Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 33: Zeile 33:


Die Andreaskirche diente vermutlich für das sich entwickelnde städtische Gemeinwesen als Gotteshaus. Dies wird unter anderem damit erklärt, dass die Kirche dem Heiligen Andreas geweiht war. Er war der Schutzpatron der Stadt und wird noch heute als Schildhalter des Norder Stadtwappens dargestellt. Ihr gegenüber stand die [[Ludgerikirche]], die das Gotteshaus der [[Norder Umlandgemeinden]] war.
Die Andreaskirche diente vermutlich für das sich entwickelnde städtische Gemeinwesen als Gotteshaus. Dies wird unter anderem damit erklärt, dass die Kirche dem Heiligen Andreas geweiht war. Er war der Schutzpatron der Stadt und wird noch heute als Schildhalter des Norder Stadtwappens dargestellt. Ihr gegenüber stand die [[Ludgerikirche]], die das Gotteshaus der [[Norder Umlandgemeinden]] war.
__TOC__
__TOC__
==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:Andreaskirche um 1530.jpg|links|mini|290x290px|Die Andreaskirche, kurz vor ihrer Zerstörung im Jahre 1530, nach einer Zeichnung der Ostfriesischen Landschaft im ''Emder Jahrbuch'' von 1992.]]
Der Vorgängerbau der gemeinhin als ''Andreaskirche'' bezeichneten Kirche geht ein hölzerner Bau voran, der möglicherweise auf den Beginn der christlichen Missionierung Ostfrieslands im 8. Jahrhundert zurückgeht. Nachdem Friesland ab 734 vom Frankenkönig Karl Martell erobert wurde und Karl der Große die fränkische Herrschaft hierzulande festigte, begann unter Bischof Willehad die christliche Missionierung der bis dahin heidnischen Friesen.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Wahrscheinlich stand dieser Bau bereits an der letzten Örtlichkeit, jedoch ist nicht eindeutig, ob zu diesem Zeitpunkt die [[Warft]] bereits existierte oder erst später für den steinernen Bau angehäuft wurde. Im 12. Jahrhundert wurde an dessen Stelle jedenfalls eine rechteckige Einraumkirche aus Tuffstein als erster steinerner Kirchenbau des Ortes errichtet.<ref name=":0">Infotafel im Ostfriesischen Heimatmuseum</ref>
Der Vorgängerbau der gemeinhin als ''Andreaskirche'' bezeichneten Kirche geht ein hölzerner Bau voran, der möglicherweise auf den Beginn der christlichen Missionierung Ostfrieslands im 8. Jahrhundert zurückgeht. Nachdem Friesland ab 734 vom Frankenkönig Karl Martell erobert wurde und Karl der Große die fränkische Herrschaft hierzulande festigte, begann unter Bischof Willehad die christliche Missionierung der bis dahin heidnischen Friesen.<ref>Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 7</ref> Wahrscheinlich stand dieser Bau bereits an der letzten Örtlichkeit, jedoch ist nicht eindeutig, ob zu diesem Zeitpunkt die [[Warft]] bereits existierte oder erst später für den steinernen Bau angehäuft wurde. Im 12. Jahrhundert wurde an dessen Stelle jedenfalls eine rechteckige Einraumkirche aus Tuffstein als erster steinerner Kirchenbau des Ortes errichtet.<ref name=":0">Infotafel im Ostfriesischen Heimatmuseum</ref>


Zeile 52: Zeile 50:


==Beschreibung==
==Beschreibung==
[[Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Innenansicht 1618 01.jpg|mini|270x270px|Innenansicht der Kirchenruine (1618).]]
[[Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Westturm 1618 01.jpg|links|mini|306x306px|Der abgängige Westturm im Jahre 1618.]]
Über den hölzernen Bau der Andreaskirche ist nichts bekannt. Der erste steinerne Bau soll hingegen eine Länge von etwa 37 Metern sowie möglicherweise eine halbrunde Apsis (halb-zylinderförmiger Anbau) gehabt haben. Später soll noch ein quadratischer Westturm angefügt worden sein.<ref name=":0" />
Über den hölzernen Bau der Andreaskirche ist nichts bekannt. Der erste steinerne Bau soll hingegen eine Länge von etwa 37 Metern sowie möglicherweise eine halbrunde Apsis (halb-zylinderförmiger Anbau) gehabt haben. Später soll noch ein quadratischer Westturm angefügt worden sein.<ref name=":0" />


Zeile 61: Zeile 57:


Die beiden anderen Türme waren schmaler und aus Ziegelstein errichtet. Sie stiegen mit geraden Seiten hoch und waren mit einem vergleichsweise kleinen Giebel abgeschlossen. Der Volksmund nannte die beiden gleichartigen Türme auch ''Basen'' (Cousinen).<ref name=":3" />
Die beiden anderen Türme waren schmaler und aus Ziegelstein errichtet. Sie stiegen mit geraden Seiten hoch und waren mit einem vergleichsweise kleinen Giebel abgeschlossen. Der Volksmund nannte die beiden gleichartigen Türme auch ''Basen'' (Cousinen).<ref name=":3" />
==Galerie==
<gallery>
Datei:Andreaskirche um 1530.jpg|Die Andreaskirche kurz vor ihrer Zerstörung, nach einer Zeichnung der Ostfriesischen Landschaft im ''Emder Jahrbuch'' von 1992.
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Innenansicht 1618 01.jpg|Innenansicht der Kirchenruine im Jahre 1618.
Datei:Andreaskirche Marktplatz Am Markt Westturm 1618 01.jpg|Der abgängige Westturm im Jahre 1618.
</gallery>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==