Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 15: Zeile 15:
Seit 1864 war Jan ten Doornkaat Koolman Ehrenbürger der Stadt Norden. 1870 ernannte man ihn zum [[Kommerzienrat]], 1887 zum [[Geheimer Kommerzienrat|Geheimen Kommerzienrat]].
Seit 1864 war Jan ten Doornkaat Koolman Ehrenbürger der Stadt Norden. 1870 ernannte man ihn zum [[Kommerzienrat]], 1887 zum [[Geheimer Kommerzienrat|Geheimen Kommerzienrat]].


Nach dem Tod Fiepkos im Jahr 1876 wurde Jan alleiniger Inhaber der Firma, deren Grundbesitz er 1884 und 1885 noch einmal kräftig vergrößern konnte u.a erwarb er 1884 das spätere Gelände der [[Diakonissenstation]] an der [[Klosterstraße]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 237</ref> Als er 1886 mit einer großen Feier den 50. Jahrestag seiner Tätigkeit in der Firma beging, beschäftigte diese 100 Arbeiter und die Jahresproduktion betrug fast zwei Millionen Liter. "Doornkaat" war jetzt eine in ganz Deutschland bekannte Marke, die schließlich auch 1894 in das Warenzeichenregister als geschütztes Markenzeichen eingetragen wurde. Dass man dem Jubilar an diesem Tag einen, wie der [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesische Kurier]] schrieb, "fast endlosen" Fackelzug mit rund 700 Fackeln darbrachte, dass die ganze Stadt Norden mit
Nach dem Tod Fiepkos im Jahr 1876 wurde Jan alleiniger Inhaber der Firma, deren Grundbesitz er 1884 und 1885 noch einmal kräftig vergrößern konnte u.a erwarb er 1884 das spätere Gelände der [[Diakonissenstation]] an der [[Klosterstraße]].<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 237</ref> Als er 1886 mit einer großen Feier den 50. Jahrestag seiner Tätigkeit in der Firma beging, beschäftigte diese 100 Arbeiter und die Jahresproduktion betrug fast zwei Millionen Liter. ''[[Doornkaat]]'' war jetzt eine in ganz Deutschland bekannte Marke, die schließlich auch 1894 in das Warenzeichenregister als geschütztes Markenzeichen eingetragen wurde. Dass man dem Jubilar an diesem Tag einen, wie der [[Ostfriesischer Kurier|Ostfriesische Kurier]] schrieb, ''"fast endlosen Fackelzug"'' mit rund 700 Fackeln darbrachte, dass die ganze Stadt Norden mit Flaggen geschmückt war, mag ein Beweis sein für das Ansehen und die Beliebtheit, die er sich erworben hatte. Tatsächlich war Jan ten Doornkaat Koolman ein menschenfreundlicher und wohltätiger Mann und bekennender Christ. In der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]] wirkte er, wie auch schon sein Vater, über viele Jahre als Diakon und Kirchenältester. Persönlich bescheiden, unterstützte er freigebig viele, die der Hilfe bedürftig waren.
Flaggen geschmückt war, mag ein Beweis sein für das Ansehen und die Beliebtheit, die er sich erworben hatte. Tatsächlich war Jan ten Doornkaat Koolman ein menschenfreundlicher und wohltätiger Mann und bekennender Christ. In der [[Mennonitengemeinde Norden|Norder Mennonitengemeinde]] wirkte er, wie auch schon sein Vater, über viele Jahre als Diakon und Kirchenältester. Persönlich bescheiden, unterstützte er freigebig viele, die der Hilfe bedürftig waren.


