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1938 musste der Schornstein des Sanatogenwerks durch den Einbau einer neuen Kesselanlage mit einer Heizfläche von 200 Quadratmetern umgebaut werden. Dieser wurde durch typisch ostfriesische Klinker verstärkt und auf 38 Meter erhöht. Der ein Jahr später einsetzende [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] brachte zunächst kaum Veränderungen im Betriebsalltag mit sich, auch die Produktionsmengen konnten hochgehalten werden. Dies war möglich, da zum Kriegsdienst verpflichtetes Personal durch russische Kriegsgefangene ersetzt wurde.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Erst die Nachkriegszeit erwies sich als schwierig, 1947 wurde mit 5 Millionen Litern ein neuer Tiefstwert bei der Milchanlieferung erreicht. Erst 1953 wurde das Vorkriegsniveau wieder erreicht. Die positive Entwicklung der Molkerei wird hierbei vor allem dem Vorsitzenden der Molkereigenossenschaft [[Friedrich Swart|Dr. Friedrich Swart]] zugeschrieben.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 260</ref>
1938 musste der Schornstein des Sanatogenwerks durch den Einbau einer neuen Kesselanlage mit einer Heizfläche von 200 Quadratmetern umgebaut werden. Dieser wurde durch typisch ostfriesische Klinker verstärkt und auf 38 Meter erhöht. Der ein Jahr später einsetzende [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] brachte zunächst kaum Veränderungen im Betriebsalltag mit sich, auch die Produktionsmengen konnten hochgehalten werden. Dies war möglich, da zum Kriegsdienst verpflichtetes Personal durch russische Kriegsgefangene ersetzt wurde.<ref>[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/HOO/HOO_Norden.pdf Beschreibung von Norden] in der historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft</ref> Erst die Nachkriegszeit erwies sich als schwierig, 1947 wurde mit 5 Millionen Litern ein neuer Tiefstwert bei der Milchanlieferung erreicht. Erst 1953 wurde das Vorkriegsniveau wieder erreicht. Die positive Entwicklung der Molkerei wird hierbei vor allem dem Vorsitzenden der Molkereigenossenschaft [[Friedrich Swart|Dr. Friedrich Swart]] zugeschrieben.<ref name=":3">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 260</ref>


Da die Milchanlieferung in den 1960er Jahren weiter anstieg, wurde ein Neubau notwendig, der 1963 südöstlich des Sanatogenwerks errichtet wurde (hier befindet sich heute die Firma [[Everwien]]). Währenddessen wurde die Milchtrockungsanlage stillgelegt und die Milchtrockung in eine Großanlage nach Leer verlegt, um Kosten zu sparen. Aufgrund der guten Entwicklung konnte die Norder Molkerei schon bald weitere umliegende Molkereien übnernehmen und dank eines neu errichteten Milchlagers auch Tankwagen einsetzen. 1967 wurde die Molkerei in Hilgenriedersiel übernommen, 1973 jene in Marienhafe und 1981 schließlich die [[Molkerei (Süderneuland II)|Süderneulander Molkerei]].<ref name=":3" />
Da die Milchanlieferung in den 1960er Jahren weiter anstieg, wurde ein Neubau notwendig, der 1962 bis 1963 südöstlich des Sanatogenwerks errichtet wurde (hier befindet sich heute die Firma [[Everwien]]).<ref name=":3" /><ref>Medienzentrum des Landkreises Aurich (Bildarchiv: 1300133.tif)</ref> Währenddessen wurde die Milchtrockungsanlage stillgelegt und die Milchtrockung in eine Großanlage nach Leer verlegt, um Kosten zu sparen. Aufgrund der guten Entwicklung konnte die Norder Molkerei schon bald weitere umliegende Molkereien übnernehmen und dank eines neu errichteten Milchlagers auch Tankwagen einsetzen. 1967 wurde die Molkerei in Hilgenriedersiel übernommen, 1973 jene in Marienhafe und 1981 schließlich die [[Molkerei (Süderneuland II)|Süderneulander Molkerei]].<ref name=":3" />


In den 1970er Jahren und noch mehr in den 1980er Jahren wuchsen die wirtschaftlichen Probleme der Molkerei, sodass der Mitarbeiterstamm immer weiter verkleinert werden musste. Allein von 1983 bis 1989 wurde das Personal um über 50 % (von 41 auf 20) Mitarbeiter reduziert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 261</ref> Auch eine Kooperation mit der MZO Oldenburg/Ostfriesland sowie deren Tochterunternehmen Botterbloom konnte die schwächelnde Molkerei nicht retten, sodass diese im Jahre 1992 schließlich geschlossen werden musste. Neben der Firma Everwien wird das ehemalige Sanatogenwerk heute als Mehrparteienhaus genutzt. Hier befinden sich unter anderem mehrere Sozialwohnungen, die nur von Personen mit entsprechendem Wohnberechtigungsschein gemietet werden können.
In den 1970er Jahren und noch mehr in den 1980er Jahren wuchsen die wirtschaftlichen Probleme der Molkerei, sodass der Mitarbeiterstamm immer weiter verkleinert werden musste. Allein von 1983 bis 1989 wurde das Personal um über 50 % (von 41 auf 20) Mitarbeiter reduziert.<ref>Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 261</ref> Auch eine Kooperation mit der MZO Oldenburg/Ostfriesland sowie deren Tochterunternehmen Botterbloom konnte die schwächelnde Molkerei nicht retten, sodass diese im Jahre 1992 schließlich geschlossen werden musste. Neben der Firma Everwien wird das ehemalige Sanatogenwerk heute als Mehrparteienhaus genutzt. Hier befinden sich unter anderem mehrere Sozialwohnungen, die nur von Personen mit entsprechendem Wohnberechtigungsschein gemietet werden können.