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Das Fährhaus befand sich seit jeher hinter der schützenden Deichlinie und war ursprünglich kein öffentliches Gebäude. Lediglich für die Deicharbeiter wurde, wie beispielsweise auch am [[Großer Krug]] in [[Westermarsch II]], ein Schankbetrieb unterhalten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 301</ref> Erwähnt wird das Fährhaus erstmalig im Jahre 1804. Besitzer zu dieser Zeit war ein [[Jürgen Harms Fischer]], dessen Nachname sich - wie damals vielfach üblich - noch auf seinen Beruf bezog: Er transportierte Schellfisch mit seinem Wagen nach Norden. Zum Nebenwerb gestattete er es Inselreisenden, bei ihm zu übernachten.<ref name=":0" /><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Lintelermarsch.pdf Beschreibung der Lintelermarsch] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Aus diesen zarten Anfängen wurde nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] ein führendes Hotel an der Nordseeküste.
Das Fährhaus befand sich seit jeher hinter der schützenden Deichlinie und war ursprünglich kein öffentliches Gebäude. Lediglich für die Deicharbeiter wurde, wie beispielsweise auch am [[Großer Krug]] in [[Westermarsch II]], ein Schankbetrieb unterhalten.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 301</ref> Erwähnt wird das Fährhaus erstmalig im Jahre 1804. Besitzer zu dieser Zeit war ein [[Jürgen Harms Fischer]], dessen Nachname sich - wie damals vielfach üblich - noch auf seinen Beruf bezog: Er transportierte Schellfisch mit seinem Wagen nach Norden. Zum Nebenwerb gestattete er es Inselreisenden, bei ihm zu übernachten.<ref name=":0" /><ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Lintelermarsch.pdf Beschreibung der Lintelermarsch] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Aus diesen zarten Anfängen wurde nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] ein führendes Hotel an der Nordseeküste.


Da es sich bei dem Fährhaus um ein einzelnes Gebäude abseits weiterer erwähnenswerter handelte, führte die Verwaltung den Ort zugleich administrativ als Ortschaft in [[Norddeich]] bzw. der [[Lintelermarsch|Gemeinde Lintelermarsch]]. Laut amtlicher Aufzeichnungen des Königreichs Hannovers, zu dem Ostfriesland seinerzeit gehörte, sollen hier im Jahr 1848 insgesamt sieben Personen gewohnt haben.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Der bis heute erhaltene Name entstand, da das Haus in dieser Zeit von einem Fährmann bewohnt wurde, der zugleich die Fahrkarten für eine Überfahrt zu den Inseln verkaufte.<ref name=":1">[https://hotel-faehrhaus.de/historie/ Geschichte des Hotels Fährhaus], abgerufen am 24. Juli 2021</ref>
Da es sich bei dem Fährhaus um ein einzelnes Gebäude abseits weiterer erwähnenswerter handelte, führte die Verwaltung den Ort zugleich administrativ als Ortschaft in [[Norddeich]] bzw. der [[Lintelermarsch|Gemeinde Lintelermarsch]]. Laut amtlicher Aufzeichnungen des Königreichs Hannovers, zu dem Ostfriesland seinerzeit gehörte, sollen hier im Jahr 1848 insgesamt sieben Personen gewohnt haben.<ref>Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover von 1848</ref> Der bis heute erhaltene Name entstand, da das Haus in dieser Zeit von einem Fährmann bewohnt wurde, der zugleich die Fahrkarten für eine Überfahrt zu den Inseln verkaufte.<ref name=":1">[https://hotel-faehrhaus.de/historie/ Geschichte des Hotels Fährhaus], abgerufen am 24. Juli 2021</ref> Ende der 1850er oder Anfang der 1860er Jahre konnte der damalige Inhaber [[Hinrich Uphoff]] schließlich eine offizielle Genehmigung für einen Schankbetrieb einholen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 159</ref>


Das historische Gebäude wurde schließlich 1891 bzw. 1892 im Zuge des Baus der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnanlagen]] abgebrochen und ein stattlicher Neubau errichtet, der hoch über die Deichkrone ragte.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 302</ref> Im Kern existiert dieser Bau heute noch, wenngleich das Hotel im Laufe der Jahrzehnte immer wieder umgebaut und erweitert wurde. Zu Beginn konnte das Gasthaus 15 Fremdenzimmer aufweisen.<ref name=":1" />
Das historische Gebäude wurde schließlich 1891 bzw. 1892 im Zuge des Baus der [[Bahnstrecke Rheine-Norddeich Mole|Bahnanlagen]] abgebrochen und ein stattlicher Neubau errichtet, der hoch über die Deichkrone ragte.<ref name=":2">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 302</ref> Im Kern existiert dieser Bau heute noch, wenngleich das Hotel im Laufe der Jahrzehnte immer wieder umgebaut und erweitert wurde. Zu Beginn konnte das Gasthaus 15 Fremdenzimmer aufweisen.<ref name=":1" />