Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 47: Zeile 47:
Vom Herbst 1920 bis 1931 nutzte die [[Ackerbauschule]] einige Räume der Gräfin-Theda-Schule für ihren Unterricht, da in ihrem ursprünglichen Gebäude seit 1919 die [[Ländliche Genossenschaftsbank]] eingezogen war.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129</ref> Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung (Abitur) am Norder Gymnasium möglich.<ref name=":1">[http://www.ug-norden.de/index.php/das-sind-wir/historisches-pressespiegel/historisches Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden], abgerufen am 15. April 2021</ref> Dies war zurückzuführen auf die Umwandlung der Schule von einer Höheren Töchter- bzw. Mädchenschule zu einer Mittelschule, wodurch die Geschlechtertrennung an beiden Schulen aufgehoben wurde. Die Umwandlung der Schule war jedoch erst 1930 abgeschlossen.<ref name=":0" />
Vom Herbst 1920 bis 1931 nutzte die [[Ackerbauschule]] einige Räume der Gräfin-Theda-Schule für ihren Unterricht, da in ihrem ursprünglichen Gebäude seit 1919 die [[Ländliche Genossenschaftsbank]] eingezogen war.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 129</ref> Seit 1928 war auch Mädchen das Ablegen der Reifeprüfung (Abitur) am Norder Gymnasium möglich.<ref name=":1">[http://www.ug-norden.de/index.php/das-sind-wir/historisches-pressespiegel/historisches Internetseite des Ulrichsgymnasiums Norden], abgerufen am 15. April 2021</ref> Dies war zurückzuführen auf die Umwandlung der Schule von einer Höheren Töchter- bzw. Mädchenschule zu einer Mittelschule, wodurch die Geschlechtertrennung an beiden Schulen aufgehoben wurde. Die Umwandlung der Schule war jedoch erst 1930 abgeschlossen.<ref name=":0" />


Mit Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde der Schulbetrieb vorläufig eingestellt, jedoch bereits am 18. September 1939 wieder aufgenommen. Da in vier Klassenräumen im Erdgeschoss bereits am 6. September ein Lazarett eingerichtet wurde, musste der Unterricht im Lehrerzimmer und in den Räumen im 1. Obergeschoss stattfinden, zwei weitere Räume wurden seit dem 20. Dezember des Jahres vom Führungsstab der [[Liste der Flakstellungen|Flakstellungen]] genutzt. Der Schulunterricht bestand während des Krieges vielfach aus Propagandaunterricht, so wurde etwa am 19. Februar 1940 ein Film mit dem Titel ''Feldzug in Polen'' gezeigt. In den Wintermonaten fiel der Unterricht oftmals wegen Kohlemangels aus, Teile der Lehrerschaft (u.a. der Direktor selbst) wurden zum Kriegsdienst einberufen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 110</ref>
Mit Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde der Schulbetrieb vorläufig eingestellt, jedoch bereits am 18. September 1939 wieder aufgenommen. Da in vier Klassenräumen im Erdgeschoss bereits am 6. September ein Lazarett eingerichtet wurde, musste der Unterricht im Lehrerzimmer und in den Räumen im 1. Obergeschoss stattfinden, zwei weitere Räume wurden seit dem 20. Dezember des Jahres vom Führungsstab der [[Liste der Flakstellungen|Flakstellungen]] genutzt. Der Schulunterricht bestand während des Krieges vielfach aus Propagandaunterricht, so wurde etwa am 19. Februar 1940 ein Film mit dem Titel ''Feldzug in Polen'' gezeigt. In den Wintermonaten fiel der Unterricht oftmals wegen Kohlemangels aus, Teile der Lehrerschaft (u.a. der Direktor selbst) wurden zum Kriegsdienst einberufen.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 110</ref> Die Turnhalle wurde ab 1938, wie auch die [[Sielturnhalle]], für Lagerungszwecke (Getreide und Kartoffeln) umfunktioniert.<ref name=":4">Ocken, Ihno (1996): Entstehung und Entwicklung des Sports in der Stadt Norden, Norden, S. 41</ref>


