Rathaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Neue Rathaus''' ist seit dem Herbst 1883 der Sitz der Norder Stadtverwaltung sowie Sitz des [[Stadtrat|Stadtrates]] und des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeisters]]. Es war der Nachfolgebau des [[Altes Rathaus]]. Neben der [[Stadt Norden]] hatten nur noch die [[Sandbauerschaft]] (Vorderräume des [[Hof Constapel|Hofs Constapel]]) und die [[Gemeinde Lintelermarsch]] ([[Altes Rathaus (Lintelermarsch)|Hattermannsweg 3]]) ein eigenes Rathaus. Alle anderen ehemaligen Gemeinden und heutigen Stadtteile erledigten ihre Amtsgeschäfte in den Privaträumen des Bürgermeisters sowie des [[Gemeindedirektor|Gemeindedirektors]]. | Das '''Neue Rathaus''' (früher: ''Villa van Hülst'') ist seit dem Herbst 1883 der Sitz der Norder Stadtverwaltung sowie Sitz des [[Stadtrat|Stadtrates]] und des [[Liste der Bürgermeister der Stadt Norden|Bürgermeisters]]. Es war der Nachfolgebau des [[Altes Rathaus]]. Neben der [[Stadt Norden]] hatten nur noch die [[Sandbauerschaft]] (Vorderräume des [[Hof Constapel|Hofs Constapel]]) und die [[Gemeinde Lintelermarsch]] ([[Altes Rathaus (Lintelermarsch)|Hattermannsweg 3]]) ein eigenes Rathaus. Alle anderen ehemaligen Gemeinden und heutigen Stadtteile erledigten ihre Amtsgeschäfte in den Privaträumen des Bürgermeisters sowie des [[Gemeindedirektor|Gemeindedirektors]]. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Das Gebäude umfasste eine Vielzahl an großzügigen Räumen, die teilweise Namen hatten. So wurde das südliche Zimmer, das zum Garten zeigte, ''Gartenzimmer'' genannt. Den Arbeitsbereich (heute wurde man wohl Büro sagen) umfasste ein südlich zum gepflasterten Hof gelegenes sowie das zum [[Marktplatz]] ausgerichtete Zimmer. Ein anderes, im hinteren Bereich gelegenes Zimmer wurde ''Fehnzimmer'' genannt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 51</ref> Cremer war zeitlebens auch Direktor der [[Norder Fehngesellschaft]] und erledigte die damit anfallenden Verwaltungsaufgaben wohl von hier aus. | Das Gebäude umfasste eine Vielzahl an großzügigen Räumen, die teilweise Namen hatten. So wurde das südliche Zimmer, das zum Garten zeigte, ''Gartenzimmer'' genannt. Den Arbeitsbereich (heute wurde man wohl Büro sagen) umfasste ein südlich zum gepflasterten Hof gelegenes sowie das zum [[Marktplatz]] ausgerichtete Zimmer. Ein anderes, im hinteren Bereich gelegenes Zimmer wurde ''Fehnzimmer'' genannt.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 51</ref> Cremer war zeitlebens auch Direktor der [[Norder Fehngesellschaft]] und erledigte die damit anfallenden Verwaltungsaufgaben wohl von hier aus. | ||
Nachdem er das Gebäude einige Zeit selbst als Wohnhaus nutzte, vermachte er es im Jahre 1880 für 50.000 Mark an die Stadt Norden, die zuvor dringend nach einem Ersatz für das zu klein gewordene [[Altes Rathaus]] gesucht hatte, doch erst im Sommer 1884 erfolgte der Umzug der Stadtverwaltung. Am 23. September 1884 tagte der [[Magistrat]] dann erstmals im Neuen Rathaus.<ref name=":1" /> Später wurde das Gebäude um einen langgezogenen Bau nach Süden hin erweitert. | Nachdem er das Gebäude einige Zeit selbst als Wohnhaus nutzte, vermachte er es im Jahre 1880 für 50.000 Mark an die Stadt Norden, die zuvor dringend nach einem Ersatz für das zu klein gewordene [[Altes Rathaus]] gesucht hatte, doch erst im Sommer 1884 erfolgte der Umzug der Stadtverwaltung. Am 23. September 1884 tagte der [[Magistrat]] dann erstmals im Neuen Rathaus.<ref name=":1" /> Später wurde das Gebäude um einen langgezogenen Bau nach Süden hin erweitert. Die Familie van Hülst errichte indes ein [[Haus van Hülst|neues Anwesen]] an der [[Doornkaatlohne]]. | ||
Mit dem Haupthaus erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref>Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden zudem ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt.<ref>Archivunterlagen der Feuerwehr Norden</ref> Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Das Gebäude bzw. seine Fassade nebst Giebel wurde erst im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref name=":0" /> | Mit dem Haupthaus erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref>Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden zudem ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt.<ref>Archivunterlagen der Feuerwehr Norden</ref> Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Das Gebäude bzw. seine Fassade nebst Giebel wurde erst im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref name=":0" /> | ||