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== Geschichte ==
== Geschichte ==
Für die Realisierung der Pläne wurde eine eigens hierfür gegründete städtische Kommission (''Beleuchtungskommission'') zuständig. Schon früh nach dem Start der nächtlichen Beleuchtung stellte sich heraus, dass die veranschlagten Kosten weit überschritten werden, sodass kritische Stimmen laut wurden, die Mitglieder der Kommission sollten hierfür persönlich haften. Die jährlichen Kosten für den Unterhalt der Beleuchtung bzw. Heranschaffung des Brennmaterials belief sich auf gut 300 Taler.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 293</ref>
Lange Zeit war es in Norden vorgeschrieben, dass jeder Bürger bei Dunkelheit eine aktive Handlampe mit sich zu führen hatte. Tat man dies nicht, galt man als Strolch, Herumtreiber oder lichtscheues Gesindel und lief damit Gefahr, von der [[Polizei Norden|Stadtwache]] verhaftet zu werden.<ref name=":2">Stadtwerke Norden (2021): Zeitreise in Text und Bild. 125 Jahre Stadtwerke Norden, Norden, S. 2</ref> Mit dem Aufkommen von Stadtgas wurde zunächst 1824 in London das Unternehmen ''Imperial-Continental-Gas-Association'', mit dem Ziel, alle europäischen Großstädte mit Gas zu beleuchten, gegründet. Hierfür wurde das Gas aus Kohle in Gaswerken gewonnen und durch ein Rohrnetz zu den Straßenlaternen (Kandelabern) geleitet. Dieses Gaslicht wurde in Dresden 1828 eingeführt.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Stra%C3%9Fenbeleuchtung#cite_note-5 Geschichte der Straßenbeleuchtung], abgerufen am 25. November 2021</ref>
 
1830 machte erstmals ein Investor den Vorschlag zur Installation einer Straßenbeleuchtung in Norden. Für 100 Taler sollte der [[Neuer Weg|Neue Weg]] mit vier Lampen ausgestattet werden. Aufgrund der knappen Stadtkasse scheiterte das Vorhaben jedoch bereits an der Finanzierung und kam damit über anfängliche Überlegungen nicht hinaus.<ref name=":2" /> Es dauerte noch acht Jahre, bis die Idee neu aufgriffen und schließlich auch umgesetzt wurde. Für die Realisierung der Pläne wurde eine eigens hierfür gegründete städtische Kommission (''Beleuchtungskommission'') zuständig. Schon früh nach dem Start der nächtlichen Beleuchtung stellte sich heraus, dass die veranschlagten Kosten weit überschritten werden, sodass kritische Stimmen laut wurden, die Mitglieder der Kommission sollten hierfür persönlich haften. Die jährlichen Kosten für den Unterhalt der Beleuchtung bzw. Heranschaffung des Brennmaterials beliefen sich auf gut 300 Taler.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 293</ref>


Die Stadt wandte sich daher an die Landdrostei Aurich (Vorläufer der Regierungsbezirke) und bat dort um finanzielle Unterstützung, wurden jedoch abgewiesen. Stattdessen wurden die Kosten auf den Jahreshaushalt des Folgejahres umgewälzt, sodass die anfänglich 40 mit Rapsöl betriebenen Laternen im Stadtgebiet weiter betrieben werden konnten.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 294</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 156</ref> Die Zahl blieb aufgrund der klammen Stadtkasse lange Zeit nahezu unverändert. Hinzu kam eine Verteuerung des Ölpreises. Am 26. September 1855 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] schließlich, ein Großteil der Laternen vorläufig nicht zu befeuern, um den städtischen Haushalt zu schonen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Eine kostengünstigere Alternative zum Öl bot sich schließlich ab 1868 bzw. 1869 mit der Umstellung auf das wesentlich preiswertere Petroleum. Die Zahl der Straßenlaternen belief sich bis 1890 auf 98. 1896 waren es schon 120.<ref name=":1" />
Die Stadt wandte sich daher an die Landdrostei Aurich (Vorläufer der Regierungsbezirke) und bat dort um finanzielle Unterstützung, wurden jedoch abgewiesen. Stattdessen wurden die Kosten auf den Jahreshaushalt des Folgejahres umgewälzt, sodass die anfänglich 40 mit Rapsöl betriebenen Laternen im Stadtgebiet weiter betrieben werden konnten.<ref name=":0" /><ref name=":1">Canzler, Gerhard (1989): Norden. Handel und Wandel, Norden, S. 294</ref><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 156</ref> Die Zahl blieb aufgrund der klammen Stadtkasse lange Zeit nahezu unverändert. Hinzu kam eine Verteuerung des Ölpreises. Am 26. September 1855 beschloss der [[Stadtrat|Rat der Stadt Norden]] schließlich, ein Großteil der Laternen vorläufig nicht zu befeuern, um den städtischen Haushalt zu schonen.<ref name=":0" /><ref name=":1" /> Eine kostengünstigere Alternative zum Öl bot sich schließlich ab 1868 bzw. 1869 mit der Umstellung auf das wesentlich preiswertere Petroleum. Die Zahl der Straßenlaternen belief sich bis 1890 auf 98. 1896 waren es schon 120.<ref name=":1" />