Westgaste: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Bauerschaft Westgaste war als Teil einer Siedlung in der [[Sandbauerschaft]] bereits relativ früh besiedelt. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Bauern, die sich hier um größere Höfe und Häuser, wie die [[Westerburg]] ansiedelten und später mit weiteren Bauernschaften wie [[Ekel]], [[Westlintel]] und [[Ostlintel]] zur Gemeinde [[Sandbauerschaft]] zusammenschlossen. Sie besiedelten also die Ränder der [[Norder Geestinsel]] und standen als ''Geestbauern'' den [[Marsch|Marschbauern]] gegenüber. Die Westgaste war wohl bereits zur Eiszeit besiedelt, worauf Funde eines [[Alter Friedhof (Westgaste)|frühzeitlichen Friedhofs]] hinweisen. In jedem Fall bildete sie den Endpunkt eines mittelalterlichen Heerwegs, der von Osten aus der Richtung Jever-Esens kommend nach Süden in die Richtung Emden-Leer umbog.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 33</ref> | Die Bauerschaft Westgaste war als Teil einer Siedlung in der [[Sandbauerschaft]] bereits relativ früh besiedelt. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von Bauern, die sich hier um größere Höfe und Häuser, wie die [[Westerburg]] ansiedelten und später mit weiteren Bauernschaften wie [[Ekel]], [[Westlintel]] und [[Ostlintel]] zur Gemeinde [[Sandbauerschaft]] zusammenschlossen. Sie besiedelten also die Ränder der [[Norder Geestinsel]] und standen als ''Geestbauern'' den [[Marsch|Marschbauern]] gegenüber. Die Westgaste war wohl bereits zur Eiszeit besiedelt, worauf Funde eines [[Alter Friedhof (Westgaste)|frühzeitlichen Friedhofs]] hinweisen. In jedem Fall bildete sie den Endpunkt eines mittelalterlichen Heerwegs, der von Osten aus der Richtung Jever-Esens kommend nach Süden in die Richtung Emden-Leer umbog.<ref>Rack, Eberhard (1967): Besiedlung und Siedlung des Altkreises Norden, Münster, S. 33</ref> | ||
Das dominierende Geschlecht der Westgaste waren die [[Hadelsen]] oder die [[ | Das dominierende Geschlecht der Westgaste waren die [[Hadelsen]] oder die [[Mannena]], von denen eins wohl die nahe des [[Schwanenteich|Schwanenteichs]] gelegene [[Westerburg]] (auch: ''Westerhus'') errichteten. Auf ihrem Grund steht heute die, mittlerweile für Wohnzwecke genutzte, [[Neuapostolische Kirche]]. Auf alten Karten ist erkennbar, dass sich die Höfe der Westgaste auf einer vergleichsweise große Fläche verteilten. So wurden als Nebenorte Westgaste-[[Fremouthswarf]], Westgaste-[[Mahnland]] und Westgaste-[[Selden Rüst]] erwähnt. Auch [[Martensdorf]] kann als Nebenort der Westgaste betrachtet werden, obgleich es historisch eine eigene Bauerschaft war, jedoch relativ schnell wüst fiel. | ||
Für das Jahr 1848 sind 155 Einwohner belegt, die sich auf 25 Wohnhäuser verteilten. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Haushaltsgröße von sechs bis Personen.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Ein wichtiger Arbeitgeber wurde 1882 die [[Brauerei Doornkaat]], an die heute noch die [[Brauhausstraße]] erinnert. Die in den Folgejahren steigenden Einwohnerzahlen machten den Bau [[Westgaster Schule|einer Schule]], die wohl 1898 erbaut wurde. | Für das Jahr 1848 sind 155 Einwohner belegt, die sich auf 25 Wohnhäuser verteilten. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Haushaltsgröße von sechs bis Personen.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Ein wichtiger Arbeitgeber wurde 1882 die [[Brauerei Doornkaat]], an die heute noch die [[Brauhausstraße]] erinnert. Die in den Folgejahren steigenden Einwohnerzahlen machten den Bau [[Westgaster Schule|einer Schule]], die wohl 1898 erbaut wurde. | ||