Auch politisch engagierte er sich. Im Revolutionsjahr 1848 machte man ihn zum Präsidenten der Bürgerversammlung. Seit 1850 war er Senator, seit 1857 Bürgervorsteher (Vorsitzender des [[Stadtrat|Stadtrates]]. Von 1850 bis 1856 war er Mitglied der Zweiten hannoverschen Kammer, von 1869 bis 1870 gehörte er dem Reichstag des Norddeutschen Bundes an, von 1877 bis 1879 dem Deutschen Reichstag als Nationalliberaler. Für das preußische Abgeordnetenhaus hatte er 1867 allerdings erfolglos kandidiert. Dazu kamen weitere Aktivitäten und Mitgliedschaften: Er war korrespondierendes Mitglied des braunschweigischen Vereins für Land- und Forstwirtschaft, Mitglied des ostfriesischen Landwirtschaftlichen Vereins, Ausschussmitglied des deutschen Pomologen-Vereins und Vorstandsmitglied des hannoverschen Pomologen-Vereins.
Auch politisch engagierte er sich. Im Revolutionsjahr 1848 machte man ihn zum Präsidenten der Bürgerversammlung. Seit 1850 war er Senator, seit 1857 Bürgervorsteher (Vorsitzender des [[Stadtrat|Stadtrates]]. Von 1850 bis 1856 war er Mitglied der Zweiten hannoverschen Kammer, von 1869 bis 1870 gehörte er dem Reichstag des Norddeutschen Bundes an, von 1877 bis 1879 dem Deutschen Reichstag als Nationalliberaler. Für das preußische Abgeordnetenhaus hatte er 1867 allerdings erfolglos kandidiert. Dazu kamen weitere Aktivitäten und Mitgliedschaften: Er war korrespondierendes Mitglied des braunschweigischen Vereins für Land- und Forstwirtschaft, Mitglied des ostfriesischen Landwirtschaftlichen Vereins, Ausschussmitglied des deutschen Pomologen-Vereins und Vorstandsmitglied des hannoverschen Pomologen-Vereins.
Zeile 22: Zeile 21:
Bereits früh interessierte er sich auch für Pflanzen und legte Gewächshäuser an, in denen er exotische Blumen und Wein zog. Insbesondere galt sein Interesse der Obstzucht, über deren Möglichkeiten unter den erschwerten ostfriesischen Bedingungen mit den salzigen Seewinden er seine Landsleute aufklären wollte. 1864 legte er in [[Nadörst]] einen [[Pomologie|pomologischen Garten]] an, in den er viel Geld investierte, ohne große Erfolge vorweisen zu können.
Bereits früh interessierte er sich auch für Pflanzen und legte Gewächshäuser an, in denen er exotische Blumen und Wein zog. Insbesondere galt sein Interesse der Obstzucht, über deren Möglichkeiten unter den erschwerten ostfriesischen Bedingungen mit den salzigen Seewinden er seine Landsleute aufklären wollte. 1864 legte er in [[Nadörst]] einen [[Pomologie|pomologischen Garten]] an, in den er viel Geld investierte, ohne große Erfolge vorweisen zu können.


1870 veröffentlichte er ein Buch über die Probleme der Apfelzucht in "einer der exponiertesten Gegenden Norddeutschlands", wie es im Titel hieß. Ein weiterer Niederschlag seiner naturwissenschaftlichen Interessen ist eine umfangreiche Naturaliensammlung. Sie wurde 1896 von seinem [[Hildebrand ten Doornkaat Koolman|Sohn Hildebrand]] der Naturforschenden Gesellschaft in Emden, die der Vater schon zu Lebzeiten gefördert hatte, geschenkt. Sie war dann in den nach dem Sammler benannten Sälen des Museums der Gesellschaft ausgestellt.
1870 veröffentlichte er ein Buch über die Probleme der Apfelzucht in ''"einer der exponiertesten Gegenden Norddeutschlands"'', wie es im Titel hieß. Ein weiterer Niederschlag seiner naturwissenschaftlichen Interessen ist eine umfangreiche Naturaliensammlung. Sie wurde 1896 von seinem [[Hildebrand ten Doornkaat Koolman|Sohn Hildebrand]] der Naturforschenden Gesellschaft in Emden, die der Vater schon zu Lebzeiten gefördert hatte, geschenkt. Sie war dann in den nach dem Sammler benannten Sälen des Museums der Gesellschaft ausgestellt.


Geisteswissenschaftlich tritt Jan ten Doornkaat Koolman zunächst als religiösnaturphilosophischer Kopf in Erscheinung. 1865 veröffentlicht er ein Buch über die Unendlichkeit der Welt, in dem er gegen den Trend der modernen Naturwissenschaft die prinzipielle Unauslotbarkeit des Universums als göttliche Schöpfung betont.
Geisteswissenschaftlich tritt Jan ten Doornkaat Koolman zunächst als religiösnaturphilosophischer Kopf in Erscheinung. 1865 veröffentlicht er ein Buch über die Unendlichkeit der Welt, in dem er gegen den Trend der modernen Naturwissenschaft die prinzipielle Unauslotbarkeit des Universums als göttliche Schöpfung betont.