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Als Norden durch die Sturmfluten des 14. Jahrhunderts ein Seeort wurde, erfolgte eine Ausdehnung der geschlossenen Bebauung in den Raum zwischen Marktplatz und Altem Siel, wo sich damals noch der [[Norder Hafen]] befand. Vier eng bebaute Straßen ([[Burggraben]], [[Kirchstraße]], [[Sielstraße]] und [[Uffenstraße]]) führen vom [[Marktplatz]] dorthin. Im Gegensatz zu der großzügigen Anlage des Marktplatzes drängt sich hier ein Haus an das andere. Die geringe Tiefe der Grundstücke bot nur in wenigen Fällen Raum für Garten und Hof. Diese Nachteile wurden jedoch durch die günstige Geschäftslage für Handwerker und Händler aufgehoben.<ref name=":0" />
Als Norden durch die Sturmfluten des 14. Jahrhunderts ein Seeort wurde, erfolgte eine Ausdehnung der geschlossenen Bebauung in den Raum zwischen Marktplatz und Altem Siel, wo sich damals noch der [[Norder Hafen]] befand. Vier eng bebaute Straßen ([[Burggraben]], [[Kirchstraße]], [[Sielstraße]] und [[Uffenstraße]]) führen vom [[Marktplatz]] dorthin. Im Gegensatz zu der großzügigen Anlage des Marktplatzes drängt sich hier ein Haus an das andere. Die geringe Tiefe der Grundstücke bot nur in wenigen Fällen Raum für Garten und Hof. Diese Nachteile wurden jedoch durch die günstige Geschäftslage für Handwerker und Händler aufgehoben.<ref name=":0" />


Im 15. und 16. Jahrhundert erweiterte sich die Stadt in Richtung des südlichen [[Neuer Weg]] sowie im Umfeld des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] und südlich der [[Westerstraße]].<ref name=":0" /> In den nächsten Jahrhunderten folgten die umliegenden Bereiche.
Im 15. und 16. Jahrhundert erweiterte sich die Stadt in Richtung des südlichen [[Neuer Weg]] sowie im Umfeld des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] und südlich der [[Westerstraße]].<ref name=":0" /> In den nächsten Jahrhunderten folgten die umliegenden Bereiche. Insbesondere im 18. Jahrhundert weite sich das Stadtgebiet in östliche und westliche Richtung aus.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 42</ref>


=== 1919 bis 1972 ===
=== 1919 bis 1972 ===
1952 kam [[Tidofeld]], bedingt durch Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebene im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] und der damit einhergehenden Überlastung der Gemeindeverwaltung von Lütetsburg, zu Norden. Ein eigenständiger Stadtteil wurde der Ort jedoch erst 1996, als das Baugebiet nördlich der [[Heerstraße]] erschlossen wurde. Bis dahin wurde er unmittelbar zur Kernstadt gezählt.
1952 kam [[Tidofeld]], bedingt durch Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge und Vertriebene im [[Vertriebenenlager Tidofeld]] und der damit einhergehenden Überlastung der Gemeindeverwaltung von Lütetsburg, zu Norden. Ein eigenständiger Stadtteil wurde der Ort jedoch erst 1996, als das Baugebiet nördlich der [[Heerstraße]] erschlossen wurde. Bis dahin wurde er unmittelbar zur Kernstadt gezählt. In diese Zeit fällt auch der Beginn einer massiven Ausweitung des Stadtgebiets. Viele Neubürger zogen fort, insbesondere in das Ruhrgebiet, aber nicht wenige blieben, sodass die Bevölkerungszahl exponentiell stieg. Insbesondere zwischen 1950 und 1980 entstanden zahlreiche neue Straßen in alle Himmelsrichtungen und die Stadt wuchs mit den [[Norder Umlandgemeinden]] immer weiter zusammen.


Seine heutige Größe erreichte die Stadt schließlich mit der Eingemeindung der heutigen Stadtteile zum 1. Juli 1972. Lütetsburg trat [[Bargebur]] an die Stadt ab, die bis dahin eigenständigen Gemeinden [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] sowie die [[Samtgemeinde Leybuchtpolder]] mit [[Leybuchtpolder]], [[Neuwesteel]], [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] wurden ebenfalls eingemeindet. Dies geschah allerdings nur im Falle von Süderneuland II freiwillig, die Samtgemeinde Leybuchtpolder und Süderneuland I mussten per Gesetzeskraft zwangseingemeindet werden, da die [[Gemeindevorsteher]] die Unterschrift zu leisten verweigerten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 77</ref>
Seine heutige Größe erreichte die Stadt schließlich mit der Eingemeindung der heutigen Stadtteile zum 1. Juli 1972. Lütetsburg trat [[Bargebur]] an die Stadt ab, die bis dahin eigenständigen Gemeinden [[Süderneuland I]] und [[Süderneuland II]] sowie die [[Samtgemeinde Leybuchtpolder]] mit [[Leybuchtpolder]], [[Neuwesteel]], [[Westermarsch I]] und [[Westermarsch II]] wurden ebenfalls eingemeindet. Dies geschah allerdings nur im Falle von Süderneuland II freiwillig, die Samtgemeinde Leybuchtpolder und Süderneuland I mussten per Gesetzeskraft zwangseingemeindet werden, da die [[Gemeindevorsteher]] die Unterschrift zu leisten verweigerten.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 77</ref>


Anders als die Sandbauerschaft, deren Name heute weitestgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist, wurden die 1972 eingemeindeten Orte (und später auch Tidofeld) zu administrativen Stadtteilen. Im Falle der Sandbauerschaft haben sich jedoch zumindest die Namen ihrer ehemaligen Ortschaften ([[Ekel]], [[Westgaste]], ...) im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten, wenngleich auch sie keine administrative Bedeutung und keine definierten Grenzen (mehr) haben.
Anders als die Sandbauerschaft, deren Name heute weitestgehend aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist, wurden die 1972 eingemeindeten Orte (und später auch Tidofeld) zu administrativen Stadtteilen. Im Falle der Sandbauerschaft haben sich jedoch zumindest die Namen ihrer ehemaligen Ortschaften ([[Ekel]], [[Westgaste]], ...) im allgemeinen Sprachgebrauch erhalten, wenngleich sie weder eine administrative Bedeutung noch definierte Grenzen haben.


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==