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Möglicherweise war der Ort schon besiedelt, als die [[Zweite Marcellusflut]] 1362 über das Land kam. Die reißenden Fluten bahnten dem [[Norder Tief]] seinen Weg, das ursprünglich weiter nördlich verlief und ''Leide'' genannt wurde. Seit der Flut sind die [[Norder Geestinsel]] und Bargebur durch das Tief voneinander getrennt und erst seit 1986 wieder durch die [[Hexenkolkbrücke]] verbunden.
Möglicherweise war der Ort schon besiedelt, als die [[Zweite Marcellusflut]] 1362 über das Land kam. Die reißenden Fluten bahnten dem [[Norder Tief]] seinen Weg, das ursprünglich weiter nördlich verlief und ''Leide'' genannt wurde. Seit der Flut sind die [[Norder Geestinsel]] und Bargebur durch das Tief voneinander getrennt und erst seit 1986 wieder durch die [[Hexenkolkbrücke]] verbunden.


Eine erstmalige Erwähnung findet der Ort im Jahr 1433, als es zwischen den Häuptlingen [[Focko Ukena]] und [[Ulrich Cirksena]] zu der sogenannten [[Schlacht von Bargebur]] als Entscheidungsschlacht der ''Ostfriesischen Freiheitskämpfe'' kam. Ein Bündnis mehrerer [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischer Häuptlinge]] unter Führung von [[Ulrich Cirksena]] besiegte den bis dahin in Ostfriesland vorherrschenden [[Focko Ukena]] und seine Gefolgsleute. Ulrichs Sieg hatte entscheidenden Einfluss auf seine Machtausbreitung und dem Aufstieg seines Geschlechts, da mit dem Tode des kinderlosen Sohnes von Focko, [[Udo Focken]], auch die letzten Chancen auf einen Nachkommen des Erbes der [[Idzinga]] erlosch. Ukena selbst konnte entkommen und starb später im niederländischen Exil.
Eine erstmalige Erwähnung findet der Ort im Jahr 1433, als es zwischen den Häuptlingen [[Focko Ukena]] und [[Ulrich Cirksena]] zu der sogenannten [[Schlacht von Bargebur]] als Entscheidungsschlacht der ''Ostfriesischen Freiheitskämpfe'' kam. Ein Bündnis mehrerer [[Ostfriesische Häuptlinge|ostfriesischer Häuptlinge]] unter Führung von [[Ulrich Cirksena]] besiegte den bis dahin in Ostfriesland vorherrschenden [[Focko Ukena]] und seine Gefolgsleute. Ulrichs Sieg hatte entscheidenden Einfluss auf seine Machtausbreitung und dem Aufstieg seines Geschlechts, da mit dem Tode des kinderlosen Sohnes von Focko, [[Udo Focken]], auch die letzten Chancen auf einen Nachkommen des Erbes der [[Idzinga]] erlosch. Ukena selbst konnte entkommen und starb später im niederländischen Exil. Zu dieser Zeit - und noch bis 1614 - gehörte auch [[Tidofeld]] noch zu Bargebur und dies wiederum zu Lütetsburg.


Für das Jahr 1436 ist eine Erwähnung des Ortes als ''to Berghum'' belegt. Spätere Bezeichnungen waren ''to Bergen in Norderlande'' (1445), ''inn Bargerburhen'' (1553), ''Bergerbur'' (1599) und ''Bargerbuhr'' (1787). Die heutige Schreibweise ist schließlich seit 1871 belegt. Weitere, historische Namen sind [[Westekelbur]] und [[Bergumer Straße|Bergum]]. Die genaue Entstehungsgeschichte des Ortes lässt sich indes nicht mit eindeutiger Gewissheit bestimmen. Vermutlich siedelten sich hier, ähnlich wie bei der [[Sandbauerschaft]] mehrere Bauern an, um von den örtlichen Gegebenheiten zu profitieren. Der Ort liegt mit 1,8 Meter über Normalnull relativ weit über dem Meeresspiegel und war daher prinzipiell weitestgehend vor Sturmfluten geschützt. Zudem lag der Ort relativ zentral zwischen der prosperierenden [[Stadt Norden]] und dem seit dem 13. Jahrhundert befestigten Sitz der mächtigen [[Manninga]] in Lütetsburg (später Innhausen und Knyphausen). Ferner verlief ein alter [[Heerstraße|Heerweg]] von Norden nach Esens durch den Ort, was sicherlich auch Handelsmöglichkeiten bot. Ebenfalls von Bedeutung war der [[Alter Postweg|Alte Postweg]], der teilweise entlang dieses alten Heerwegs verlief, teilweise entlang der Deichlinie des sogenannten [[Udo-Focken-Deich]] von 1425 und hier eine wichtige Verbindung gen Süden bildete.
Für das Jahr 1436 ist eine Erwähnung des Ortes als ''to Berghum'' belegt. Spätere Bezeichnungen waren ''to Bergen in Norderlande'' (1445), ''inn Bargerburhen'' (1553), ''Bergerbur'' (1599) und ''Bargerbuhr'' (1787). Die heutige Schreibweise ist schließlich seit 1871 belegt. Weitere, historische Namen sind [[Westekelbur]] und [[Bergumer Straße|Bergum]]. Die genaue Entstehungsgeschichte des Ortes lässt sich indes nicht mit eindeutiger Gewissheit bestimmen. Vermutlich siedelten sich hier, ähnlich wie bei der [[Sandbauerschaft]] mehrere Bauern an, um von den örtlichen Gegebenheiten zu profitieren. Der Ort liegt mit 1,8 Meter über Normalnull relativ weit über dem Meeresspiegel und war daher prinzipiell weitestgehend vor Sturmfluten geschützt. Zudem lag der Ort relativ zentral zwischen der prosperierenden [[Stadt Norden]] und dem seit dem 13. Jahrhundert befestigten Sitz der mächtigen [[Manninga]] in Lütetsburg (später Innhausen und Knyphausen). Ferner verlief ein alter [[Heerstraße|Heerweg]] von Norden nach Esens durch den Ort, was sicherlich auch Handelsmöglichkeiten bot. Ebenfalls von Bedeutung war der [[Alter Postweg|Alte Postweg]], der teilweise entlang dieses alten Heerwegs verlief, teilweise entlang der Deichlinie des sogenannten [[Udo-Focken-Deich]] von 1425 und hier eine wichtige Verbindung gen Süden bildete.