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===Frühzeit===
===Frühzeit===
Das Gebiet der heutigen Stadt Norden wurde nachweislich schon in der Mittelsteinzeit, viele tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung, besiedelt - vor allem von den Friesen, aber auch Chauken und Sachsen waren hier sesshaft.<ref name=":10">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 3</ref><ref name=":11" /> Während der Völkerwanderung seit dem 6. Jahrhundert wurden die Chauken mehr und mehr von den Friesen verdrängt. Die Menschen besiedelten zunächst die Gebiete auf der [[Norder Geestinsel]], die deutlich über den Meeresspiegel ragt und dadurch einen natürlichen Schutz vor Überflutungen bot. Die umliegenden [[Marsch|Marschgebiete]] wurden erst wesentlich später besiedelt bzw. [[Liste der Eindeichungen|eingedeicht]]. Es gibt jedoch Vermutungen, dass die fruchtbare Marsch vor dem 8. Jahrhundert, als der Meeresspiegel noch tiefer lag und damit kaum Überflutungen eintraten, schon vor der [[Geest]] aufgrund des wesentlich fruchtbareren Bodens besiedelt war.
Das Gebiet der heutigen Stadt Norden wurde nachweislich schon in der Mittelsteinzeit, viele tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung, besiedelt - vor allem von den Friesen, aber auch Chauken und Sachsen waren hier sesshaft.<ref name=":10">Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 3</ref><ref name=":11" /> Während der Völkerwanderung seit dem 6. Jahrhundert wurden die Chauken mehr und mehr von den Friesen verdrängt. Die Menschen besiedelten zunächst die Gebiete auf der [[Norder Geestinsel]], die deutlich über den Meeresspiegel ragt und dadurch einen natürlichen Schutz vor Überflutungen bot. Die umliegenden [[Marsch|Marschgebiete]] wurden erst wesentlich später besiedelt bzw. [[Liste der Eindeichungen|eingedeicht]]. Es gibt jedoch Vermutungen, dass die fruchtbare Marsch vor dem 8. Jahrhundert, als der Meeresspiegel noch tiefer lag und damit kaum schwere Überflutungen eintraten, schon vor der [[Geest]] aufgrund des wesentlich fruchtbareren Bodens besiedelt war.


1892 wurden die Kieshügel des [[Escher|Eschers]] für den Bau der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke nach Norddeich]] abgegraben, dabei stieß man auf Reste einer Siedlung aus dem 5. oder 6. Jahrhundert nach Christus. Forscher deuteten Teile der Fundstücke (Tongefäße und Scherben) als Reste einer Salzsiederei.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Auch beim Bau der [[Umgehungsstraße]] fanden Archäologen der Ostfriesischen Landschaft im [[Hooker]] (nahe des [[Goosbarg|Goosbargs]]) Reste einer Siedlung aus der Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert. Es handelte sich neben Gefäßen aus Keramik auch Hinweise auf einen Hochöfen, mit dem Eisen verhüttet wurde. Die Forscher schließen daraus auf ein reges handwerkliches Treiben, das sich nicht nur im Stadtkern, sondern auch im Norder Umland rege vollzog.
1892 wurden die Kieshügel des [[Escher|Eschers]] für den Bau der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke nach Norddeich]] abgegraben, dabei stieß man auf Reste einer Siedlung aus dem 5. oder 6. Jahrhundert nach Christus. Forscher deuteten Teile der Fundstücke (Tongefäße und Scherben) als Reste einer Salzsiederei.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Auch beim Bau der [[Umgehungsstraße]] fanden Archäologen der Ostfriesischen Landschaft im [[Hooker]] (nahe des [[Goosbarg|Goosbargs]]) Reste einer Siedlung aus der Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert. Es handelte sich neben Gefäßen aus Keramik auch Hinweise auf einen Hochöfen, mit dem Eisen verhüttet wurde. Die Forscher schließen daraus auf ein reges handwerkliches Treiben, das sich nicht nur im Stadtkern, sondern auch im Norder Umland rege vollzog.
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Nachdem das Reich der Friesen, beherrscht vom legendären Friesenkönig [[Radbodstraße|Radbod]], durch Karl Martell im Jahre 734 zerschlagen wurde, geriet Friesland unter die Herrschaft der Franken, die von Karl dem Großen endgültig vollzogen wurde.<ref name=":11">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neben einer christlichen Missionierung verfolgten die Franken in erster Linie politische Ziele zur Ausweitung ihres Machtbereichs. Der fränkische Missionar Luidger, nach dem die [[Ludgerikirche]] benannt wurde, sprach friesisch und konnte die Einheimischen von den Gedanken einer befürchteten ''Fremdherrschaft durch die Hintertür'' abbringen.<ref name=":10" /> Er hatte damit maßgeblichen Einfluss am Siegeszug des Christentums im bis dahin heidnischen Ostfriesland.
Nachdem das Reich der Friesen, beherrscht vom legendären Friesenkönig [[Radbodstraße|Radbod]], durch Karl Martell im Jahre 734 zerschlagen wurde, geriet Friesland unter die Herrschaft der Franken, die von Karl dem Großen endgültig vollzogen wurde.<ref name=":11">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Neben einer christlichen Missionierung verfolgten die Franken in erster Linie politische Ziele zur Ausweitung ihres Machtbereichs. Der fränkische Missionar Luidger, nach dem die [[Ludgerikirche]] benannt wurde, sprach friesisch und konnte die Einheimischen von den Gedanken einer befürchteten ''Fremdherrschaft durch die Hintertür'' abbringen.<ref name=":10" /> Er hatte damit maßgeblichen Einfluss am Siegeszug des Christentums im bis dahin heidnischen Ostfriesland.


