Behrendssche Villa: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Behrendssche Villa''' gehörte | Die '''Behrendssche Villa''' war ursprünglich ein Häuptlingssitz und gehörte fast 150 Jahre zum Betriebskomplex der Tabakmanufaktur ''[[Steinbömer & Lubinus]].'' Seinen bis heute gängigen Namen hat das Gebäude von der Firma [[Onno Behrends Tee]], die Tabakmanufaktur und die dazugehörigen Gebäude 1917 erwarb. | ||
Von 1975 bis zur Übernahme durch die [[Kreisvolkshochschule Norden]], die das Gebäude heute für Seminare nutzt, war es im Besitz des Kaufmanns [[Ewald Arends]].<ref>[https://kvhs-norden.de/ueberuns/seminarhaus/ Internetseite der KVHS Norden], abgerufen am 4. Juni 2021</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 98</ref> | == Geschichte == | ||
Ursprünglich war das Gebäude eine Nebenresidenz des [[Ostfriesische Häuptlinge|Häuptlingsgeschlechts]] ''von Werdum und Gödens''. [[Almut Elisabeth von Diepenbrock]] als Witwe des letzten lebenden Angehörigen dieses Geschlechts, hinterließ es ihrer Tochter [[Katharina Elisabeth Gisbertha von Diepenbrock|Katharina Elisabeth Gisbertha]]. Diese heiratete in das Adelsgeschlecht derer von Botlenburg-Kessel, blieb jedoch kinderlos und vermachte das Anwesen deshalb ihrer Kammerzofe. Diese wiederum veräußerte es weiter und auch in der Folgezeit wechselte es innerhalb kürzester Zeit mehrfach den Besitzer, ehe es 1751 schließlich in den Besitz der Familie Grems kam.''<ref name=":0">Behrends, Berend-Heiko (1969): Zwei Jahrhunderte Steinbömer Tabak, Norden, S. 8</ref>'' | |||
Am 21. Januar 1771 erwarb die junge Tabakmanufaktur ''[[Steinbömer & Lubinus]]'' ein Nebengebäude des Anwesens bei einer Auktion im [[Weinhaus]] aus dem Nachlass der Witwe des Bürgermeisters [[Thomas Hermann Wichmann Grems|Hermann Wichmann Grems.]]<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 59</ref> Die Villa, die zu dieser Zeit noch die Anschrift ''[[Süderkluft]], 5. [[Rott]], Nr. 226'' trug, wurde jedoch von dem Müller [[Reentje Janssen]] erworben, der die Tabakfabrikanten überbot. Diese nahmen daher Verhandlungen mit Janssen auf, da sie großes Interesse an er strategisch günstigen Lage des Hauses hatten. Am 11. Februar 1771 kaufen sie es ihm schließlich für die beträchtliche Summe von 5.279 Goldgulden ab, wobei Janssen selbst ihnen ein großzügiges Darlehen von 10.000 Goldgulden gewährt.''<ref name=":0" />'' Das Anwesen wurde fortan zur Keimzelle des Unternehmens, sowohl dazugehörige Gebäude als auch ein neugebautes Packhaus rundeten das Fabrikgelände bald ab. | |||
Seinen bis heute gängigen Namen hat das Gebäude von der Firma [[Onno Behrends Tee]], die Tabakmanufaktur und die dazugehörigen Gebäude 1917 erwarb.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 58</ref> Von 1975 bis zur Übernahme durch die [[Kreisvolkshochschule Norden]], die das Gebäude heute für Seminare nutzt, war es im Besitz des Kaufmanns [[Ewald Arends]].<ref>[https://kvhs-norden.de/ueberuns/seminarhaus/ Internetseite der KVHS Norden], abgerufen am 4. Juni 2021</ref><ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 98</ref> | |||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||
Version vom 21. Oktober 2021, 15:25 Uhr
Behrendssche Villa | ||||||||
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| Basisdaten | ||||||||
| Entstehungszeit | 16. / 19. Jahrhundert | |||||||
| Erbauer | unbekannt / Steinbömer & Lubinus | |||||||
| Bauweise | Ziegelsteinbau | |||||||
| Erhaltungszustand | erhalten | |||||||
| Genaue Lage | westlich Neuer Weg 119
26506 Norden | |||||||
Die Behrendssche Villa war ursprünglich ein Häuptlingssitz und gehörte fast 150 Jahre zum Betriebskomplex der Tabakmanufaktur Steinbömer & Lubinus. Seinen bis heute gängigen Namen hat das Gebäude von der Firma Onno Behrends Tee, die Tabakmanufaktur und die dazugehörigen Gebäude 1917 erwarb.
Geschichte
Ursprünglich war das Gebäude eine Nebenresidenz des Häuptlingsgeschlechts von Werdum und Gödens. Almut Elisabeth von Diepenbrock als Witwe des letzten lebenden Angehörigen dieses Geschlechts, hinterließ es ihrer Tochter Katharina Elisabeth Gisbertha. Diese heiratete in das Adelsgeschlecht derer von Botlenburg-Kessel, blieb jedoch kinderlos und vermachte das Anwesen deshalb ihrer Kammerzofe. Diese wiederum veräußerte es weiter und auch in der Folgezeit wechselte es innerhalb kürzester Zeit mehrfach den Besitzer, ehe es 1751 schließlich in den Besitz der Familie Grems kam.[1]
Am 21. Januar 1771 erwarb die junge Tabakmanufaktur Steinbömer & Lubinus ein Nebengebäude des Anwesens bei einer Auktion im Weinhaus aus dem Nachlass der Witwe des Bürgermeisters Hermann Wichmann Grems.[1][2] Die Villa, die zu dieser Zeit noch die Anschrift Süderkluft, 5. Rott, Nr. 226 trug, wurde jedoch von dem Müller Reentje Janssen erworben, der die Tabakfabrikanten überbot. Diese nahmen daher Verhandlungen mit Janssen auf, da sie großes Interesse an er strategisch günstigen Lage des Hauses hatten. Am 11. Februar 1771 kaufen sie es ihm schließlich für die beträchtliche Summe von 5.279 Goldgulden ab, wobei Janssen selbst ihnen ein großzügiges Darlehen von 10.000 Goldgulden gewährt.[1] Das Anwesen wurde fortan zur Keimzelle des Unternehmens, sowohl dazugehörige Gebäude als auch ein neugebautes Packhaus rundeten das Fabrikgelände bald ab.
Seinen bis heute gängigen Namen hat das Gebäude von der Firma Onno Behrends Tee, die Tabakmanufaktur und die dazugehörigen Gebäude 1917 erwarb.[3] Von 1975 bis zur Übernahme durch die Kreisvolkshochschule Norden, die das Gebäude heute für Seminare nutzt, war es im Besitz des Kaufmanns Ewald Arends.[4][5]
Beschreibung
Der zweigeschössige, traufständige Backsteinbau mit Sandsteingesims unter Halbwalmdach weist deutliche Eigenschaften der Häuser des 16. Jahrhunderts auf. An der Rücktraufe finden sich Reste der ursprünglichen Fenster. Im 19. Jahrhundert wurde das heute denkmalgeschützte Gebäude um(ge)baut.
Galerie
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Aufnahme vom 1. Juni 2013.
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Aufnahme vom 1. Juni 2013.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Behrends, Berend-Heiko (1969): Zwei Jahrhunderte Steinbömer Tabak, Norden, S. 8
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 59
- ↑ Canzler, Gerhard (1989): Handel und Wandel, Norden, S. 58
- ↑ Internetseite der KVHS Norden, abgerufen am 4. Juni 2021
- ↑ Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 98