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==Geschichte==
==Geschichte==
Bis zu den großen Deicheinbrüchen und Sturmfluten im 14. Jahrhundert verlief das Norder Tief bedeutend weiter nördlich, ungefähr entlang der heutigen Straßenzüge [[Utlandshörn (Straße)|Utlandshörn]] und [[Westermarscher Straße]], wo in früheren Jahren auch eine [[Liste der Eindeichungen|Deichlinie]] verlief. Von der Einmündung an der [[Leybucht]] bis zum Stadtkern wurde dieser Fluss, eine eiszeitliche Schmelzwasserrinne, ''Leide'' genannt. Diese Bezeichnung entstammt dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie ''(Wasser-)Leitung''. Im Laufe der Jahrhundert wurde daraus ''Ley''. Der Ausfall des ''d'' nach dem Tonvokal ist eine häufige Erscheinung im Niederdeutschen. Die Leybucht erhielt ihren Namen damit (über Umwege) vom Norder Tief. Das Norder Tief selbst entstand im Wesentlichen durch die [[Zweite Marcellusflut]] und wurde durch die [[Erste Dionysiusflut]], bei der die [[Leybucht]] ihre größte Ausdehnung erreichte, geformt, wenngleich der Flussverlauf im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert und begradigt wurde.
Bis zu den großen Deicheinbrüchen und Sturmfluten im 14. Jahrhundert verlief das Norder Tief bedeutend weiter nördlich, ungefähr entlang der heutigen Straßenzüge [[Utlandshörn (Straße)|Utlandshörn]] und [[Westermarscher Straße]], wo in früheren Jahren auch eine [[Liste der Eindeichungen|Deichlinie]] verlief. Von der Einmündung an der [[Leybucht]] bis zum Stadtkern wurde dieser Fluss, eine eiszeitliche Schmelzwasserrinne, ''Leide'' bzw. ''Altes Norder Tief'' genannt. Diese Bezeichnung entstammt dem Niederdeutschen und bedeutet so viel wie ''(Wasser-)Leitung''. Im Laufe der Jahrhundert wurde daraus ''Ley''. Der Ausfall des ''d'' nach dem Tonvokal ist eine häufige Erscheinung im Niederdeutschen. Die Leybucht erhielt ihren Namen damit (über Umwege) vom Norder Tief. Das Norder Tief selbst entstand im Wesentlichen durch die [[Zweite Marcellusflut]] und wurde durch die [[Erste Dionysiusflut]], bei der die [[Leybucht]] ihre größte Ausdehnung erreichte, geformt, wenngleich der Flussverlauf im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert und begradigt wurde.


Nach den katastrophalen Sturmfluten im 14. Jahrhundert dehnte sich die Leybucht aus und reichte im Norden nun bis an die [[Alter Westermarscher Deich|alte Deichlinie]] von [[Westermarsch]]. Durch die Fluten und damit einhergehende Landeinbrüche bildeten neue Fahrwasserrinnen. Nachdem der Leybucht über die folgenden Jahrhunderte immer wieder Land durch Eindeichungen entronnen wurde, entstand in etwa der heutige Flussverlauf. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder begradigt oder in seinem Verlauf geändert, so etwa um 1600, als der Verlauf des Galgentiefs nahe der [[Brückstraße]] etwas weiter südlich gelegt wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 174</ref><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Leybuchtpolder.pdf Beschreibung von Leybuchtpolder] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>
Nach den katastrophalen Sturmfluten im 14. Jahrhundert dehnte sich die Leybucht aus und reichte im Norden nun bis an die [[Alter Westermarscher Deich|alte Deichlinie]] von [[Westermarsch]]. Durch die Fluten und damit einhergehende Landeinbrüche bildeten neue Fahrwasserrinnen. Nachdem der Leybucht über die folgenden Jahrhunderte immer wieder Land durch Eindeichungen entronnen wurde, entstand in etwa der heutige Flussverlauf. Dieser wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder begradigt oder in seinem Verlauf geändert, so etwa um 1600, als der Verlauf des Galgentiefs nahe der [[Brückstraße]] etwas weiter südlich gelegt wurde.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 174</ref><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Leybuchtpolder.pdf Beschreibung von Leybuchtpolder] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref>