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1859 erhielt der leicht aufbrausende Oldewurtel ''"einen ernsten Verweis"'', weil er durch Preisgabe von Geheimnissen die Interessen seines hannoverschen Landesherrn geschmälert hatte. Als das Bürgervorsteherkollegium dann einen seiner beiden Senatoren neu zu wählen hatte, fielen die meisten Stimmen 1861 und wieder 1863 auf Oldewurtel, doch Hannover bestätigt seine Wahl deshalb nicht. Erst nach der dritten Wahl 1867 und einem eindringlichen, vertraulichen Brief des Bürgermeisters Taaks erfolgte die Bestätigung als unbesoldeter Senator auf Lebenszeit. Taaks hatte berichtet, daß Oldewurtels gute Seiten überwiegen würden: Er sei sehr treu und opferfreudig gegenüber seinen Freunden, habe einen bewunderungswürdigen weitblickenden Scharfsinn und eine richtige Kombinationsgabe. Für schriftliche Arbeiten nicht zu gebrauchen, bewältige er Sachen praktischer Art wie Leihhaus- und Sparkassensachen, Deich- und Sielangelegenheiten sowie Bausachen mit Leichtigkeit und Geschick. Er sei vernünftigen Vorstellungen zugänglich und immer pünktlich zu Stelle.<ref name=":0" />
1859 erhielt der leicht aufbrausende Oldewurtel ''"einen ernsten Verweis"'', weil er durch Preisgabe von Geheimnissen die Interessen seines hannoverschen Landesherrn geschmälert hatte. Als das Bürgervorsteherkollegium dann einen seiner beiden Senatoren neu zu wählen hatte, fielen die meisten Stimmen 1861 und wieder 1863 auf Oldewurtel, doch Hannover bestätigt seine Wahl deshalb nicht. Erst nach der dritten Wahl 1867 und einem eindringlichen, vertraulichen Brief des Bürgermeisters Taaks erfolgte die Bestätigung als unbesoldeter Senator auf Lebenszeit. Taaks hatte berichtet, daß Oldewurtels gute Seiten überwiegen würden: Er sei sehr treu und opferfreudig gegenüber seinen Freunden, habe einen bewunderungswürdigen weitblickenden Scharfsinn und eine richtige Kombinationsgabe. Für schriftliche Arbeiten nicht zu gebrauchen, bewältige er Sachen praktischer Art wie Leihhaus- und Sparkassensachen, Deich- und Sielangelegenheiten sowie Bausachen mit Leichtigkeit und Geschick. Er sei vernünftigen Vorstellungen zugänglich und immer pünktlich zu Stelle.<ref name=":0" />


Bei der Gründung der Industrie- und Handelskammer zu Norden am 2. November 1866 wählten die hiesigen Kaufleute Enno Oldewurtel zu ihrem Präsidenten. Zu dieser Zeit gab es in Norden 60 Fabriken verschiedenster Art. Die vier gleichzeitig gegründeten Handelskammern in Norden, Emden, Leer und Papenburg wurden durch Erlass allerdings bereits 1872 zu einer Kammer für Ostfriesland und Papenburg zusammengeschlossen. Oldewurtel blieb bis dennoch ihr Präsident und war ab 1873 Vollversammlungsmitglied.<ref name=":0" /> Im Sommer 1871 gehörte Oldewurtel zudem zu den 23 Gründungsmitgliedern der [[Dampfschiffsrhederei Norden|''Dampfschiffs-Rhederei Norden'']], die mit dem neu gebauten Stahldampfer ''Stadt Norden'' die Inseln Norderney und Juist versorgen wollte. Damit war er einer der Gründungsmitglieder der späteren [[Reederei Frisia]].<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 160</ref>
Bei der Gründung der Industrie- und [[Handelskammer Norden|Handelskammer zu Norden]] am 2. November 1866 wählten die hiesigen Kaufleute Enno Oldewurtel zu ihrem Präsidenten. Zu dieser Zeit gab es in Norden 60 Fabriken verschiedenster Art. Die vier gleichzeitig gegründeten Handelskammern in Norden, Emden, Leer und Papenburg wurden durch Erlass allerdings bereits 1872 zu einer Kammer für Ostfriesland und Papenburg zusammengeschlossen. Oldewurtel blieb bis dennoch ihr Präsident und war ab 1873 Vollversammlungsmitglied.<ref name=":0" /> Im Sommer 1871 gehörte Oldewurtel zudem zu den 23 Gründungsmitgliedern der [[Dampfschiffsrhederei Norden|''Dampfschiffs-Rhederei Norden'']], die mit dem neu gebauten Stahldampfer ''Stadt Norden'' die Inseln Norderney und Juist versorgen wollte. Damit war er einer der Gründungsmitglieder der späteren [[Reederei Frisia]].<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 160</ref>


Mit 65 Jahren veräußerte Oldewurtel sein Haus und Garten mit Scheune in der Großen Mühlenstraße sowie die Zichorienfabrik in der Kleinen Mühlenstraße, um [[Am Markt 2]] einen florierenden Getreide-, Land- und Jagdhandel zu eröffnen, mit dem er vornehmlich die deutschen Fürstenhöfe mit Wild belieferte.<ref name=":0" /><ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 99</ref> Sein millionenschweres Erbe ging später in der Inflationszeit verloren.<ref name=":0" />
Mit 65 Jahren veräußerte Oldewurtel sein Haus und Garten mit Scheune in der Großen Mühlenstraße sowie die Zichorienfabrik in der Kleinen Mühlenstraße, um [[Am Markt 2]] einen florierenden Getreide-, Land- und Jagdhandel zu eröffnen, mit dem er vornehmlich die deutschen Fürstenhöfe mit Wild belieferte.<ref name=":0" /><ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 99</ref> Sein millionenschweres Erbe ging später in der Inflationszeit verloren.<ref name=":0" />