Jahnplatz: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Ursprünglich wurde der Jahnplatz etwa 1929 von mehreren Norder Sportvereinen als einfacher Sportplatz mit Fußballfeld angelegt.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 3</ref> Ein Ausbau erfolgte etwa zehn Jahre später, das ''Jahnstadion'' wurde am 14. August 1938 von den Nationalsozialisten feierlich nach kurzer Bauzeit eingeweiht. Als Arbeiter fungierten - in mehr oder minder freiwilliger Leistung - Angehörige der NSDAP, örtlicher Vereine sowie die Belegschaft privater und öffentlicher Einrichtungen bzw. Betriebe.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 34</ref> Benannt wurde der Platz nach Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), bekannt als ''Turnvater Jahn'', dem Gründer der ''Turnbewegung'', obwohl dieser dem Fußball abneigend gegenüber stand.
Ursprünglich wurde der Jahnplatz 1927 von mehreren Norder Sportvereinen als einfacher Sportplatz mit Fußballfeld, einer 400-Meter-Laufbahn und Sprunggruben angelegt.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 3</ref><ref name=":0">Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 13</ref> Bis dahin gab es nur den [[Alter Sportplatz|Sportplatz]] in [[Süderneuland I]] und kleinere, einfache Sportanlagen auf Schulhöfen.<ref name=":0" />


Der Sportplatz erstreckte sich bei Beginn nur auf den Bereich um das Stadion, der nordöstliche Teil kam erst wesentlich später hinzu.<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115004.jpg)</ref><ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115004-2.jpg)</ref> Hier befanden sich bis etwa 1949 mehrere Baracken mit unterschiedlicher Nutzung (Lazarett, Lagerstätten), die größtenteils im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], teilweise jedoch erst kurz nach Kriegsende errichtet wurden.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 32</ref> Die Baracken boten nach dem Krieg mehreren Menschen ein Dach über dem Kopf.<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115026-1.jpg)</ref> Die letzte, erhaltene Baracke aus der Zeit wird heute als [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Vereinsheim]] genutzt und befindet sich an der [[Kastanienallee]].
Ein Ausbau mit weiteren Sportanlagen und Tribünen erfolgte gut elf Jahre später, das nun so genannte ''Jahnstadion'' wurde am 14. August 1938 von den Nationalsozialisten feierlich nach kurzer Bauzeit eingeweiht.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Als Arbeiter fungierten - in mehr oder minder freiwilliger Leistung - Angehörige der NSDAP, örtlicher Vereine sowie die Belegschaft privater und öffentlicher Einrichtungen bzw. Betriebe.<ref name=":1">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 34</ref> Benannt wurde der Platz nach Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), bekannt als ''Turnvater Jahn'', dem Gründer der ''Turnbewegung'', obwohl dieser dem Fußball abneigend gegenüber stand.
 
Der Sportplatz erstreckte sich bei Beginn nur auf den Bereich um das Stadion, der nordöstliche Teil kam erst wesentlich später hinzu.<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115004.jpg)</ref><ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115004-2.jpg)</ref> Hier befanden sich bis etwa 1949 mehrere Baracken mit unterschiedlicher Nutzung (Lazarett, Lagerstätten), die größtenteils im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], teilweise jedoch erst kurz nach Kriegsende errichtet wurden.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 32</ref> Die Baracken boten nach dem Krieg mehreren Menschen ein Dach über dem Kopf.<ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115026-1.jpg)</ref> Die letzte, erhaltene Baracke aus der Zeit wird heute als [[Vereinsheim (Kastanienallee)|Vereinsheim]] (an der [[Kastanienallee]]) genutzt.
 
In der Nachkriegszeit erfasste die Stadt ein regelrechtes Sportfieber, die Mitgliedschaft in einem Sportverein war nahezu obligatorisch. Am 18. Mai 1947 richtete der [[Norder Turnverein]] daher auf dem Jahnplatz den ''1. Großen Sporttag'' aus. Zwei Jahre später, 1949, wurde der [[Motorsportclub Norden]] gegründet. Da dieser die Aschenbahn für seine Rennen nutzte, kam es zu Streitigkeiten mit den Alteingesessenen. Durch den Motorsport wurde die Aschenbahn beschädigt, doch zogen die Rennen teilweise bis zu 10.000 Zuschauer an, was der Stadt und dem Verein beträchtliche Einnahmen brachte.<ref>Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 14</ref> 1956 erzielte man eine Einigung und die Rennen fanden nun auf dem Sportplatz im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] statt.


