Uldingaburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Uldingaburg''' (auch "(Ekeler) Torenhus" bzw. "(Ekeler) Torenhues" genannt) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Schulstraße]] und [[An der Gartenallee]] befunden hat. Es war Hautgebäude vom "Gut Ekel" zu dem auch das heute noch erhaltene, um 1600 erbaute, [[Ekeler Vorwerk]] gehörte. | Die '''Uldingaburg''' (auch "(Ekeler) Torenhus" bzw. "(Ekeler) Torenhues" genannt) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge [[Schulstraße]] und [[An der Gartenallee]] befunden hat. Es war Hautgebäude vom "Gut Ekel" zu dem auch das heute noch erhaltene, um 1600 erbaute, [[Ekeler Vorwerk]] gehörte. | ||
Es ist nicht überliefert, wann die Uldingaburg errichtet wurde, sie existierte jedoch spätens um 1500. Für diese Zeit wird das Häuptlingsgeschlecht [[Uldinga]] als Grundherren genannt. Der letzte männliche Uldinga verstarb 1569 und das gesamte Gut wechselte seinen Besitzer. Für das Jahr 1667 wird Graf Edzard Ferdinand aus dem Geschlecht der [[Cirksena]] genannt, dem auch das bis heute erhaltene [[Gräfliches Haus | Gräfliche Haus]] am [[Am Markt | Norder Marktplatz]] gehörte. | Es ist nicht überliefert, wann die Uldingaburg errichtet wurde, sie existierte jedoch spätens um 1500. Für diese Zeit wird das Häuptlingsgeschlecht [[Uldinga]] als Grundherren genannt. Der letzte männliche Uldinga verstarb 1569 und das gesamte Gut wechselte seinen Besitzer. Für das Jahr 1667 wird Graf Edzard Ferdinand aus dem Geschlecht der [[Cirksena]] genannt, dem auch das bis heute erhaltene [[Gräfliches Haus | Gräfliche Haus]] am [[Am Markt | Norder Marktplatz]] gehörte. Vom Baustil her erinnerte die Uldingaburg an das [[Altes Rathaus | Alte Rathaus]] von Norden. | ||
Das Umland des Guts bestand zunächst aus Eichenbäumen, die namensgebend für den Stadtteil [[Ekel]] waren. Diese wurden im Laufe der Zeit nach und nach abgerissen, um Platz für weitere Gebäude und landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Nördlich der Uldingaburg entstand eine Obstplantage, um die wiederum Wassergräben angelegt wurden. Diese sind noch heute am Ende des [[Dobbenweg | Dobbenwegs]] gut erkennbar. Die alte Obstplantage ist ebenfalls weitestgehend unbebaut, jedoch im Laufe der Jahre verwildert. Verantwortlich für die Plantage war ein Gärtnermeister. Für die Zeit um 1880 ist ein Mann mit Nachnamen "König" als Gärtnermeister belegt. | Das Umland des Guts bestand zunächst aus Eichenbäumen, die namensgebend für den Stadtteil [[Ekel]] waren. Diese wurden im Laufe der Zeit nach und nach abgerissen, um Platz für weitere Gebäude und landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Nördlich der Uldingaburg entstand eine Obstplantage, um die wiederum Wassergräben angelegt wurden. Diese sind noch heute am Ende des [[Dobbenweg | Dobbenwegs]] gut erkennbar. Die alte Obstplantage ist ebenfalls weitestgehend unbebaut, jedoch im Laufe der Jahre verwildert. Verantwortlich für die Plantage war ein Gärtnermeister. Für die Zeit um 1880 ist ein Mann mit Nachnamen "König" als Gärtnermeister belegt. | ||
Westlich dieser Plantage und der dazugehörigen Gärten wurde eine Allee angelegt, deren Bäume heute nur noch auf der östlichen Straßenseite stehen. Die Westseite wurde im Laufe der Jahre gerodet. Zu dieser Allee gehörte ein prächtiger Garten, der im barocken Stil angelegt wurde und mit bemerkenswerten Treilagen (Rankgerüste für Pflanzen) in Form von Pavillons und Pergolengängen eine aufwendige Gestaltung | Westlich dieser Plantage und der dazugehörigen Gärten wurde eine Allee angelegt, deren Bäume heute nur noch auf der östlichen Straßenseite stehen. Die Westseite wurde im Laufe der Jahre gerodet. Zu dieser Allee gehörte spätestens ab etwa 1800 ein prächtiger Garten, der im barocken Stil angelegt wurde und mit bemerkenswerten Treilagen (Rankgerüste für Pflanzen) in Form von Pavillons und Pergolengängen eine aufwendige Gestaltung aufwies. An diesen Prachtgarten mit der dazugehörigen, vorgenannten Allee erinnert heute noch der Straßenname [[An der Gartenallee]]. | ||
