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Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die Marschbauern anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255</ref> | Bis in das 19. Jahrhunderts standen montags am [[Glockenturm]] die (vor allem) ost- und westfälischen Wanderarbeiter, um hier ihre Arbeitskraft für die Marschbauern anzubieten.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 133</ref> In einem Reisebericht dieser Zeit heißt es dazu: ''"Norden hat einen ungeheuren Markt, besetzt mit Bäumen, den besten Häusern und einer uralten Kirche. Es liegt im fettesten Marschlande, daher die reichen Bauern, welche arme südliche Westphalinger für sich arbeiten lassen. Jeden Sonntag ist auf dem Kirchhof ein Tagelöhner-Markt, wo diese Reichen die armen Arbeiter sich auslesen wie die Plantagenbesitzer die Neger. Überall ist der Arme der Neger der Reichen."'' <ref>[https://www.sparkasse-aurich-norden.de/content/dam/myif/spk-aurich-norden/work/dokumente/pdf/ihre-sparkasse/Chronik.pdf?n=true Chronik der Sparkasse Aurich-Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref><ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 255</ref> | ||
Diese Form eines ''Arbeitermarktes'' hat es noch bis etwa 1890 gegeben und ist dann infolge mangelnden Zulaufs eingegangen. Das Tagelöhnerwesen verlor dadurch an Bedeutung und wurde durch vergleichsweise feste Arbeitsverträge ersetzt.<ref>Canzler, Gerhard (1994): Norden. Museen im Alten Rathaus, Norden, S. 103</ref> | |||
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