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26506 Norden
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Das '''Deutsche Haus''' entstand 1880 aus zwei einst selbstständigen Gebäuden bzw. Grundstücken, die in diesem Jahr zu einem zusammengefasst wurden. Wenngleich das Gebäude vor allem als Hotel bekannt ist, hat es im Laufe seiner Geschichte auch andere Nutzungen erfahren. Seit 2016 befindet sich das historische und denkmalgeschützte Gebäude in einem Teilabriss sowie Umnutzung durch einen estnischen Investor.
Das '''Deutsche Haus''' entstand 1880 aus zwei einst selbstständigen Gebäuden bzw. Grundstücken, die in diesem Jahr zu einem zusammengefasst wurden. Wenngleich das Gebäude vor allem als Hotel bekannt ist, hat es im Laufe seiner Geschichte auch andere Nutzungen erfahren. Seit 2016 befindet sich das historische und denkmalgeschützte Gebäude in einem Teilabriss sowie Umnutzung durch einen estnischen Investor.
 
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== Geschichte ==
==Geschichte==
Erstmalig erwähnt wird der rechte Gebäudeteil bereits in der Zeit um 1814, als hier eine Geneverbrennerei eines [[Jan Behrends|Jan F. Behrends]] erwähnt wird, die jedoch schon vor 1818 einging.<ref name=":4" /><ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 116</ref> 1826 wird [[Sielrichter]] Tammena als Eigentümer genannt, anschließend gehörte das Gebäude einem Holzhändler namens Bonn. Später befand sich hier eine Kaffeehandlung (''Busch'sches Kaffeehaus''), aus dem 1848 schließlich eine von [[Jacob Eimers|Jacob G. Eimers]] betriebene Gastwirtschaft wurde, wie das [[Norder Stadtblatt]] am 16. Dezember 1848 verkündete. Dieser benannte das Gebäude auch erstmals ''Deutsches Haus'', was wohl in der aufkommenden Nationalstimmung einer gesamtdeutschen Nation des sonst kleinstaaterisch geprägten Deutschlands zugrunde lag.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 125</ref>
Erstmalig erwähnt wird der rechte Gebäudeteil bereits in der Zeit um 1814, als hier eine Geneverbrennerei eines [[Jan Behrends|Jan F. Behrends]] erwähnt wird, die jedoch schon vor 1818 einging.<ref name=":4" /><ref name=":5">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 116</ref> 1826 wird [[Sielrichter]] Tammena als Eigentümer genannt, anschließend gehörte das Gebäude einem Holzhändler namens Bonn. Später befand sich hier eine Kaffeehandlung (''Busch'sches Kaffeehaus''), aus dem 1848 schließlich eine von [[Jacob Eimers|Jacob G. Eimers]] betriebene Gastwirtschaft wurde, wie das [[Norder Stadtblatt]] am 16. Dezember 1848 verkündete. Dieser benannte das Gebäude auch erstmals ''Deutsches Haus'', was wohl in der aufkommenden Nationalstimmung einer gesamtdeutschen Nation des sonst kleinstaaterisch geprägten Deutschlands zugrunde lag.<ref name=":4">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 125</ref>


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1903 erwarb [[Erich Beyer]] das Hotel von der Witwe des kurz zuvor verstorbenen Ploeger. Auch dieser hatte schon bald mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, denn der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Fremdenverkehr praktisch gänzlich zum Erliegen. 1918 starb Beyer, ein Jahr später verkaufte seine Witwe das Haus [[Karl Däling]] und [[Harm Peters]], die das Gebäude zugleich elektrifizierten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Die Stadt erhielt kurz vor Kriegsausbruch einen Anschluss an die [[Elektrizitätsversorgung]].
1903 erwarb [[Erich Beyer]] das Hotel von der Witwe des kurz zuvor verstorbenen Ploeger. Auch dieser hatte schon bald mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, denn der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Fremdenverkehr praktisch gänzlich zum Erliegen. 1918 starb Beyer, ein Jahr später verkaufte seine Witwe das Haus [[Karl Däling]] und [[Harm Peters]], die das Gebäude zugleich elektrifizierten.<ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 127</ref> Die Stadt erhielt kurz vor Kriegsausbruch einen Anschluss an die [[Elektrizitätsversorgung]].
[[Datei:Neuer Weg Deutsches Haus ohne Datum.JPG|links|mini|268x268px|Das Deutsche Haus auf einer undatierten Aufnahme.]]
 
Doch auch diesen neuen Eigentümern war das Glück wenig gesonnen, sodass sie das Gebäude an den [[Landkreis Norden]] veräußerten. Auch das [[Weinhaus]] ereilte dieses Schicksal. Während im Weinhaus das [[Finanzamt Norden|Finanzamt]] einzog, wurde in der ersten und zweiten Etage des ''Deutschen Hauses'' das ''Kreiswirtschaftsamt'' und eine Wohnung für einen Kreisbediensteten errichtet, die einliegende Gastwirtschaft und der Saal wurden von Peters in Pacht weiterbetrieben.<ref name=":1" />
Doch auch diesen neuen Eigentümern war das Glück wenig gesonnen, sodass sie das Gebäude an den [[Landkreis Norden]] veräußerten. Auch das [[Weinhaus]] ereilte dieses Schicksal. Während im Weinhaus das [[Finanzamt Norden|Finanzamt]] einzog, wurde in der ersten und zweiten Etage des ''Deutschen Hauses'' das ''Kreiswirtschaftsamt'' und eine Wohnung für einen Kreisbediensteten errichtet, die einliegende Gastwirtschaft und der Saal wurden von Peters in Pacht weiterbetrieben.<ref name=":1" />


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==Galerie==
==Galerie==
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Datei:Neuer Weg Deutsches Haus ohne Datum.JPG|Das Deutsche Haus auf einer undatierten Aufnahme.
Datei:Neuer Weg Deutsches Haus um 1970 01.jpg|Aufnahme aus der Zeit um 1970.
Datei:Neuer Weg Deutsches Haus Werbung um 1970 01.jpg|Werbedruck aus der Zeit um 1970.
Datei:Deutsches Haus - 22012007.jpg|Deutsches Haus - Gebäuderückseite - Aufnahme vom 22. Januar 2007.
Datei:Deutsches Haus - 22012007.jpg|Deutsches Haus - Gebäuderückseite - Aufnahme vom 22. Januar 2007.
Datei:Deutsches Haus - 16052010.jpg|Deutsches Haus - Gebäuderückseite - Aufnahme vom 16. Mai 2010.
Datei:Deutsches Haus - 16052010.jpg|Deutsches Haus - Gebäuderückseite - Aufnahme vom 16. Mai 2010.