Am Rand der [[Norder Geestinsel|Geestinsel]] bildeten sich einzelne Bauerschaften (Zusammenschlüsse mehrerer Höfe), die sich später zu einer Gemeinde, der ''[[Sandbauerschaft]]'' (Geestbauerschaft), zusammenschlossen. Im Zentrum ihrer Bauerschaften errichteten sie spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts einen [[Marktplatz]], von dem aus sich das spätere Stadtgebiet entwickelte. Hier erbauten besonders vornehme Familien bzw. Geschlechter ihre Wohnhäuser und Burgen entstand. Fast alle [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischen Häuptlings- und Edelgeschlechter]] des [[Norderland|Norderlands]] haben ihre Wurzeln in Norden.<ref name=":10" /> Nach den Edelgeschlechtern folgten spätestens im 15. Jahrhundert die wohlhabenden Bauern aus der [[Ostermarsch|Oster-]] und [[Westermarsch]], die vor allem durch Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> In der Folgezeit wuchsen die Bauerschaften des Norder Umlands um das Jahr 800 parallel zur Besiedlung um den Marktplatz weiter zusammen, sodass Norden allmählich einen stadtähnlichen Charakter entwickelte. Mit dem Verschwinden der ortsnahen [[Gemeinweide|Gemeinweiden]] im 12. Jahrhundert bildete sich das Stadtbild weiter aus.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 32</ref> Das Gründungsdatum der Stadt Norden ist somit in der Zeit zwischen 800 und 1200 zu suchen. Als Gründer Nordens werden der mittelfriesische Graf Reginbert und sein Sohn Gerbert vermutet. Eine Stiftungsurkunde für Norden konnte jedoch noch nicht ermittelt werden. Ebenso fehlen Urkunden über die Erteilung des Markt- und Zollrechts.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 34</ref>
Am Rand der [[Norder Geestinsel|Geestinsel]] bildeten sich einzelne Bauerschaften (Zusammenschlüsse mehrerer Höfe), die sich später zu einer Gemeinde, der ''[[Sandbauerschaft]]'' (Geestbauerschaft), zusammenschlossen. Im Zentrum ihrer Bauerschaften errichteten sie spätestens in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts einen [[Marktplatz]], von dem aus sich das spätere Stadtgebiet entwickelte. Hier erbauten besonders vornehme Familien bzw. Geschlechter ihre Wohnhäuser und Burgen entstand. Fast alle [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischen Häuptlings- und Edelgeschlechter]] des [[Norderland|Norderlands]] haben ihre Wurzeln in Norden.<ref name=":10" /> Um ihre Außenhöfe zu schützen, entstanden [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Wehrhäuser]], die sich - wie die Sandbauerschaft selbst - in einem Dreiviertelring um die Stadt legten. Zugleich dienten die Häuser der Verteidigung der Stadt, denn eine Stadtmauer hatte es in Norden zu keiner Zeit gegeben.
 
