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===Anfänge des Feuerlöschwesens===
===Anfänge des Feuerlöschwesens===
Die Anfänge des gesetzlich geregelten Feuerlöschwesens in der [[Stadt Norden]] gehen auf die [[Brandordnung|Brandordnung von 1783]] zurück. Diese wurde vom [[Magistrat]] auf Vorschlag mehrerer Norder Bürger erarbeitet und nach Genehmigung durch die preußischen Behörden am 8. Mai des Jahres öffentlich verkündet. Die Brandordnung regelte erstmal das Verhalten der Norder Bevölkerung bei einem Brandfall und enthielt grundsätzliche Vorschriften für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. So wurde beispielsweise jeder Haushalt gesetzlich verpflichtet, mindestens einen Löscheimer vorzuhalten. Alle männlichen Einwohner der Stadt, die das 17. Lebensjahr vollendet hatten und nicht wegen höherer Pflichten vom Dienst befreit waren, hatten im Brandfall Hilfe zu leisten. Geleitet wurden die Lösch- und Rettungsmaßnahmen von den [[Rottmeister|Rottmeistern]], den Vorstehern der [[Rott|Rotten]].<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 20f.</ref> Dies waren historische Unterbezirke.
Die Anfänge des gesetzlich geregelten Feuerlöschwesens in der [[Stadt Norden]] gehen auf die [[Brandordnung|Brandordnung von 1783]] zurück. Diese wurde vom [[Magistrat]] auf Vorschlag mehrerer Norder Bürger erarbeitet und nach Genehmigung durch die preußischen Behörden am 8. Mai des Jahres öffentlich verkündet. Die Brandordnung regelte erstmal das Verhalten der Norder Bevölkerung bei einem Brandfall und enthielt grundsätzliche Vorschriften für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz. So wurde beispielsweise jeder Haushalt gesetzlich verpflichtet, mindestens einen Löscheimer vorzuhalten. Alle männlichen Einwohner der Stadt, die das 17. Lebensjahr vollendet hatten und nicht wegen höherer Pflichten vom Dienst befreit waren, hatten im Brandfall Hilfe zu leisten. Geleitet wurden die Lösch- und Rettungsmaßnahmen von den [[Rottmeister|Rottmeistern]], den Vorstehern der [[Rott|Rotten]].<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 20f.</ref> Dies waren historische Unterbezirke.
 
[[Datei:Feuerwehr Norden Leiterwagen Leiteranhänger 1936 01.jpg|links|mini|Ein Leiterwagen bzw. -anhänger (Aufnahme von 1936).]]
Im Bereich des heutigen [[Hotel Reichshof|Hotels Reichshof]] ([[Hooge Thun]]) wurde ein [[Spritzenhäuser|Spritzenhaus]] eingerichtet. Die erste moderne Löschspritze der Stadt wurde 1784 für 658 Gulden in Amsterdam erworben und verfügte über einen ca. 20 Meter langen Schlauch, der weitere 21 Gulden kostete.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 172</ref> Daneben waren noch zwei veraltete Spritzen vorhanden. Das [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus]] der [[Stadtwache]] neben dem [[Glockenturm]] sowie der Turm selbst wurden zu einem Spritzenhaus umfunktioniert. Im Jahr 1806 wurde ein weiteres Spritzenhaus in der [[Dammstraße]] erbaut. 1821 wurde ein Norder Kupferschmied mit dem Bau einer neuen Spritze beauftragt, die nach Behebung einiger Mängel am 18. Juli 1822 in den Dienst gestellt werden konnte. 1827 bestellte man in Hannover eine weitere Spritze, diesmal jedoch ohne Wagen. Vielmehr sollte aus Kostengründen ein älterer Wagen genutzt werden, der seinerzeit jedoch schon 43 Jahre alt war.
Im Bereich des heutigen [[Hotel Reichshof|Hotels Reichshof]] ([[Hooge Thun]]) wurde ein [[Spritzenhäuser|Spritzenhaus]] eingerichtet. Die erste moderne Löschspritze der Stadt wurde 1784 für 658 Gulden in Amsterdam erworben und verfügte über einen ca. 20 Meter langen Schlauch, der weitere 21 Gulden kostete.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 172</ref> Daneben waren noch zwei veraltete Spritzen vorhanden. Das [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus]] der [[Stadtwache]] neben dem [[Glockenturm]] sowie der Turm selbst wurden zu einem Spritzenhaus umfunktioniert. Im Jahr 1806 wurde ein weiteres Spritzenhaus in der [[Dammstraße]] erbaut. 1821 wurde ein Norder Kupferschmied mit dem Bau einer neuen Spritze beauftragt, die nach Behebung einiger Mängel am 18. Juli 1822 in den Dienst gestellt werden konnte. 1827 bestellte man in Hannover eine weitere Spritze, diesmal jedoch ohne Wagen. Vielmehr sollte aus Kostengründen ein älterer Wagen genutzt werden, der seinerzeit jedoch schon 43 Jahre alt war.


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===Nationalsozialismus und Nachkriegszeit===
===Nationalsozialismus und Nachkriegszeit===
[[Datei:Feuerwehr Norden Sanitätskraftwagen 1936 01.jpg|mini|Sanitätskraftwagen (Aufnahme von 1936).]]
1935 wurde eine zweite Tragkraftspritze angeschafft und ein gebrauchter Omnibus zum Mannschaftstransport erworben. Kurze Zeit später folgten ein Gerätewagen mit einem Stromaggregat (1.200 Watt) sowie ein Schnellangriffswagen, der über Kleinlöschgeräte verfügte und einen schnellen Löschangriff bis zum zeitintensiven Aufbau einer Wasserversorgung ermöglichen sollte. Feuerwehrfahrzeuge mit eingebautem Wassertank waren seinerzeit in Norden noch nicht vorhanden und auch das Löschwassernetz war schlecht ausgebaut. Eine öffentliche [[Wasserversorgung]] existierte nämlich erst ab 1938.
1935 wurde eine zweite Tragkraftspritze angeschafft und ein gebrauchter Omnibus zum Mannschaftstransport erworben. Kurze Zeit später folgten ein Gerätewagen mit einem Stromaggregat (1.200 Watt) sowie ein Schnellangriffswagen, der über Kleinlöschgeräte verfügte und einen schnellen Löschangriff bis zum zeitintensiven Aufbau einer Wasserversorgung ermöglichen sollte. Feuerwehrfahrzeuge mit eingebautem Wassertank waren seinerzeit in Norden noch nicht vorhanden und auch das Löschwassernetz war schlecht ausgebaut. Eine öffentliche [[Wasserversorgung]] existierte nämlich erst ab 1938.