Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 7: Zeile 7:
1932 wechselte Pauls zur Erprobungsstelle des Reichsverbands der Deutschen Luftfahrtindustrie in Travemünde und wurde 1936 Referent für Raketentriebwerke im Reichsluftfahrtministerium. Offenbar erkannte Hermann Göring sein Potential, sodass Pauls 1938 zum Leiter der neugegründeten Versuchsstelle der Luftwaffe in Peenemünde-West ernannt wurde. Sie war das weniger bekannte Gegenstück zur Heeresversuchsanstalt in Peenemünde-Ost, wo die Wehrmacht unter dem bekannten Luftraumingenieur Wernher von Braun die erste Rakete konstruierte, die die Grenze zum Weltraum überschritt und damit den Grundstein für die bemannte Luftraumfahrt legte.
1932 wechselte Pauls zur Erprobungsstelle des Reichsverbands der Deutschen Luftfahrtindustrie in Travemünde und wurde 1936 Referent für Raketentriebwerke im Reichsluftfahrtministerium. Offenbar erkannte Hermann Göring sein Potential, sodass Pauls 1938 zum Leiter der neugegründeten Versuchsstelle der Luftwaffe in Peenemünde-West ernannt wurde. Sie war das weniger bekannte Gegenstück zur Heeresversuchsanstalt in Peenemünde-Ost, wo die Wehrmacht unter dem bekannten Luftraumingenieur Wernher von Braun die erste Rakete konstruierte, die die Grenze zum Weltraum überschritt und damit den Grundstein für die bemannte Luftraumfahrt legte.


Nachdem Pauls dort mehrere Jahre tätig war, wurde er 1942 zum Sonderbeauftragten für Logistik der ''Fieseler Fi 103'' berufen. Diese neuartige Waffe war der weltweit erste, militärisch eingesetzte Marschflugkörper und wurde von den Nationalsozialisten propagandistisch als ''Vergeltungswaffe 1'' (V 1) als ''Wunderwaffe'' dargestellt. Sie war ein direkter Vorläufer der ''Vergeltungswaffe 2'', der weltweit ersten funktionsfähigen Großrakete mit Flüssigkeitstriebwerk.
Nachdem Pauls dort mehrere Jahre tätig war, wurde er am 1. September 1942 zum Sonderbeauftragten für Logistik der ''Fieseler Fi 103'' berufen. Diese neuartige Waffe war der weltweit erste, militärisch eingesetzte Marschflugkörper und wurde von den Nationalsozialisten propagandistisch als ''Vergeltungswaffe 1'' (V 1) als ''Wunderwaffe'' dargestellt. Sie war ein direkter Vorläufer der ''Vergeltungswaffe 2'', der weltweit ersten funktionsfähigen Großrakete mit Flüssigkeitstriebwerk.


Aus unbekannten Gründen wurde Pauls nicht, wie ein Großteil der in seinem Bereich tätigen Wissenschaftlern von den Vereinigten Staaten oder der Sowjetunion angeworben bzw. von ihnen verschleppt, sondern nahm eine freiberufliche Tätigkeit als Ingenieur in seiner Heimatregion auf. Aufgrund seines umfangreichen Wissens im Bereich der Rüstungsindustrie wurde er 1957 zum Leitenden Regierungsdirektor beim neugegründeten Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung der Bundeswehr berufen. 1967 wurde er pensioniert und ließ sich in Göttingen nieder, wo er 1989 verstarb. Gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg, geb. Soltau, fand er seine letzte Ruhestätte auf dem [[Parkfriedhof]] zu [[Ostlintel]].
Aus unbekannten Gründen wurde Pauls nicht, wie ein Großteil der in seinem Bereich tätigen Wissenschaftlern von den Vereinigten Staaten oder der Sowjetunion angeworben bzw. von ihnen verschleppt, sondern nahm eine freiberufliche Tätigkeit als Ingenieur in seiner Heimatregion auf. Aufgrund seines umfangreichen Wissens im Bereich der Rüstungsindustrie wurde er 1957 zum Leitenden Regierungsdirektor beim neugegründeten Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung der Bundeswehr berufen. 1967 wurde er pensioniert und ließ sich in Göttingen nieder, wo er 1989 verstarb. Gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg, geb. Soltau, fand er seine letzte Ruhestätte auf dem [[Parkfriedhof]] zu [[Ostlintel]].