Hof Selden Rüst: Unterschied zwischen den Versionen
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|1788 - 1789 (16. Jhdt.) | |1788-1789 (16. Jhdt.) | ||
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Als erster Besitzer wurde dfer Drost [[Ulrich Harringa]] genannt, dem unter anderem auch das [[Vossenhus]] gehörte. Der Hof war adelig frei, was bedeutet, dass der Besitzer keine Abgaben in Form von Steuern leisten musste und auch sonst über mehrere Privilegien verfügte. Allerdings musste er zu bestimmten Anlässen beim Hofe in Aurich erscheinen und dort Ritterdienste leisten.<ref name=":0" /> Denkbar ist, dass der ursprüngliche Bauherr des heutigen Gebäudes ein wohlhabender Großbauer der [[Westgaste]], damals noch Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] oder der [[Westermarsch]] war. | Als erster Besitzer wurde dfer Drost [[Ulrich Harringa]] genannt, dem unter anderem auch das [[Vossenhus]] gehörte. Der Hof war adelig frei, was bedeutet, dass der Besitzer keine Abgaben in Form von Steuern leisten musste und auch sonst über mehrere Privilegien verfügte. Allerdings musste er zu bestimmten Anlässen beim Hofe in Aurich erscheinen und dort Ritterdienste leisten.<ref name=":0" /> Denkbar ist, dass der ursprüngliche Bauherr des heutigen Gebäudes ein wohlhabender Großbauer der [[Westgaste]], damals noch Teil der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]] oder der [[Westermarsch]] war. | ||
1761 brannte die ehemalige kleine Scheune ab, das Vorderhaus blieb stehen.<ref name=":0" /> 1788 wurde der Hof wieder ein Raub der Flammen, da einer der Knechte auf der Dreschdiele geraucht hatte, sodass ein erneuter Neubau erforderlich und 1789 von [[Deichrichter]] Wieben fertiggestellt wurde. | 1761 brannte die ehemalige kleine Scheune ab, das Vorderhaus blieb stehen.<ref name=":0" /> 1788 wurde der Hof wieder ein Raub der Flammen, da einer der Knechte auf der Dreschdiele geraucht hatte, sodass ein erneuter Neubau erforderlich und 1789 von [[Deichrichter]] [[Hindericus Wieben]] fertiggestellt wurde.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 49</ref><ref name=":2">Brückner, Annemarie / Gerdes, Edo (1984): So war es damals. Bilder aus dem alten Norden, Leer, S. 122</ref> Dadurch kam der Hof zu seinem Namen ''Selden Rüst'', was im Niederdeutschen ''Selten Ruhe'' bedeutet.<ref name=":0" /> | ||
Der Chirurg [[Johann Ludwig Clemens Wickel]] erstand das Gebäude 1818 zusammen mit seiner Ehefrau [[Siemke Muhlenben Fegtes]] und ließ einen drei [[Diemat]] großen Garten, wohl im französischen Stil, anlegen. Nach ihm wurde die Besitzung ''Wickelbörg'' genannt, woraus später Wickelei bzw. Wickelee wurde.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Um 1860 wurde das Gebäude um den bis heute erhaltenen, landwirtschaftlichen Anbau erweitert.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 80</ref> Von 1848 bis 1857 nutzte die [[Bürgerwehr|Norder Bürgerwehr]] das Gelände als Exerzierplatz und veranstaltete hier ihr ''Preisschießen''.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85</ref> | Der Chirurg [[Johann Ludwig Clemens Wickel]] erstand das Gebäude 1818 zusammen mit seiner Ehefrau [[Siemke Muhlenben Fegtes]] und ließ einen drei [[Diemat]] großen Garten, wohl im französischen Stil, anlegen. Nach ihm wurde die Besitzung ''Wickelbörg'' genannt, woraus später Wickelei bzw. Wickelee wurde.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2011): Höfe in der Sandbauerschaft, Manuskript</ref> Um 1860 wurde das Gebäude um den bis heute erhaltenen, landwirtschaftlichen Anbau erweitert.<ref>Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich – Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 80</ref> Von 1848 bis 1857 nutzte die [[Bürgerwehr|Norder Bürgerwehr]] das Gelände als Exerzierplatz und veranstaltete hier ihr ''Preisschießen''.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 85</ref> | ||
1894 erwarb [[Abbo Dieken]] das Gebäude. Nach ihm wurde später die anliegende Straße [[Diekens Drift]] benannt. Zum Zeitpunkt seines Erwerbs standen die Löwen, die den Eingang an beiden Seiten flankieren, bereits an Ort und Stelle, sodass unklar bleibt, wer sie dort aufstellte. Mitbürger hätten Dieken erzählt, die Löwen hätte einst ein Kapitän von einer Reise nach Afrika mitgebracht.<ref name=":1" /> | 1894 erwarb [[Abbo Dieken]] das Gebäude. Nach ihm wurde später die anliegende Straße [[Diekens Drift]] benannt. Zum Zeitpunkt seines Erwerbs standen die Löwen, die den Eingang an beiden Seiten flankieren, bereits an Ort und Stelle, sodass unklar bleibt, wer sie dort aufstellte. Mitbürger hätten Dieken erzählt, die Löwen hätte einst ein Kapitän von einer Reise nach Afrika mitgebracht.<ref name=":1">Sanders, Adolf (1988): Unsere Stadt hinterm Deich, Norden, S. 23</ref> | ||
In den 1920er Jahren lebte der Heimatdichter [[Arend Dreesen]] in dem Hause.<ref name=":2" /> | |||
Nach mehreren Jahren als Gastwirtschaft dient das Gebäude heute nur noch zu Wohnzwecken. Die heutigen Besitzer betrieben in dem Hof bis zum Jahr 2014 zudem mehrere Ferienwohnungen. Eine im ehemaligen Park des Hofes errichtete Ferienhaussiedlung wurde unter dem Projektnamen ''Park am Löwenhof'' zwischen 2012 und 2013 errichtet. | Nach mehreren Jahren als Gastwirtschaft dient das Gebäude heute nur noch zu Wohnzwecken. Die heutigen Besitzer betrieben in dem Hof bis zum Jahr 2014 zudem mehrere Ferienwohnungen. Eine im ehemaligen Park des Hofes errichtete Ferienhaussiedlung wurde unter dem Projektnamen ''Park am Löwenhof'' zwischen 2012 und 2013 errichtet. | ||