Kinderbewahranstalt: Unterschied zwischen den Versionen
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Die '''Kinderbewahranstalt''' (später: ''Kleinkinderschule'') war eine Art früher Vorläufer einer Kindertagesstätte bzw. Kindergarten verstanden werden. | |||
Neben der Kinderbewahranstalt am Fräuleinshof hat es ab 1881 eine weitere bei der [[Diakonissenstation]] in der [[Klosterstraße]] gegeben. | Neben der Kinderbewahranstalt am Fräuleinshof hat es ab 1881 eine weitere bei der [[Diakonissenstation]] in der [[Klosterstraße]] gegeben. | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
1847 wurde die Kinderbewahranstalt durch [[Gebhardine Rösingh]], [[Madame Fridag]] und [[Teda Bode]] gegründet. Ziel war es, berufstätigen Müttern eine angemessene Betreuung ihrer Kinder zu ermöglichen. Finanziert wurde das Projekt ausschließlich durch Zuwendungen namhafter Persönlichkeiten wie etwa [[Peta van Hülst]], die Gründerin des [[Norder Frauenverein|Norder Frauenvereins]], der auch die drei Gründerinnen der Kinderbewahranstalt angehörten. | 1847 wurde die Kinderbewahranstalt durch [[Gebhardine Rösingh]], [[Madame Fridag]] und [[Teda Bode]] gegründet. Ziel war es, berufstätigen Müttern eine angemessene Betreuung ihrer Kinder zu ermöglichen. Finanziert wurde das Projekt ausschließlich durch Zuwendungen namhafter Persönlichkeiten wie etwa [[Peta van Hülst]], die Gründerin des [[Norder Frauenverein|Norder Frauenvereins]], der auch die drei Gründerinnen der Kinderbewahranstalt angehörten. | ||
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Ab 1849 besuchten durchschnittlich 28 Kinder die Bewahranstalt, während ihre Eltern auf den Feldern arbeiteten. Die Betreuungszeit ging von 06:00 bis 19:00 Uhr. 1851 stieg die Zahl der betreuten Kinder auf 31 und vier Jahre später auf 81 an. | Ab 1849 besuchten durchschnittlich 28 Kinder die Bewahranstalt, während ihre Eltern auf den Feldern arbeiteten. Die Betreuungszeit ging von 06:00 bis 19:00 Uhr. 1851 stieg die Zahl der betreuten Kinder auf 31 und vier Jahre später auf 81 an. | ||
Durch großzügige Spenden von Privatpersonen und der öffentlichen Hand konnte 1855 bis 1856 ein Neubau am Fräuleinshof errichtet werden. Die Einweihung der offiziell genannten "Pflegeanstalt für minderbemittelte Kinder" fand im Kreis zahlreicher Norder Persönlichkeiten statt. Das Wort | Durch großzügige Spenden von Privatpersonen und der öffentlichen Hand konnte 1855 bis 1856 ein Neubau am Fräuleinshof errichtet werden. Die Einweihung der offiziell genannten "Pflegeanstalt für minderbemittelte Kinder" fand im Kreis zahlreicher Norder Persönlichkeiten statt. Das Wort ''minderbemittelt'' ist nach heutiger Auslegung fehl am Platze, bezeichnet damals aber tatsächlich Kinder aus ärmeren Familien. ''Minderbemittelt'' meint hier ''wenig vermögend''. | ||
Eine besondere Ehrung erfuhr die Einrichtung durch König Georg V. von Hannover (Ostfriesland gehörte seinerzeit zum Königreich Hannover) und seine Gemahlin, die der Einrichtung im September 1859 einen Besuch abstatteten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122</ref> | Eine besondere Ehrung erfuhr die Einrichtung durch König Georg V. von Hannover (Ostfriesland gehörte seinerzeit zum Königreich Hannover) und seine Gemahlin, die der Einrichtung im September 1859 einen Besuch abstatteten.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 122</ref> | ||
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Wann genau die Geschichte der Kinderbewahranstalt endete, ist nicht bekannt. Ihre Existenz ist jedoch mindestens bis 1869 gesichert: Bis hierhin reichen die geführten Protokollbücher. | Wann genau die Geschichte der Kinderbewahranstalt endete, ist nicht bekannt. Ihre Existenz ist jedoch mindestens bis 1869 gesichert: Bis hierhin reichen die geführten Protokollbücher. | ||
== Einzelnachweise == | ==Kleinkinderschule== | ||
Ob es sich bei der 1812 genannten Kleinkinderschule um einen Vorgänger der Kinderbewahranstalt, ist nicht ganz eindeutig. Nach alter [[Hausnummerierung]] (Nr. 539) dürfte sich sich auf dem Grund des heutigen [[Sozialamt|Sozialamtes]] befunden haben.<ref>Cremer, Ufke (1938): Die Hausnummern Nordens im Jahre 1812, Norden, S. 2</ref> | |||
==Einzelnachweise== | |||
<references /> | <references /> | ||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
*Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. | *Canzler, Gerhard (2005): Die Norder Schulen, Weener, S. 88f. | ||
==Siehe auch== | ==Siehe auch== | ||