Süderneuland II: Unterschied zwischen den Versionen
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Wie aus einer amtlichen Statistik des Königreichs Hannover - zu dem Ostfriesland seinerzeit gehörte - aus dem Jahre 1871 hervorgeht, waren die beiden Süderneulander Siedlungen spätestens seit 1871 offiziell getrennt. So wird hier die Bezeichnungen ''Erste Süderneulander Bauerschaft'' für [[Süderneuland I]] in Abgrenzung zu Süderneuland II als ''Zweite Süderneulander Bauerschaft'' verwendet. Spätestens jetzt, aber wahrscheinlich bereits unter den seit 1744 herrschenden Preußen, werden die Grenzen festgelegt worden sein. Während Süderneuland I alle ab 1556 gewonnenen [[Polder]] bis zur Grenze zum [[Süder-Charlottenpolder]] einschließlich des [[Leegemoor|Leegemoors]] umfasste, bestand Süderneuland II nun auch amtlich aus den Gebieten entlang des [[Udo-Focken-Deich|Udo-Focken-Deichs]] und dem [[Leegeland]]. | Wie aus einer amtlichen Statistik des Königreichs Hannover - zu dem Ostfriesland seinerzeit gehörte - aus dem Jahre 1871 hervorgeht, waren die beiden Süderneulander Siedlungen spätestens seit 1871 offiziell getrennt. So wird hier die Bezeichnungen ''Erste Süderneulander Bauerschaft'' für [[Süderneuland I]] in Abgrenzung zu Süderneuland II als ''Zweite Süderneulander Bauerschaft'' verwendet. Spätestens jetzt, aber wahrscheinlich bereits unter den seit 1744 herrschenden Preußen, werden die Grenzen festgelegt worden sein. Während Süderneuland I alle ab 1556 gewonnenen [[Polder]] bis zur Grenze zum [[Süder-Charlottenpolder]] einschließlich des [[Leegemoor|Leegemoors]] umfasste, bestand Süderneuland II nun auch amtlich aus den Gebieten entlang des [[Udo-Focken-Deich|Udo-Focken-Deichs]] und dem [[Leegeland]]. | ||
Das Jahr 1846 gilt als das Gründungsjahr der ehemaligen Firma [[Wagenbau Stilkenboom|Stilkenboom]]. Sie entwickelte sich zu einem überregional bekannten Wagenbauunternehmen. Produziert wurden unter anderem Wattwagen, die Inselbesucher vom ankernden Schiff zur Insel brachten und Raketenwagen, die der Seenotrettung dienten. 1883 wurde die [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] von Emden nach Norden und später auch nach Esens ([[Ostfriesische Küstenbahn]]) und [[Norddeich]] erschlossen. Süderneuland II hatte damals in [[Nadörst]] einen [[Bahnhof Nadörst|eigenen Bahnhof]], auf den nur noch das erhaltene Schrankenwärterhaus und der [[Bahnhofsweg]] hinweisen. | Das Jahr 1846 gilt als das Gründungsjahr der ehemaligen Firma [[Wagenbau Stilkenboom|Stilkenboom]]. Sie entwickelte sich zu einem überregional bekannten Wagenbauunternehmen. Produziert wurden unter anderem Wattwagen, die Inselbesucher vom ankernden Schiff zur Insel brachten und Raketenwagen, die der Seenotrettung dienten. | ||
Von 1821 bis 1823 kartografierte das Königreich Hannover einen Teil seines Landes. Wenngleich Ostfriesland nicht dazu zählte, taucht in dieser Zeit erstmals die amtliche Trennung von [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] wie auch [[Süderneuland I]] und Süderneuland II auf. Offenkundig stand die Trennung dieser bis dahin jeweils zusammengehörenden Gemeinden im Zusammenhang mit Bestrebungen zur Vereinheitlichung von Fläche und Größe der einzelnen Gliedgemeinden im Land. Die nun entstandenen Gemeinden hatten jeweils eine annähernd gleiche Größe und Bevölkerungszahl. | |||
1883 wurde die [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnstrecke]] von Emden nach Norden und später auch nach Esens ([[Ostfriesische Küstenbahn]]) und [[Norddeich]] erschlossen. Süderneuland II hatte damals in [[Nadörst]] einen [[Bahnhof Nadörst|eigenen Bahnhof]], auf den nur noch das erhaltene Schrankenwärterhaus und der [[Bahnhofsweg]] hinweisen. | |||
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] gab es zwei Kriegsgefangenen- und Arbeitslager in Süderneuland II. Zum einen das als ''Holländerlager'' der Firma Eickhoff bezeichnete Lager für bis zu 20 niederländische Kriegsgefangene und zum anderen ein Lager in [[Nadörst]], in dem bis zu 44 französische und niederländische Kriegsgefangene interniert wurden. Es bestand aus einer Holzbaracke. Durch Aufnahme ausgebombter Emder sowie Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl nach dem Krieg deutlich an und erreichte 1946 bereits 1.139 Einwohner, von denen 231 Flüchtlinge oder Vertriebene waren. Bis 1950 stieg die Einwohnerzahl nochmals um 95 auf insgesamt 1.234 Einwohner. Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen lag bei 301 und machte damit ein gutes Viertel der Gesamtbevölkerung aus. | Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] gab es zwei Kriegsgefangenen- und Arbeitslager in Süderneuland II. Zum einen das als ''Holländerlager'' der Firma Eickhoff bezeichnete Lager für bis zu 20 niederländische Kriegsgefangene und zum anderen ein Lager in [[Nadörst]], in dem bis zu 44 französische und niederländische Kriegsgefangene interniert wurden. Es bestand aus einer Holzbaracke. Durch Aufnahme ausgebombter Emder sowie Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl nach dem Krieg deutlich an und erreichte 1946 bereits 1.139 Einwohner, von denen 231 Flüchtlinge oder Vertriebene waren. Bis 1950 stieg die Einwohnerzahl nochmals um 95 auf insgesamt 1.234 Einwohner. Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen lag bei 301 und machte damit ein gutes Viertel der Gesamtbevölkerung aus. | ||