Norder Annalen: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
Die '''Norder Annalen''' (auch: ''Annales Nordenses'' und ''Chronicon Nordanum'') sind ein um 1530 von einem Mönch namens [[Gerrit van Norden]] aus dem [[Dominikanerkloster]] verfasstes Werk, das Aufzeichnungen zu Tatsachen und Begebenheiten der ostfriesischen Geschichte in der Zeit von 1271 bis 1530 enthält, wobei ein Schwerpunkt auf der [[Stadt Norden]] und dem Kloster liegt. Die originale Handschrift wurde im April 1875 zufällig bei einer Neuordnung des erst 1872 gegründeten preußischen Staatsarchivs zu Aurich entdeckt. Zwar wusste die Forschung bereits seit Jahrhunderten von der Existenz einer solchen Chronik, doch war ihr Verbleib ungewiss. Nach ihrem Auffinden wagten sich mehrere Historiker im Laufe der Zeit daran, die lateinischen Schriften zu übersetzen, doch keiner brachte das Vorhaben zum Abschluss. | Die '''Norder Annalen''' (auch: ''Annales Nordenses'' und ''Chronicon Nordanum'') sind ein wahrscheinlich um 1530 von einem Mönch namens [[Gerrit van Norden]] aus dem [[Dominikanerkloster]] verfasstes Werk, das Aufzeichnungen zu Tatsachen und Begebenheiten der ostfriesischen Geschichte in der Zeit von 1271 bis 1530 enthält, wobei ein Schwerpunkt auf der [[Stadt Norden]] und dem Kloster liegt. Die originale Handschrift wurde im April 1875 zufällig bei einer Neuordnung des erst 1872 gegründeten preußischen Staatsarchivs zu Aurich entdeckt. Zwar wusste die Forschung bereits seit Jahrhunderten von der Existenz einer solchen Chronik, doch war ihr Verbleib ungewiss. Nach ihrem Auffinden wagten sich mehrere Historiker im Laufe der Zeit daran, die lateinischen Schriften zu übersetzen, doch keiner brachte das Vorhaben zum Abschluss. | ||
Vor dem Fund in Aurich fiel die Schrift nach dem Tode Gerrits offenbar an [[Ubbo Emmius]], der ihr weitere Anmerkungen und Verbesserungen hinzufügte. Wahrscheinlich wurde das Werk anschließend im ostfriesischen Archiv in Aurich gelagert, gelangte dann nach der Plünderung des Archivs durch Emder Soldaten im Jahre 1609 in das Emder Archiv und von dort in die Hände des ehemaligen ostfriesischen Kanzlers [[Enno Rudolph Brenneysen]], der sie zurück in das fürstliche Archiv zu Aurich verbrachte. | Vor dem Fund in Aurich fiel die Schrift nach dem Tode Gerrits offenbar an [[Ubbo Emmius]], der ihr weitere Anmerkungen und Verbesserungen hinzufügte. Wahrscheinlich wurde das Werk anschließend im ostfriesischen Archiv in Aurich gelagert, gelangte dann nach der Plünderung des Archivs durch Emder Soldaten im Jahre 1609 in das Emder Archiv und von dort in die Hände des ehemaligen ostfriesischen Kanzlers [[Enno Rudolph Brenneysen]], der sie zurück in das fürstliche Archiv zu Aurich verbrachte. | ||