Nach Kriegsende kam es, bedingt durch einen Zuzug einer Vielzahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten zu einem starken Anstieg der Schülerzahlen. Besuchten 1944 noch gut 200 Kinder die Schule, waren es um 1950 bereits über 400. Zu Beginn der 1950er Jahren wurde das bei Weitem über seine Kapazitäten kommende Gebäude um einen Anbau erweitert. In diesem befindet sich heute das [[Medienzentrum Norden|Medienzentrum]]. Ein vollständiger Neubau war jedoch unbedingt erforderlich.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 112</ref> Die Raumot vergrößerte sich derart, dass der Unterricht an weiteren Standorten im Stadtgebiet abgehalten werden musste, so etwa im Saal des [[Altes Feuerwehrhaus]], der [[Baracke (Schulstraße)|Baracke an der Schulstraße]] oder sogar in einer Baubude nahe des [[Neuer Friedhof|Friedhofs]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 113</ref> Das Vorhaben scheiterte jedoch lange an der Finanzierung in Angesicht der klammen Stadtkasse. 1965 wird aus der ''Mittelschule'' eine ''Realschule''.<ref name=":3" />
Nach Kriegsende kam es, bedingt durch einen Zuzug einer Vielzahl von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den (ehemaligen) deutschen Ostgebieten zu einem starken Anstieg der Schülerzahlen. Besuchten 1944 noch gut 200 Kinder die Schule, waren es um 1950 bereits über 400.<ref name=":5" />
 
Nach Kriegsende wurde die Turnhalle zur Unterbringung von Flüchtlingen und Vertriebenen genutzt und erst 1949 wieder für Sportzwecke freigegeben. Der Boden war jedoch abgängig, sodass die Halle zunächst von Norder Sportlern in Eigenleistung umfassend - aber spartanisch - renoviert werden musste.<ref name=":4" />
 
Zu Beginn der 1950er Jahren wurde das bei Weitem über seine Kapazitäten kommende Gebäude um einen Anbau erweitert. In diesem befindet sich heute das [[Medienzentrum Norden|Medienzentrum]]. Ein vollständiger Neubau war jedoch unbedingt erforderlich.<ref name=":5">Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 112</ref> Die Raumnot vergrößerte sich derart, dass der Unterricht an weiteren Standorten im Stadtgebiet abgehalten werden musste, so etwa im Saal des [[Altes Feuerwehrhaus]], der [[Baracke (Schulstraße)|Baracke an der Schulstraße]] oder sogar in einer Baubude nahe des [[Neuer Friedhof|Friedhofs]].<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 113</ref> Das Vorhaben scheiterte jedoch lange an der Finanzierung in Angesicht der klammen Stadtkasse. 1965 wird aus der ''Mittelschule'' eine ''Realschule''.<ref name=":3" />


1967 erklärte sich schließlich der [[Landkreis Norden]] bereit, die Kosten für einen Neubau zu übernehmen. 1969 wurde mit dem Bau des [[Schulzentrum Ekel]] begonnen. Die feierliche Einweihung fand am 11. Februar 1970 statt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 116</ref> Zu dieser Zeit war der bekannte Norder Heimatforscher [[Gerhard Canzler]] Direktor der Schule. Kurze Zeit später wurde der den Namen tragende Schriftzug an der Gebäudemauer entfernt, der sich aber mitterweile wieder an seinem angestammten Platz befindet.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 120</ref> Von 1974 bis 1980 befand sich in der Schule die ''Orientierungsstufe II'', die ab dann in das Ekeler Schulzentrum verlegt wurde, da das an seine Kapazitäten kommende [[Ulrichsgymnasium]] eine Nutzung der Räumlichkeiten für eigene Zwecke beantragte.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 166</ref>
1967 erklärte sich schließlich der [[Landkreis Norden]] bereit, die Kosten für einen Neubau zu übernehmen. 1969 wurde mit dem Bau des [[Schulzentrum Ekel]] begonnen. Die feierliche Einweihung fand am 11. Februar 1970 statt.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 116</ref> Zu dieser Zeit war der bekannte Norder Heimatforscher [[Gerhard Canzler]] Direktor der Schule. Kurze Zeit später wurde der den Namen tragende Schriftzug an der Gebäudemauer entfernt, der sich aber mitterweile wieder an seinem angestammten Platz befindet.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 120</ref> Von 1974 bis 1980 befand sich in der Schule die ''Orientierungsstufe II'', die ab dann in das Ekeler Schulzentrum verlegt wurde, da das an seine Kapazitäten kommende [[Ulrichsgymnasium]] eine Nutzung der Räumlichkeiten für eigene Zwecke beantragte.<ref>Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 166</ref>