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===Neuzeit===
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In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen aus der [[Leybucht]] vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolders]] bildete. Durch den Bau des [[Störtebekerdeich|Störtebekerdeichs]], wurde die Küstenlinie in ihrem heutigen Verlauf begradigt und das neue Land vor dem Meer geschützt. Bereits 1947 begann ein ganzes Heer von Deicharbeitern unter der Leitung des [[Karl Wenholt]], damals Leiter des [[Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz|Bauamtes für Küstenschutz und Landgewinnung]] in Norden, mit dem Bau des Deichs. Es galt, eine Fläche von gut 1.000 Hektar dem Meer abzuringen, auf Dauer zu sichern und den fruchtbaren Boden als Weide- und Ackerland urbar zu machen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 149</ref>
In den nächsten Jahrhunderten wurden sukzessive Landgewinnungsmaßnahmen aus der [[Leybucht]] vorgenommen, deren Abschluss die Eindeichung des [[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolders]] bildete. Durch den Bau des [[Störtebekerdeich|Störtebekerdeichs]], wurde die Küstenlinie in ihrem heutigen Verlauf begradigt und das neue Land vor dem Meer geschützt. Bereits 1947 begann ein ganzes Heer von Deicharbeitern unter der Leitung des [[Karl Wenholt]], damals Leiter des [[Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz|Bauamtes für Küstenschutz und Landgewinnung]] in Norden, mit dem Bau des Deichs. Es galt, eine Fläche von gut 1.000 Hektar dem Meer abzuringen, auf Dauer zu sichern und den fruchtbaren Boden als Weide- und Ackerland urbar zu machen.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 149</ref>
 
[[Datei:Leybuchtpolder Hof um 1950 01.jpg|mini|Typischer Hof aus der Anfangszeit des Ortes.]]
Nach Abschluss der Eindeichung im Jahr 1950 wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Hierbei wurden zu gleichen Anteilen Einheimische und Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten bei der Verteilung berücksichtigt. Bevorzugt wurden dabei die Deicharbeiter, unabhängig ihrer Herkunft, die mit ihrer Arbeit die Besiedlung des Ortes überhaupt erst möglich gemacht haben. Vergeben wurden 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von 10 bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von 7 bis 10 Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten. Als Zuwegung und Verbindungen wurden etwa zwölf Kilometer Straßen angelegt, von denen viele noch in ihrer ursprünglichen, plattenartigen Bauweise existieren. Insgesamt wurden 103 Siedlerstellen geschaffen.<ref name=":0" /> Die Gebäude der Anfangsphase waren meist kleine Replikate der großen Gulfhöfe im Stile der bekannten ''Friesenhäuser'' und sahen den landwirtschaftlichen Betrieb als Nebenerwerb oder zur Selbstversorgung vor. Erst ab den späten 1950er und frühen 1960er Jahren begann man mit dem Bau regulärer Wohnhäuser.
Nach Abschluss der Eindeichung im Jahr 1950 wurde 1952 mit der Besiedlung des neu gewonnenen Landes begonnen. Hierbei wurden zu gleichen Anteilen Einheimische und Vertriebene aus dem ehemaligen deutschen Ostgebieten bei der Verteilung berücksichtigt. Bevorzugt wurden dabei die Deicharbeiter, unabhängig ihrer Herkunft, die mit ihrer Arbeit die Besiedlung des Ortes überhaupt erst möglich gemacht haben. Vergeben wurden 53 landwirtschaftliche Betriebe im Umfang von 10 bis 16 Hektar, 21 Betriebe in der Größenordnung von 7 bis 10 Hektar sowie 28 Arbeiter- und Handwerkerstellen, deren Grundstücke einen Hektar umfassten. Als Zuwegung und Verbindungen wurden etwa zwölf Kilometer Straßen angelegt, von denen viele noch in ihrer ursprünglichen, plattenartigen Bauweise existieren. Insgesamt wurden 103 Siedlerstellen geschaffen.<ref name=":0" /> Die Gebäude der Anfangsphase waren meist kleine Replikate der großen Gulfhöfe im Stile der bekannten ''Friesenhäuser'' und sahen den landwirtschaftlichen Betrieb als Nebenerwerb oder zur Selbstversorgung vor. Erst ab den späten 1950er und frühen 1960er Jahren begann man mit dem Bau regulärer Wohnhäuser.