Nach den Edelgeschlechtern folgten spätestens im 15. Jahrhundert die wohlhabenden Bauern aus der [[Ostermarsch|Oster-]] und [[Westermarsch]], die vor allem durch Viehhandel zu ansehnlichem Wohlstand kamen und neben ihren Höfen auch ein Stadthaus am Marktplatz unterhielten.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 16</ref> In der Folgezeit wuchsen die Bauerschaften des Norder Umlands um das Jahr 800 parallel zur Besiedlung um den Marktplatz weiter zusammen, sodass Norden allmählich einen stadtähnlichen Charakter entwickelte. Mit dem Verschwinden der ortsnahen [[Gemeinweide|Gemeinweiden]] im 12. Jahrhundert bildete sich das Stadtbild weiter aus.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 32</ref> Das Gründungsdatum der Stadt Norden ist somit in der Zeit zwischen 800 und 1200 zu suchen. Als Gründer Nordens werden der mittelfriesische Graf Reginbert und sein Sohn Gerbert vermutet. Eine Stiftungsurkunde für Norden konnte jedoch noch nicht ermittelt werden. Ebenso fehlen Urkunden über die Erteilung des Markt- und Zollrechts.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 34</ref>


Der Ort war seinerzeit über eine hochwassersichere Verbindung auf der [[Geest]] mit Esens verbunden, das in [[Westgaste]] Endpunkt des ''Friesischen Heerwegs'' von Oldenburg war.<ref name=":15">Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 33</ref> Auch war Norden letzter Abschnitt des Westfälischen (von Süden kommend) und des Bremischen Heerwegs (von Osten kommend).<ref name=":10" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 324</ref> Über den westfälischen Heerweg kamen nicht zuletzt auch viele arme westfälische Wanderarbeiter, die sich auf den Höfen der reichen Marschbauern eine Arbeit erhofften. Noch heute erinnert die [[Heerstraße]] mit ihrem Namen an den alten Heerweg gen Bremen. Hinzu kamen zahlreiche Wege an und auf Deichen, die als solche benutzt wurden. Viele Straßen in Norden verlaufen an oder auf alten Deichlinien, so etwa die [[Wurzeldeicher Straße]], die [[Landstraße]] oder der [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]].
Der Ort war seinerzeit über eine hochwassersichere Verbindung auf der [[Geest]] mit Esens verbunden, das in [[Westgaste]] Endpunkt des ''Friesischen Heerwegs'' von Oldenburg war.<ref name=":15">Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 33</ref> Auch war Norden letzter Abschnitt des Westfälischen (von Süden kommend) und des Bremischen Heerwegs (von Osten kommend).<ref name=":10" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 324</ref> Über den westfälischen Heerweg kamen nicht zuletzt auch viele arme westfälische Wanderarbeiter, die sich auf den Höfen der reichen Marschbauern eine Arbeit erhofften. Noch heute erinnert die [[Heerstraße]] mit ihrem Namen an den alten Heerweg gen Bremen. Hinzu kamen zahlreiche Wege an und auf Deichen, die als solche benutzt wurden. Viele Straßen in Norden verlaufen an oder auf alten Deichlinien, so etwa die [[Wurzeldeicher Straße]], die [[Landstraße]] oder der [[Altendeichsweg (Westermarsch)|Altendeichsweg]].


