Frisiamühle: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Frisiamühle''' (historisch auch: ''Ahtens Mühle'', ''Gnurremühle, Graupenmühle,'' ''Schmertmanns Mühle'' und '' | Die '''Frisiamühle''' (historisch auch: ''Ahtens Mühle'', ''Gnurremühle, Graupenmühle,'' ''Schmertmanns Mühle'' und ''Boss'sche Mühle'') befindet sich heute auf dem Gelände des [[Norder Tor|Norder Tors]]. Es handelt sich um einen etwa 30 Meter hohen Galerieholländer, der gemeinsam mit der baugleichen [[Deichmühle]] das südliche Stadtbild dominiert und eines der Wahrzeichen der Stadt ist. Bis zu seiner teilweisen Versiegelung lag die Mühle unmittelbar am Ufer des [[Berumerfehnkanal|Fehnkanals]], der hier in das [[Norder Tief]] mündete. | ||
Von 1934 bis 1971 wurde die seinerzeit flügellose Mühle als ''Kornhaus Weerda'' als großer Kornspeicher genutzt, dem ein großer Anbau angegliedert war. 1991 wurde sie durch den [[Förderverein Norder Windmühlen]] wieder aufgebaut und ist bis heute theoretisch funktionsfähig, verfügt allerdings über keinen Mahlgang. | Von 1934 bis 1971 wurde die seinerzeit flügellose Mühle als ''Kornhaus Weerda'' als großer Kornspeicher genutzt, dem ein großer Anbau angegliedert war. 1991 wurde sie durch den [[Förderverein Norder Windmühlen]] wieder aufgebaut und ist bis heute theoretisch funktionsfähig, verfügt allerdings über keinen Mahlgang. | ||
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1733 brannte die Mühle, zu der Zeit im Besitz von [[Johann Schmertmann]], nieder und wurde daraufhin vermutlich als Galerieholländer wieder aufgebaut.<ref>StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 271 c u. Rep. 4, B IV i, Nr. 271 f</ref> 1743 erweiterte [[Carl Edzard Cirksena|Fürst Carl Edzard]] das Peldeprivileg auf das Anlegen eines Mahlganges.<ref>StAA, Rep. 5, Nr. 919</ref> In der Zeit um 1850 wurde die Mühle auch als ''Graupenmühle'' bezeichnet, da hier zu dieser offenbar vor allem Graupen, also Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern, gemahlen wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref> | 1733 brannte die Mühle, zu der Zeit im Besitz von [[Johann Schmertmann]], nieder und wurde daraufhin vermutlich als Galerieholländer wieder aufgebaut.<ref>StAA, Rep. 4, B IV i, Nr. 271 c u. Rep. 4, B IV i, Nr. 271 f</ref> 1743 erweiterte [[Carl Edzard Cirksena|Fürst Carl Edzard]] das Peldeprivileg auf das Anlegen eines Mahlganges.<ref>StAA, Rep. 5, Nr. 919</ref> In der Zeit um 1850 wurde die Mühle auch als ''Graupenmühle'' bezeichnet, da hier zu dieser offenbar vor allem Graupen, also Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern, gemahlen wurden.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 14</ref> | ||
Seit 1855 war die Mühle im Besitz von [[Johannes Bos]].<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 154</ref> Irgendwann zwischen 1861 und 1863 brannte die Mühle durch Blitzschlag erneut ab, wurde jedoch bis 1864 darauf wieder aufgebaut.<ref>[https://www.waymarking.com/waymarks/WMM96Y_Frisiamhle_Norden_Germany Beschreibung der Frisiamühle] auf Waymarking.com</ref><ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 7</ref> Schon am 13. August 1886 brannte sie nach einem Sommergewitter wieder und wurde daraufhin bis 1888 neu aufgebaut.<ref name=":0" /><ref> StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 25</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 152</ref> | Seit 1855 war die Mühle im Besitz von [[Johannes Bos]].<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 154</ref> Irgendwann zwischen 1861 und 1863 brannte die Mühle durch Blitzschlag erneut ab, wurde jedoch bis 1864 darauf wieder aufgebaut.<ref>[https://www.waymarking.com/waymarks/WMM96Y_Frisiamhle_Norden_Germany Beschreibung der Frisiamühle] auf Waymarking.com</ref><ref>Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 7</ref> Schon am 13. August 1886 brannte sie nach einem Sommergewitter wieder und wurde daraufhin bis 1888 neu aufgebaut.<ref name=":0" /><ref> StAA, Dep. 71, Nr. 9, S. 25</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 152</ref> Ein Augenzeuge des Brandes wurde der damalige Norder Bürgermeister [[Johannes König|Johannes Adalbert König]], der gerade erst sein Amt angetreten hatte. Beeindruckt von diesem Ereignis und der Ungeordnetheit der Löschmaßnahmen beschloss er die Gründung einer [[Feuerwehr Norden|Freiwilligen Feuerwehr]] unter Führung des angesehenen [[Jan ten Doornkaat Koolman (1850)|Jan ten Doornkaat Koolman III]].<ref>[https://www.feuerwehr-norden.de/2012/02/12/das-archiv-der-feuerwehr-norden/ Archiv der Feuerwehr Norden], abgerufen am 25. Februar 2021</ref> | ||
Als neuer Besitzer der Mühle trat nun [[Ludwig Johann Ahten]] in Erscheinung.<ref name=":0" /> Spätestens ab 1906 erweiterte er die Mühle um einen Blitzableiter und versicherte sie bei der ''Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland'' (Brandversicherung für Mühlen) mit einer Versicherungssumme von 27.700 Goldmark, das dazugehörige Wohnhaus mit weiteren 3.333 Goldmark.<ref>[http://muehlenemden.de/muehlenbrandsozietaet/muehlenbrandsocietaet_1906.pdf Auszug aus dem Register von 1906] der Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland</ref> | Als neuer Besitzer der Mühle trat nun [[Ludwig Johann Ahten]] in Erscheinung.<ref name=":0" /> Spätestens ab 1906 erweiterte er die Mühle um einen Blitzableiter und versicherte sie bei der ''Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland'' (Brandversicherung für Mühlen) mit einer Versicherungssumme von 27.700 Goldmark, das dazugehörige Wohnhaus mit weiteren 3.333 Goldmark.<ref>[http://muehlenemden.de/muehlenbrandsozietaet/muehlenbrandsocietaet_1906.pdf Auszug aus dem Register von 1906] der Mühlenbrand-Societät für Ostfriesland und Harlingerland</ref> | ||