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Die Vereinsgebräuche zu Zeiten des Dritten Reiches waren streng und der Verein musste sogar einen Propagandawart bestimmen. Bei allen Veranstaltungen war die uniformähnliche Kleidung des Vereins zu tragen und auf unbedingte Disziplin zu achten. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die Kriegsmarine ab 1942 das Bootshaus halbseitig.
Die Vereinsgebräuche zu Zeiten des Dritten Reiches waren streng und der Verein musste sogar einen Propagandawart bestimmen. Bei allen Veranstaltungen war die uniformähnliche Kleidung des Vereins zu tragen und auf unbedingte Disziplin zu achten. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die Kriegsmarine ab 1942 das Bootshaus halbseitig.


Mit Kriegsende 1945 wurde der Vereinsbetrieb durch die britische Militärregierung formell aufgelöst und kam dadurch vorerst zum Erliegen. Am 15. Dezember 1945 lud [[Heinrich Kröger]] die Mitglieder des aufgelösten Vereins in den Saal des [[Altes Feuerwehrhaus|alten Feuerwehrhauses]] ein, um den Verein neu zu gründen (Kröger war Mitglied der [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]]). Die Militärregierung gab der Vereinsgründung statt, untersagte jedoch den bisherigen Vereinsnamen, da dieser in ihren Augen ''belastet'' war. Fortan nannte sich der Wassersportverein "Störtebeker", benannt nach dem berüchtigten Seeräuber. Die 40 ''neuen'' Mitglieder ernannten Heinrich Kröger zu ihrem neuen Vorsitzenden. Die Stadt Norden gestattete die Nutzung der bisherigen Anlagen am [[Norder Hafen]] und der Vereinsbetrieb konnte mit einigen Einschränkungen wieder aufgenommen werden.
Mit Kriegsende 1945 wurde der Vereinsbetrieb durch die britische Militärregierung formell aufgelöst und kam dadurch vorerst zum Erliegen. Am 15. Dezember 1945 lud [[Heinrich Kröger]] die Mitglieder des aufgelösten Vereins in den Saal des [[Altes Feuerwehrhaus|alten Feuerwehrhauses]] ein, um den Verein neu zu gründen (Kröger war Mitglied der [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]]). Die Militärregierung gab der Vereinsgründung statt, untersagte jedoch den bisherigen Vereinsnamen, da dieser in ihren Augen ''belastet'' war. Fortan nannte sich der Wassersportverein Störtebeker, benannt nach dem berüchtigten Seeräuber. Die 40 ''neuen'' Mitglieder ernannten Heinrich Kröger zu ihrem neuen Vorsitzenden. Die Stadt Norden gestattete die Nutzung der bisherigen Anlagen am [[Norder Hafen]] und der Vereinsbetrieb konnte mit einigen Einschränkungen wieder aufgenommen werden.


Die strengen Vorgaben der Militärregierung behinderten den ungehinderten Vereinsbetrieb jedoch auch weiterhin. Da größere Personenansammlungen von dieser genehmigt werden musste, entschieden sich auch vorerst weiter über größere Vereinszusammenkünfte, wie beispielsweise die Erlaubnis für einen Tanzabend am 14. Februar 1946 in der damaligen [[Gaststätte Stürenburg|Gründungsgaststätte]]. Der Tanzabend wurde stattgegeben, doch wurde das [[Hotel Henschen]] als Veranstaltungsort vorgegeben.
Die strengen Vorgaben der Militärregierung behinderten den ungehinderten Vereinsbetrieb jedoch auch weiterhin. Da größere Personenansammlungen von dieser genehmigt werden musste, entschieden sich auch vorerst weiter über größere Vereinszusammenkünfte, wie beispielsweise die Erlaubnis für einen Tanzabend am 14. Februar 1946 in der damaligen [[Gaststätte Stürenburg|Gründungsgaststätte]]. Der Tanzabend wurde stattgegeben, doch wurde das [[Hotel Henschen]] als Veranstaltungsort vorgegeben.


Am 19. Mai 1946 stellte der Verein einen Antrag an die Stadt Norden, ein bis dahin brachliegendes Gelände am [[Raiffeisenstraße|Deichweg]] zu erwerben. Während des Krieges befand sich hier der [[Liste der Flakstellungen|Heimatflakstellungen]], die die Stadt vor Luftangriffen schützen sollte. Die Stadt überließ dem Verein das Gelände unentgeltlich, sodass dieser hier in weitestgehender Eigenleistung eine große Holzbaracke errichtete. Durch die Währungsreform 1948 verzögerte sich der Bau, konnte dann aber letztlich am 10. September 1950 offiziell eingeweiht werden. Schon 1965 begann man mit dem Bau des bis heute existierenden Vereinsheims. Auch dieser Bau verzögerte sich zunächst, da man seinerzeit hier noch eine [[Südumgehung|Umgehungsstraße]] plante. Am 17. Juli 1965 konnte letztlich Richtfest gefeiert werden und der Bau wenig später seiner Bestimmung übergeben werden.
Am 19. Mai 1946 stellte der Verein einen Antrag an die Stadt Norden, ein bis dahin brachliegendes Gelände am [[Raiffeisenstraße|Deichweg]] zu erwerben. Während des Krieges befand sich hier der [[Liste der Flakstellungen|Heimatflakstellungen]], die die Stadt vor Luftangriffen schützen sollte. Die Stadt überließ dem Verein das Gelände unentgeltlich, sodass dieser hier in weitestgehender Eigenleistung eine große Holzbaracke errichtete, die man Anfang 1946 von den Briten erwarb, abbrach und wieder aufbaute. Durch die Währungsreform 1948 verzögerte sich der Bau, konnte dann aber letztlich am 10. September 1950 offiziell eingeweiht werden. Schon 1965 begann man mit dem Bau des bis heute existierenden Vereinsheims. Auch dieser Bau verzögerte sich zunächst, da man seinerzeit hier noch eine [[Südumgehung|Umgehungsstraße]] plante. Am 17. Juli 1965 konnte letztlich Richtfest gefeiert werden und der Bau wenig später seiner Bestimmung übergeben werden.


==Quellenverzeichnis==
==Quellenverzeichnis==