Gnadenkirche Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Gnadenkirche Tidofeld''' wurde 1961 im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] errichtet. Sie ersetzte eine Barackenkirche, die die Bewohner des Lagers selbst errichteten. Heute befindet sich hier die ''Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland''. | Die '''Gnadenkirche Tidofeld''' wurde 1961 im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] errichtet. Sie ersetzte eine Barackenkirche, die die Bewohner des Lagers selbst errichteten. Heute befindet sich hier die ''Dokumentationsstätte zur Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Niedersachsen und Nordwestdeutschland''. | ||
Zur Erinnerung an den Vorgängerbau der Gnadenkirche, die sogenannte [[Lagerkirche Tidofeld]], befindet sich seit | Zur Erinnerung an den Vorgängerbau der Gnadenkirche, die sogenannte [[Lagerkirche Tidofeld]], befindet sich seit dem 14. November 1981 die einstige Glocke dieser Kirche als Denkmal vor dem Glockenturm. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Bereits im August 1948 richteten die Bewohner des Lagers in einer Baracke eine Kirche ein. Die Räumlichkeiten dieser Barackenkirche und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager | Bereits im August 1948 richteten die Bewohner des Lagers in einer Baracke eine Kirche ein. Die Räumlichkeiten dieser [[Lagerkirche Tidofeld|Barackenkirche]] und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertretenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab. Aufgrund des großen Zuwachses der (evangelisch-lutherischen) Gemeinde wurde diese Notlösung im Jahr 1961 durch den heutigen Bau ersetzt.<ref name=":0">[https://www.kirchenkreis-norden.de/Projekte---Konzepte/Dokumentationsst-tte-Gnadenkirche-Tidofeld Beschreibung der Gnadenkirche Tidofeld] beim Kirchenkreis Norden, abgerufen am 25. März 2021</ref> Am 15. Oktober des Jahres fand der erste Gottesdienst in der neuen Kirche statt, die offizielle Weihe erfolgte am 17. Dezember.<ref name=":1">50 Jahre Tidofeld. 1946-1996</ref> Die zwei verbliebenen Konfessionen besuchten fortan die [[Baptistenkirche]] sowie die [[Ludgeruskirche]] in [[Norden (Stadtteil)|Norden]]. | ||
Der Kirchenraum hat eine Fläche von gut 167 Quadratmetern, der dazugehörige Gemeindesaal eine Fläche von weiteren 38 Quadratmetern. Die Gnadenkirche | Der Kirchenraum hat eine Fläche von gut 167 Quadratmetern, der dazugehörige Gemeindesaal eine Fläche von weiteren 38 Quadratmetern. Die Gnadenkirche galt wegen ihrer Größe und Lage inmitten einer Vertriebenensiedlung als eine der bemerkenswerten Vertriebenenkirchen Deutschlands. Das Gebäude ist auch unter kunsthistorischen Aspekten sehenswert: Max Herrmann (Oldenburg), Meisterschüler von Otto Dix und Max Beckmann, schuf die beeindruckenden Glasfenster im Bereich des Eingangs, der ehemaligen Sakristei, des ehemaligen Chorraums und der durch den Umbau nivellierten Empore. Am 28. Februar 1965 wurde der Kirche dann auch eine eigene Orgel übergeben, die das provisorische Harmonium ersetzte.<ref name=":1" /> | ||
Das Gelände der Dokumentationsstätte bietet jährlich Raum für große ökumenische Freiluft-Gottesdienste zum Thema Integration, Menschenwürde, Völkerverständigung. Regelmäßig werden Veranstaltungen zu vielfältigen Themen der deutschen Migrations- und Zeitgeschichte ausgerichtet. Zu den Höhepunkten zählten Symposien mit (ehemaligen und aktuellen) Flüchtlingen aus Schlesien, Iran, Syrien und Uganda. Auch werden Sonderausstellungen angeboten, zum Beispiel zur Geschichte der Juden in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen oder zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer.<ref name=":0" /> | Das Gelände der Dokumentationsstätte bietet jährlich Raum für große ökumenische Freiluft-Gottesdienste zum Thema Integration, Menschenwürde, Völkerverständigung. Regelmäßig werden Veranstaltungen zu vielfältigen Themen der deutschen Migrations- und Zeitgeschichte ausgerichtet. Zu den Höhepunkten zählten Symposien mit (ehemaligen und aktuellen) Flüchtlingen aus Schlesien, Iran, Syrien und Uganda. Auch werden Sonderausstellungen angeboten, zum Beispiel zur Geschichte der Juden in den preußischen Provinzen Hannover und Ostpreußen oder zur zivilen Seenotrettung im Mittelmeer.<ref name=":0" /> | ||
Seit Mitte 2007 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. | |||
==Dokumentationsstätte<ref name=":0" />== | ==Dokumentationsstätte<ref name=":0" />== | ||