk erwies sich bereits im Vorfeld als Freund Nordens; es kam zu zahlreichen Spenden für die notleidende Stadt und ihre Bewohner.
Zum 5. Oktober 1951 erhielt die Stadt eine neue Verfassung, die die Vorgaben der neuen deutschen Gemeindeordnung nun auch formal durchsetzte.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 84</ref> In der neuen Verfassung wurde somit festgehalten, dass der Stadt ein [[Bürgermeister]] mit eher repräsentativen und ein [[Stadtdirektor]] für die eigentliche Verwaltungsleitung vorsteht. 1952 wurde [[Tidofeld]], damals noch Teil der Gemeinde Lütetsburg, nach Norden eingemeindet und unmittelbarer Bestandteil der [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]]. Im gleichen Jahr kaufte die Stadt [[Vierzig Diemat]] der seinerzeit noch eigenständigen [[Westermarsch I|Gemeinde Westermarsch I]] ab, um hier weiteres Bauland erschließen zu können. Anders als Vierzig Diemat wurde Tidofeld im Jahre 1996 ein eigenständiger Stadtteil.
 
Zum 5. Oktober 1951 erhielt die Stadt eine neue Verfassung.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 84</ref> Ihr stand nun ein [[Bürgermeister]] mit eher repräsentativen und ein [[Stadtdirektor]] für die eigentliche Verwaltungsleitung vor. 1952 wurde [[Tidofeld]], damals noch Teil der Gemeinde Lütetsburg, nach Norden eingemeindet und unmittelbarer Bestandteil der [[Norden (Stadtteil)|Kernstadt]]. Im gleichen Jahr kaufte die Stadt [[Vierzig Diemat]] der seinerzeit noch eigenständigen [[Westermarsch I|Gemeinde Westermarsch I]] ab, um hier weiteres Bauland erschließen zu können. Anders als Vierzig Diemat wurde Tidofeld im Jahre 1996 ein eigenständiger Stadtteil.


Mitte der 1950er Jahre erfolgte ein großzügiger Ausbau der Infrastruktur in der Stadt, so etwa 1958 der Bau der [[Kanalisation]], begonnen im historischen Stadtkern. Zudem wurden neue Schulen gebaut, so beispielsweise die [[Nadörster Schule]]. Schon jetzt wurden Rufe nach einer [[Umgehungsstraße]] für die Innenstadt laut, die immer stärker durch den immer dichteren Straßenverkehr belastet wurde. Möglich wurden zahlreiche Investitionen, die bis in die 1960er Jahre getätigt werden, jedoch nur dank erheblicher Zuschüsse von Bund, Land und [[Landkreis Norden|Landkreis]].<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 66</ref> Mit dem Slogan ''Das Grüne Tor zum Meer'' wurde seinerzeit schon früh für Norden als Urlaubsort geworben.
Mitte der 1950er Jahre erfolgte ein großzügiger Ausbau der Infrastruktur in der Stadt, so etwa 1958 der Bau der [[Kanalisation]], begonnen im historischen Stadtkern. Zudem wurden neue Schulen gebaut, so beispielsweise die [[Nadörster Schule]]. Schon jetzt wurden Rufe nach einer [[Umgehungsstraße]] für die Innenstadt laut, die immer stärker durch den immer dichteren Straßenverkehr belastet wurde. Möglich wurden zahlreiche Investitionen, die bis in die 1960er Jahre getätigt werden, jedoch nur dank erheblicher Zuschüsse von Bund, Land und [[Landkreis Norden|Landkreis]].<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 66</ref> Mit dem Slogan ''Das Grüne Tor zum Meer'' wurde seinerzeit schon früh für Norden als Urlaubsort geworben.