Im Jahr 1816 oder 1830 wurde die Uldingaburg abgebrochen. Heute erinnert an die Familie noch das [[Haus Uldinga]], ein Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit geistigen bzw. körperlichen Beeinträchtigungen, das sich nördlich des Guts befindet. | Im Jahr 1816 oder 1830 wurde die Uldingaburg abgebrochen. Heute erinnert an die Familie noch das [[Haus Uldinga]], ein Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit geistigen bzw. körperlichen Beeinträchtigungen, das sich nördlich des Guts befindet. | ||
Version vom 14. Januar 2021, 06:24 Uhr
Uldingaburg | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | um 1410 | |||||||
| Erbauer | unbekannt | |||||||
| Burgentyp | Steinhaus | |||||||
| Erhaltungszustand | geschliffen | |||||||
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Die Uldingaburg (auch "(Ekeler) Torenhus" bzw. "(Ekeler) Torenhues" genannt) war eine Burg, die sich im Winkel der heutigen Straßenzüge Schulstraße und An der Gartenallee befunden hat. Es war Hautgebäude vom "Gut Ekel" zu dem auch das heute noch erhaltene, um 1600 erbaute, Ekeler Vorwerk gehörte.
Es ist nicht überliefert, wann die Uldingaburg errichtet wurde, sie existierte jedoch spätens um 1500. Für diese Zeit wird das Häuptlingsgeschlecht Uldinga als Grundherren genannt. Der letzte männliche Uldinga verstarb 1569 und das gesamte Gut wechselte seinen Besitzer. Für das Jahr 1667 wird Graf Edzard Ferdinand aus dem Geschlecht der Cirksena genannt, dem auch das bis heute erhaltene Gräfliche Haus am Norder Marktplatz gehörte. Vom Baustil her erinnerte die Uldingaburg an das Alte Rathaus von Norden.
Das Umland des Guts bestand zunächst aus Eichenbäumen, die namensgebend für den Stadtteil Ekel waren. Diese wurden im Laufe der Zeit nach und nach abgerissen, um Platz für weitere Gebäude und landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Nördlich der Uldingaburg entstand eine Obstplantage, um die wiederum Wassergräben angelegt wurden. Diese sind noch heute am Ende des Dobbenwegs gut erkennbar. Die alte Obstplantage ist ebenfalls weitestgehend unbebaut, jedoch im Laufe der Jahre verwildert. Verantwortlich für die Plantage war ein Gärtnermeister. Für die Zeit um 1880 ist ein Mann mit Nachnamen "König" als Gärtnermeister belegt.
Westlich dieser Plantage und der dazugehörigen Gärten wurde eine Allee angelegt, deren Bäume heute nur noch auf der östlichen Straßenseite stehen. Die Westseite wurde im Laufe der Jahre gerodet. Zu dieser Allee gehörte spätestens ab etwa 1800 ein prächtiger Garten, der im barocken Stil angelegt wurde und mit bemerkenswerten Treilagen (Rankgerüste für Pflanzen) in Form von Pavillons und Pergolengängen eine aufwendige Gestaltung aufwies. An diesen Prachtgarten mit der dazugehörigen, vorgenannten Allee erinnert heute noch der Straßenname An der Gartenallee.
Im Jahr 1816 oder 1830 wurde die Uldingaburg abgebrochen. Heute erinnert an die Familie noch das Haus Uldinga, ein Wohn- und Pflegeheim für Menschen mit geistigen bzw. körperlichen Beeinträchtigungen, das sich nördlich des Guts befindet.
Quellenverzeichnis
- Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)
- Pühl, Eberhard (2007): Flurnamenforschung. Alte Backsteinhäuser in Ostfriesland und im Jeverland, Oldenburg, S. 37ff.
- Übersicht über sach- und personenbezogene Straßennamen der Stadt Norden