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An der Schule wurde indes großen Wert auf Zucht und Ordnung gelegt. Die Schüler musste nach Ende der Pause auf dem 1870 errichteten Pausenhof geordnet antreten und sich unter Wahrung höchster Disziplin in ihre Klassenräume führen lassen. Bei Verstößen gegen die Schulregeln wurde nicht selten vom Rohrstock Gebrauch gemacht.
An der Schule wurde indes großen Wert auf Zucht und Ordnung gelegt. Die Schüler musste nach Ende der Pause auf dem 1870 errichteten Pausenhof geordnet antreten und sich unter Wahrung höchster Disziplin in ihre Klassenräume führen lassen. Bei Verstößen gegen die Schulregeln wurde nicht selten vom Rohrstock Gebrauch gemacht.


1917 wurde der bis dahin obligatorische Nachmittagsunterricht abgeschafft. Der Grund dürfte an der Knappheit der Heizmaterialien zu suchen sein. Aufgrund des andauernden Ersten Weltkriegs waren viele Güter nur noch schwer zu erhalten, darunter auch das damals vorwiegend zum Heizen genutzte Torf. Auch der das Torf abbauenden [[Norder Fehngesellschaft]] dürfte es angesichts zahlreicher Einberufungen zum Kriegsdienst wohl an Arbeitern gemangelt haben.
1917 wurde der bis dahin obligatorische Nachmittagsunterricht abgeschafft. Der Grund dürfte an der Knappheit der Heizmaterialien zu suchen sein. Aufgrund des andauernden [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] waren viele Güter nur noch schwer zu erhalten, darunter auch das damals vorwiegend zum Heizen genutzte Torf. Auch der das Torf abbauenden [[Norder Fehngesellschaft]] dürfte es angesichts zahlreicher Einberufungen zum Kriegsdienst wohl an Arbeitern gemangelt haben.


Bedingt durch den Flüchtlingsstrom nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Klassen der Markt-, wie auch der [[Zingelschule]] zu sprichwörtlichen Mammutklassen heran. So waren allein in der Marktschule 23 (!) Klassen untergebracht, auch musste die [[Sielschule]] nun von der Marktschule mitverwaltet werden. Im Oktober 1949 verfügten Schulbehörde und Stadt daher die Dreiteilung der Schulen. Die Gliederung sah vor, dass unter ''Norden I'' die Marktschule mit elf Räumen, unter ''Norden II'' die Zingelschule mit sechs Räumen, zuzüglich einer Schulbaracke mit drei Räumen zusammengefasst wurden. ''Norden III'' umfasste vier Räume der Marktschule, vier Räume der [[Sielschule]] und zwei Räume an der [[Westgaster Schule]].
Am 9. September 1944 wurde die Schule geschlossen und in den Räumlichkeiten eine Auffang- und Beratungsstelle für ausgebombte Emder eingerichtet. Die Stadt Emden war am 6. September 1944 durch alliierte Bombenangriffe fast gänzlich in Schutt und Asche gelegt worden und ihre Bombardierung hielt weiter an. Zahllose Emder suchten daraufhin eine Zuflucht in den umliegenden Städten und Orten. Von der Marktschule aus wurden die Flüchtlinge auf das Stadtgebiet verteilt und in [[Behelfsheime|Behelfsheimen]] sowie freiwillig zur Verfügung gestellten und beschlagnahmten Unterkünften untergebracht.<ref>Haddinga, Johann (1988): Stunde Null. Ostfrieslands schwerste Jahre, Norden, S. 28</ref>
 
Bedingt durch den Flüchtlingsstrom in der [[Zweiter Weltkrieg|Nachkriegszeit]] wuchsen die Klassen der Markt-, wie auch der [[Zingelschule]] zu sprichwörtlichen ''Mammutklassen'' heran. So waren allein in der Marktschule ganze 23 (!) Klassen untergebracht, auch musste die [[Sielschule]] nun von der Marktschule mitverwaltet werden. Im Oktober 1949 verfügten Schulbehörde und Stadt daher die Dreiteilung der Schulen. Die Gliederung sah vor, dass unter ''Norden I'' die Marktschule mit elf Räumen, unter ''Norden II'' die Zingelschule mit sechs Räumen, zuzüglich einer Schulbaracke mit drei Räumen zusammengefasst wurden. ''Norden III'' umfasste vier Räume der Marktschule, vier Räume der [[Sielschule]] und zwei Räume an der [[Westgaster Schule]].


Die herrschenden Raumprobleme konnten erst durch den Bau der [[Grundschule Lintel]] im Jahr 1955 sowie der [[Grundschule Im Spiet]] im Jahr 1962 entspannt werden, die als offizieller Nachfolger der Marktschule gilt. In letztgenanntem Jahr wurde die Marktschule schließlich abgebrochen und hier das sogenannte [[Haus des Handwerks]] errichtet. Ein schmuckloser Bau, der mit der Marktschule jedoch architektonische Gemeinsamkeiten teilt. Der frühere Schulhof dient nun als Zuwegung zu den Behörden rund um den [[Fräuleinshof]].
Die herrschenden Raumprobleme konnten erst durch den Bau der [[Grundschule Lintel]] im Jahr 1955 sowie der [[Grundschule Im Spiet]] im Jahr 1962 entspannt werden, die als offizieller Nachfolger der Marktschule gilt. In letztgenanntem Jahr wurde die Marktschule schließlich abgebrochen und hier das sogenannte [[Haus des Handwerks]] errichtet. Ein schmuckloser Bau, der mit der Marktschule jedoch architektonische Gemeinsamkeiten teilt. Der frühere Schulhof dient nun als Zuwegung zu den Behörden rund um den [[Fräuleinshof]].