Durch die günstige Lage am äußersten nordwestlichen Rand des Oldenburgisch-ostfriesischen [[Norder Geestinsel|Geestrückens]] hatte der Ort für viele Jahrhunderte Zugang zur See. Gehandelt wurde vor allem mit Vieh, Muschelkalk und Salz. Bis heute genießt Rindfleisch aus den Marschgebieten einen hervorragenden Ruf. Besonders dort, aber auch in Norden, gab es zudem mehrere [[Warft#Kalkwarf|Kalkwarfen]] sowie Salzsiedereien. Die Bedeutung als Marktort sowie die Erkenntnis, dass die [[Osterstraße|Oster]]- und [[Westerstraße]] als Reihensiedlung am vorgenannten Heerweg als erste besiedelt und noch vor dem [[Marktplatz]] errichtet wurden, spricht dafür, dass die Stadt in ihrem Umfeld entstanden ist.<ref name=":15" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 9</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 9</ref>  
Durch die günstige Lage am äußersten nordwestlichen Rand des Oldenburgisch-ostfriesischen [[Norder Geestinsel|Geestrückens]] hatte der Ort für viele Jahrhunderte Zugang zur See. Gehandelt wurde vor allem mit Vieh, Muschelkalk und Salz. Bis heute genießt Rindfleisch aus den Marschgebieten einen hervorragenden Ruf. Besonders dort, aber auch in Norden, gab es zudem mehrere [[Warft#Kalkwarf|Kalkwarfen]] sowie Salzsiedereien. Die Bedeutung als Marktort sowie die Erkenntnis, dass die [[Osterstraße|Oster]]- und [[Westerstraße]] als Reihensiedlung am vorgenannten Heerweg als erste besiedelt und noch vor dem [[Marktplatz]] errichtet wurden, spricht dafür, dass die Stadt geplant an diesem Heerweg entstanden ist.<ref name=":15" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 9</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 9</ref>
 
Nach Ansicht des Heimatforschers [[Jans Weege]] sind die Geschichten und die Entstehung der [[Sandbauerschaft]] und der Stadt Norden untrennbar miteinander verbunden. Demnach seien zunächst die Ränder der Geest besiedelt worden, von denen aus die umliegenden Marschgebiete besiedelt wurden. Um ihre wirtschaftlichen Interessen und Kräfte zu konzentrieren, schlossen sich die Bauern zur Sandbauerschaft zusammen. Die Edelleute unter ihnen siedelten sich dann planmäßig in der Mitte der Bauerschaften - an der Oster- und Westerstraße - an, um hier als Ende des Heer-  und Handelswegs zu fungieren und zu handeln. Ihre bisherigen Siedlungen am Geestrand wurden zu Außenhöfe, die sie zum Schutz des Gemeinwesens und ihrerselbst befestigten und zu Wehrhäusern ausbauen ließen. Durch den zunehmend blühenden Handel legten die Herrschenden den großflächigen [[Marktplatz]] an, um den dominierenden Viehhandel noch weiter zu stärken. Dadurch entstand aus sich heraus ein stadtähnliches Gebilde, das sich durch Macht- und Eigentumsverschiebungen immer weiter von der Sandbauerschaft löste und schließlich eigenständig wurde.


===Mittelalter===
===Mittelalter===
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Die Zeit der großen Deichbauten begann 1425. Zum Schutze der Stadt vor den Fluten aus der Leybucht wurde erstmals 1425 bis 1430 der sogenannte [[Udo-Focken-Deich]] durch [[Udo von Norden]], einem Sohn des Häuptlings [[Focko Ukena]], erbaut.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 327</ref> Udo war durch Heirat mit [[Hima Idzinga]] mit dem führenden Norder Herrschaftsgeschlecht verbunden und legte durch den Deichbau den Grundstein für die Besiedlung des [[Süderneuland|Süderneulands]].
Die Zeit der großen Deichbauten begann 1425. Zum Schutze der Stadt vor den Fluten aus der Leybucht wurde erstmals 1425 bis 1430 der sogenannte [[Udo-Focken-Deich]] durch [[Udo von Norden]], einem Sohn des Häuptlings [[Focko Ukena]], erbaut.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 327</ref> Udo war durch Heirat mit [[Hima Idzinga]] mit dem führenden Norder Herrschaftsgeschlecht verbunden und legte durch den Deichbau den Grundstein für die Besiedlung des [[Süderneuland|Süderneulands]].


