Lagerkirche Tidofeld: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Lagerkirche Tidofeld''' wurde 1948 in einer Baracke im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] eingerichtet. | Die '''Lagerkirche Tidofeld''' (auch: ''Barackenkirche'') wurde 1948 in einer Baracke im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] eingerichtet. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Nachdem die ehemalige Wehrmachtskaserne in ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Vertriebenenlager]] umgebaut wurde, kam bei den Bewohnern schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf. Zwar befand sich die [[Bargeburer Kirche]] in relativer Nähe, doch waren die meisten Bewohner Anhänger der evangelisch-lutherischen Ausrichtung. | Nachdem die ehemalige Wehrmachtskaserne in ein [[Vertriebenenlager Tidofeld|Vertriebenenlager]] umgebaut wurde, kam bei den Bewohnern schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf. Zwar befand sich die [[Bargeburer Kirche]] in relativer Nähe, doch waren die meisten Bewohner Anhänger der evangelisch-lutherischen Ausrichtung. So kam es, dass schon 1947 ein leerstehender Raum in der Baracke 2, der nordwestlichen Baracke in unmittelbarer Lage an der [[Heerstraße]], für Gottesdienste benutzt wurde. Die Räumlichkeiten und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertretenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab.<ref name=":3">Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 45f.</ref><ref name=":4">[https://gnadenkirche-tidofeld.org/geschichte Geschichte der Gnadenkirche Tidofeld], abgerufen am 30. Juli 2021</ref> | ||
==Einzelnachweise== | Ein Jahr später wurde den Bewohnern einige Baumaterialien zugeteilt. Die auf hölzernen Pfählen stehende Baracke wurde mit Steinen untermauert, weiterhin wurden neue Fußbodendielen verlegt, neue Fenster eingebaut und die Wände renoviert. Im Inneren wurden 12 Bänke und 20 Stühle nebst eines Altars aufgestellt. Für die Katholiken wurde zusätzlich ein Nebenaltar mit einer Christusfigur errichtet. Im August des Jahres waren die Arbeiten abgeschlossen. | ||
Als 1950 der Landesbischof Lilje das Lager besuchte, wurde ihm von den Bewohnern der Wunsch nach einer eigenen Glocke offenbart. Auf seine Vermittlung stiftete der Bochumer Verein, ein Zusammenschluss mehrerer Zechen und Stahlwerke aus Bochum, eine Glocke gestiftet, die am 13. Oktober 1951 eintraf. Hierfür errichtete man einen eigenen, hölzernen Glockenturm an der Barackenkirche und weihte sie am 21. Oktober des Jahres. Bemerkenswert war, dass die Glocke in ihrem Cis-Ton auf jene der [[Bargeburer Kirche]] abgestimmt war. | |||
Am 15. Juni 1961 erfolgte die Grundsteinlegung der [[Gnadenkirche Tidofeld]] als Nachfolger der bisherigen Barackenkirche. Am 19. Dezember 1961 wurde sie mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht und diente fortan der evangelisch-lutherischen Kirche.<ref name=":42">[https://gnadenkirche-tidofeld.org/geschichte Geschichte der Gnadenkirche Tidofeld], abgerufen am 30. Juli 2021</ref> Die anderen Konfessionen wichen nun in die anderen Kirchen der Umgebung aus. | |||
Die letzte Baracke wurde 1964 abgerissen. Zwischen 1961 und 1964 wurde daher auch die ehemalige Kirche abgebrochen. heute stehen in ihrer Umgebung mehrere Wohnblocks. | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references /> | <references /> | ||
==Quellenverzeichnis== | |||
* 50 Jahre Tidofeld. 1946 - 1996 | |||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||
Version vom 8. November 2021, 15:10 Uhr
Lagerkirche Tidofeld | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 1938 (1948) | |||||||
| Erbauer | Wehrmacht | |||||||
| Bauweise | Holzbaracke | |||||||
| Erhaltungszustand | um 1961 abgebrochen | |||||||
| Genaue Lage | Rheinstraße
26506 Norden | |||||||
Die Lagerkirche Tidofeld (auch: Barackenkirche) wurde 1948 in einer Baracke im Vertriebenenlager Tidofeld eingerichtet.
Geschichte
Nachdem die ehemalige Wehrmachtskaserne in ein Vertriebenenlager umgebaut wurde, kam bei den Bewohnern schon bald der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf. Zwar befand sich die Bargeburer Kirche in relativer Nähe, doch waren die meisten Bewohner Anhänger der evangelisch-lutherischen Ausrichtung. So kam es, dass schon 1947 ein leerstehender Raum in der Baracke 2, der nordwestlichen Baracke in unmittelbarer Lage an der Heerstraße, für Gottesdienste benutzt wurde. Die Räumlichkeiten und die laufenden Kosten wurden unter den Bewohnern solidarisch geteilt und die drei im Lager vertretenen Konfessionen (evangelisch-lutherisch, evangelisch-baptistisch und römisch-katholisch) hielten ihre Gottesdienste abwechselnd ab.[1][2]
Ein Jahr später wurde den Bewohnern einige Baumaterialien zugeteilt. Die auf hölzernen Pfählen stehende Baracke wurde mit Steinen untermauert, weiterhin wurden neue Fußbodendielen verlegt, neue Fenster eingebaut und die Wände renoviert. Im Inneren wurden 12 Bänke und 20 Stühle nebst eines Altars aufgestellt. Für die Katholiken wurde zusätzlich ein Nebenaltar mit einer Christusfigur errichtet. Im August des Jahres waren die Arbeiten abgeschlossen.
Als 1950 der Landesbischof Lilje das Lager besuchte, wurde ihm von den Bewohnern der Wunsch nach einer eigenen Glocke offenbart. Auf seine Vermittlung stiftete der Bochumer Verein, ein Zusammenschluss mehrerer Zechen und Stahlwerke aus Bochum, eine Glocke gestiftet, die am 13. Oktober 1951 eintraf. Hierfür errichtete man einen eigenen, hölzernen Glockenturm an der Barackenkirche und weihte sie am 21. Oktober des Jahres. Bemerkenswert war, dass die Glocke in ihrem Cis-Ton auf jene der Bargeburer Kirche abgestimmt war.
Am 15. Juni 1961 erfolgte die Grundsteinlegung der Gnadenkirche Tidofeld als Nachfolger der bisherigen Barackenkirche. Am 19. Dezember 1961 wurde sie mit einem Gottesdienst feierlich eingeweiht und diente fortan der evangelisch-lutherischen Kirche.[3] Die anderen Konfessionen wichen nun in die anderen Kirchen der Umgebung aus.
Die letzte Baracke wurde 1964 abgerissen. Zwischen 1961 und 1964 wurde daher auch die ehemalige Kirche abgebrochen. heute stehen in ihrer Umgebung mehrere Wohnblocks.
Einzelnachweise
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 45f.
- ↑ Geschichte der Gnadenkirche Tidofeld, abgerufen am 30. Juli 2021
- ↑ Geschichte der Gnadenkirche Tidofeld, abgerufen am 30. Juli 2021
Quellenverzeichnis
- 50 Jahre Tidofeld. 1946 - 1996