Als Heimstadion des im August 1945 gegründeten [[FC Norden]] wurde der Jahnplatz Schauplatz zahlreicher spektakulärer Spiele, so etwa ein Spiel gegen die schwedische Fußballmannschaft ''Nybro Idrottsförening'' am 1. Januar 1951 oder am 6. Dezember 1987 gegen den 1. FC Bayern München, bei dem die Norder souverän mit ''nur'' 8:1 unterlagen.<ref>[https://fc-norden.de/ Geschichte des FC Norden], abgerufen am 15. August 2021</ref>
Als Heimstadion des im August 1945 gegründeten [[FC Norden]] wurde der Jahnplatz Schauplatz zahlreicher spektakulärer Spiele, so etwa ein Spiel gegen die schwedische Fußballmannschaft ''Nybro Idrottsförening'' am 1. Januar 1951 oder am 6. Dezember 1987 gegen den 1. FC Bayern München, bei dem die Norder souverän mit ''nur'' 8:1 unterlagen.<ref>[https://fc-norden.de/ Geschichte des FC Norden], abgerufen am 15. August 2021</ref>
1989 wurde der Jahnplatz um eine Turnhalle erweitert. Bereits bei der Einweihung hatte NSDAP-Kreisleiter [[Lenhard Everwien]] von einem solchen Bau geschwärmt, zu dem es dann jedoch erst gut 50 Jahre später kam.<ref name=":0" />


==Galerie==
==Galerie==

Version vom 29. Dezember 2021, 14:16 Uhr

Jahnplatz

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Basisdaten
Kategorie Orte in Norden
Stadtteil/-viertel Ostlintel
Genaue Lage Am Sportplatz

26506 Norden

Der Jahnplatz ist nach dem Sportplatz in der Wildbahn und noch vor dem Sportplatz in Süderneuland der zweitgrößte Sportplatz der Stadt.

Geschichte

Ursprünglich wurde der Jahnplatz 1927 von mehreren Norder Sportvereinen als einfacher Sportplatz mit Fußballfeld, einer 400-Meter-Laufbahn und Sprunggruben angelegt.[1][2] Bis dahin gab es nur den Sportplatz in Süderneuland I und kleinere, einfache Sportanlagen auf Schulhöfen.[2]

Ein Ausbau mit weiteren Sportanlagen und Tribünen erfolgte gut elf Jahre später, das nun so genannte Jahnstadion wurde am 14. August 1938 von den Nationalsozialisten feierlich nach kurzer Bauzeit eingeweiht.[2][3] Als Arbeiter fungierten - in mehr oder minder freiwilliger Leistung - Angehörige der NSDAP, örtlicher Vereine sowie die Belegschaft privater und öffentlicher Einrichtungen bzw. Betriebe.[3] Benannt wurde der Platz nach Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852), bekannt als Turnvater Jahn, dem Gründer der Turnbewegung, obwohl dieser dem Fußball abneigend gegenüber stand.

Der Sportplatz erstreckte sich bei Beginn nur auf den Bereich um das Stadion, der nordöstliche Teil kam erst wesentlich später hinzu.[4][5] Hier befanden sich bis etwa 1949 mehrere Baracken mit unterschiedlicher Nutzung (Lazarett, Lagerstätten), die größtenteils im Zweiten Weltkrieg, teilweise jedoch erst kurz nach Kriegsende errichtet wurden.[6] Die Baracken boten nach dem Krieg mehreren Menschen ein Dach über dem Kopf.[7] Die letzte, erhaltene Baracke aus der Zeit wird heute als Vereinsheim (an der Kastanienallee) genutzt.

In der Nachkriegszeit erfasste die Stadt ein regelrechtes Sportfieber, die Mitgliedschaft in einem Sportverein war nahezu obligatorisch. Am 18. Mai 1947 richtete der Norder Turnverein daher auf dem Jahnplatz den 1. Großen Sporttag aus. Zwei Jahre später, 1949, wurde der Motorsportclub Norden gegründet. Da dieser die Aschenbahn für seine Rennen nutzte, kam es zu Streitigkeiten mit den Alteingesessenen. Durch den Motorsport wurde die Aschenbahn beschädigt, doch zogen die Rennen teilweise bis zu 10.000 Zuschauer an, was der Stadt und dem Verein beträchtliche Einnahmen brachte.[8] 1956 erzielte man eine Einigung und die Rennen fanden nun auf dem Sportplatz im Vertriebenenlager Tidofeld statt.

Als Heimstadion des im August 1945 gegründeten FC Norden wurde der Jahnplatz Schauplatz zahlreicher spektakulärer Spiele, so etwa ein Spiel gegen die schwedische Fußballmannschaft Nybro Idrottsförening am 1. Januar 1951 oder am 6. Dezember 1987 gegen den 1. FC Bayern München, bei dem die Norder souverän mit nur 8:1 unterlagen.[9]

1989 wurde der Jahnplatz um eine Turnhalle erweitert. Bereits bei der Einweihung hatte NSDAP-Kreisleiter Lenhard Everwien von einem solchen Bau geschwärmt, zu dem es dann jedoch erst gut 50 Jahre später kam.[2]

Galerie

Einzelnachweise

  1. Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 3
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 13
  3. 3,0 3,1 Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 34
  4. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115004.jpg)
  5. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115004-2.jpg)
  6. Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 32
  7. Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 0115026-1.jpg)
  8. Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 14
  9. Geschichte des FC Norden, abgerufen am 15. August 2021

Siehe auch