Zu dieser Zeit gab es [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Burgen]] der vorherrschenden [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlings- und Edelfamilien]] des Ortes. Diese darf man sich jedoch nicht wie jene Burgen aus der Trivialliteratur vorstellen, sondern vielmehr als größere Steinhäuser bzw. bewohnbare Türm. Steine waren und sind aufgrund fehlender, natürlicher Vorkommen ein seltener Rohstoff in Ostfriesland. Nur die wohlhabendsten Persönlichkeiten konnten sich überhaupt solche leisten. Auch die Ziegeleien, die die für Ostfriesland typischen Klinkersteine herstellten, entstanden erst später. Die meisten Behausungen bestanden aus Lehm, Torf oder Holz. Die älteste Burg war die [[Oldeborg]] nahe des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]], an die heute noch der Straßenname [[Burggraben]] erinnert. Parallel zu den Burgen gab es [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Wehrhäuser]], die sich ringförmig um die Stadt legten und so einen rudimentären Schutz vor Angreifern boten. Norden hatte, anders als beispielsweise Emden, zu keiner Zeit eine Stadtmauer oder eine vergleichbare Befestigung, da es schon recht früh seine Bedeutung als überregional bedeutender Herrschaftssitz verlor und zuvor keiner der Häuptlinge genug Macht und Geld besaß, eine den eigenen Herrschaftsbereich überragende Mauer zu errichten. Letztlich war dies auch nicht unbedingt notwendig, war die Umgebung der [[Norder Geestinsel]] von Mooren und kleihaltigem [[Marsch|Marschboden]] umgeben, das ein Vorkommen feindlicher Truppen insbesondere zur Regenzeit stark verlangsamte oder praktisch unmöglich machte.
Zu dieser Zeit gab es [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Burgen]] der vorherrschenden [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlings- und Edelfamilien]] des Ortes. Diese darf man sich jedoch nicht wie jene Burgen aus der Trivialliteratur vorstellen, sondern vielmehr als größere Steinhäuser bzw. bewohnbare Türm. Steine waren und sind aufgrund fehlender, natürlicher Vorkommen ein seltener Rohstoff in Ostfriesland. Nur die wohlhabendsten Persönlichkeiten konnten sich überhaupt solche leisten. Auch die Ziegeleien, die die für Ostfriesland typischen Klinkersteine herstellten, entstanden erst später. Die meisten Behausungen bestanden aus Lehm, Torf oder Holz. Die älteste Burg war die [[Oldeborg]] nahe des [[Marktplatz|Norder Marktplatzes]], an die heute noch der Straßenname [[Burggraben]] erinnert. Wie bereits eingangs erwähnt, existierten parallel zu den ''Burgen'' im Stadtkern [[Liste der Burgen und Wehrhäuser|mehrere Wehrhäuser]], die sich ringförmig um die Stadt legten und so einen rudimentären Schutz vor Angreifern boten. Norden hatte, anders als beispielsweise Emden, zu keiner Zeit eine Stadtmauer oder eine vergleichbare Befestigung, da es schon recht früh seine Bedeutung als überregional bedeutender Herrschaftssitz verlor und zuvor keiner der Häuptlinge genug Macht und Geld besaß, eine den eigenen Herrschaftsbereich überragende Mauer zu errichten. Letztlich war dies auch nicht unbedingt notwendig, war die Umgebung der [[Norder Geestinsel]] von Mooren und kleihaltigem [[Marsch|Marschboden]] umgeben, das ein Vorkommen feindlicher Truppen insbesondere zur Regenzeit stark verlangsamte oder praktisch unmöglich machte.


===16. Jahrhundert===
===16. Jahrhundert===