Norddeich: Unterschied zwischen den Versionen
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Ab 1815 musste Preußen Ostfriesland an das Königreich Hannover abtreten. In dieser Zeit begannen Planungen, vor dem schon vorhandenen Haus eine eine befestigte Buhne (rechtwinklig zum Ufer vorgebauter Damm) anzulegen. Im Jahr 1824 wird dieses Vorhaben genehmigt. Aus schweren Feldsteinen, Ziegelsteinschutt, Eisen und Tannenholz wurde dann ein rund 30 Meter langes Bauwerk, das an der Krone eine Breite von vier Metern aufwies, errichtet. Die Unterhaltung erwies sich als sehr kostspielig, da der Anleger durch Sturmfluten und eisige Winter immer wieder stark beschädigt wurde. Zwischen 1869 und 1870 wurde von Privatleuten eine weitere Buhne zum Anlegen von Fähren errichtet. Diese Buhnen, auch ''Fährschlengen'' genannt, waren lange Zeit die wichtigsten Anlegestellen. Aus diesen entwickelte sich nach und nach der [[Norddeicher Hafen]]. | Ab 1815 musste Preußen Ostfriesland an das Königreich Hannover abtreten. In dieser Zeit begannen Planungen, vor dem schon vorhandenen Haus eine eine befestigte Buhne (rechtwinklig zum Ufer vorgebauter Damm) anzulegen. Im Jahr 1824 wird dieses Vorhaben genehmigt. Aus schweren Feldsteinen, Ziegelsteinschutt, Eisen und Tannenholz wurde dann ein rund 30 Meter langes Bauwerk, das an der Krone eine Breite von vier Metern aufwies, errichtet. Die Unterhaltung erwies sich als sehr kostspielig, da der Anleger durch Sturmfluten und eisige Winter immer wieder stark beschädigt wurde. Zwischen 1869 und 1870 wurde von Privatleuten eine weitere Buhne zum Anlegen von Fähren errichtet. Diese Buhnen, auch ''Fährschlengen'' genannt, waren lange Zeit die wichtigsten Anlegestellen. Aus diesen entwickelte sich nach und nach der [[Norddeicher Hafen]]. | ||
1866 wird das Königreich Hannover von Preußen annektiert, wodurch Ostfriesland wieder preußisch wird. | 1866 wird das Königreich Hannover von Preußen annektiert, wodurch Ostfriesland wieder preußisch wird. Die Beamten beginnen schon bald damit, das Land zu kartografieren. Die erstaunlich maßstabsgetreue und detaillierte preußische Grundkarte von Norden und Umgebung (ca. 1895) gilt als wichtiger Anhaltspunkte für viele heimatkundliche Nachforschungen. 1870 sind für Norddeich ein Fähranleger, eine Schule, vier Bauernhöfe (davon einer mit Gaststätte) und 18 Häusern angegeben. 1871 wird die [[Reederei Frisia]] als ''Dampfschiffsrhederei Norden'' gegründet. Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, einen geordneten Fährverkehr zwischen Norden und den Insel Juist und Norderney herzustellen, die zuvor vor allem aus Bremen und Hamburg angelaufen wurden. Hinzu kam die beschwerliche Anreise. Zwar war die [[Stadt Norden]] ab 1883 über den [[Alter Bahnhof Norden|Bahnhof in Süderneuland]] an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen, von dort aus mussten die Gäste und Güter aber umständlich mit Pferdefuhrwerken, Linienwagen und Kutschen in das vier Kilometer entfernte Norddeich transportiert werden. Auch von den Fischern des Ortes gab es Forderungen nach einem Ausbau des Hafens. | ||
[[Datei:Norddeich Badeanstalt 05 08 1938 01.jpg|mini|Badegäste vergnügen sich im Wasser (5. August 1938).]] | |||
In den Jahren 1889 bis 1891 erfolgt der Bau der [[Mole Norddeich]] und im Jahre 1892 der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Anschluss an das Bahnnetz]], was dem Tourismus einen deutlichen Aufschwung versetzte und auch der [[Reederei Frisia]] einen bedeutenden Zuwachs an Fahrgästen verschaffte. Trotz des Bahnanschlusses gestaltete sich die Anreise der Gäster weiterhin aufwendig, da Passagiere und Gepäck mit Pferdekutschen die holprigen Wege nach Norddeich auf sich nehmen mussten. Viele von ihnen verweilten daher vor der Weiterreise nach Norddeich erstmal in einem der zahlreichen Norder Gasthäuser, wie beispielsweise dem [[Vossenhus]]. | In den Jahren 1889 bis 1891 erfolgt der Bau der [[Mole Norddeich]] und im Jahre 1892 der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Anschluss an das Bahnnetz]], was dem Tourismus einen deutlichen Aufschwung versetzte und auch der [[Reederei Frisia]] einen bedeutenden Zuwachs an Fahrgästen verschaffte. Trotz des Bahnanschlusses gestaltete sich die Anreise der Gäster weiterhin aufwendig, da Passagiere und Gepäck mit Pferdekutschen die holprigen Wege nach Norddeich auf sich nehmen mussten. Viele von ihnen verweilten daher vor der Weiterreise nach Norddeich erstmal in einem der zahlreichen Norder Gasthäuser, wie beispielsweise dem [[Vossenhus]]. | ||