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===Neuzeit===
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Als das Schloss Lütetsburg, benannt nach Lütet [[Manninga]], 1534 durch Erbteilung an die Herren von Innhausen und Knyphausen fiel, gelangte Bargebur in den Besitz des in Pewsum sesshaften Zweiges der Familie Manninga. Erst durch einen Vertrag, datiert auf den 5. Januar 1584 gehörte die ''Herrlichkeit Westekelbur in Bergum'' wieder zu Lütetsburg. In diesem Vertrag wurde auch die Gebietsgröße von 76 [[Diemat]] festgehalten, was etwa 50 Hektar entspricht.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 133</ref> Anhand der Bezeichnung Herrlichkeit wird ersichtlich, dass der Lütetsburger Landesherr in dieser Zeit volle Befehlsgewalt über das Land und die hier siedelnden Menschen hatten. Hierzu zählte auch die Verhängung der Todesstrafe, weshalb vermutet wird, dass der [[Galgenberg]] und der [[Hexenkolk]] ihren Ursprung als Richtstätte in dieser Zeit haben.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 134</ref> Seit dem Bau des [[Schloss Tidofeld|Tidofelder Schlosses]] in der Zeit um 1614 dürften die Bauern also vor allem für den dort sesshaften Tido II. von Innhausen und Knyphausen und sein Gefolge gearbeitet bzw. diesem unterstanden haben. Das Schloss fiel nach einer Familienfehde im Jahre 1669 wüst, ob dies eine demografische Änderung für Bargebur mit sich brachte, ist ungewiss.
[[Datei:Süderneuland II Bargebur Bargeburer Mühle Ölmühle Müllerhaus Berumerfehnkanal Fehnkanal um 1870.JPG|mini|Die [[Ölmühle]] in Blickrichtung [[Tidofeld]]. Rechts die [[Bargeburer Mühle]] und die [[Westerroggenmühle]]. Im Hintergrund links die [[Bargeburer Kirche]] und dahinter der Turm des Lütetsburger Schlosses.|verweis=http://heimatforschung-ostfriesland.de/norden/index.php%3Ftitle=Datei:S%C3%BCderneuland_II_Bargebur_Bargeburer_M%C3%BChle_%C3%96lm%C3%BChle_M%C3%BCllerhaus_Berumerfehnkanal_Fehnkanal_um_1870.JPG|alternativtext=]]Als das Schloss Lütetsburg, benannt nach Lütet [[Manninga]], 1534 durch Erbteilung an die Herren von Innhausen und Knyphausen fiel, gelangte Bargebur in den Besitz des in Pewsum sesshaften Zweiges der Familie Manninga. Erst durch einen Vertrag, datiert auf den 5. Januar 1584 gehörte die ''Herrlichkeit Westekelbur in Bergum'' wieder zu Lütetsburg. In diesem Vertrag wurde auch die Gebietsgröße von 76 [[Diemat]] festgehalten, was etwa 50 Hektar entspricht.<ref name=":0">Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 133</ref> Anhand der Bezeichnung Herrlichkeit wird ersichtlich, dass der Lütetsburger Landesherr in dieser Zeit volle Befehlsgewalt über das Land und die hier siedelnden Menschen hatten. Hierzu zählte auch die Verhängung der Todesstrafe, weshalb vermutet wird, dass der [[Galgenberg]] und der [[Hexenkolk]] ihren Ursprung als Richtstätte in dieser Zeit haben.<ref name=":0" /><ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 134</ref> Seit dem Bau des [[Schloss Tidofeld|Tidofelder Schlosses]] in der Zeit um 1614 dürften die Bauern also vor allem für den dort sesshaften Tido II. von Innhausen und Knyphausen und sein Gefolge gearbeitet bzw. diesem unterstanden haben. Das Schloss fiel nach einer Familienfehde im Jahre 1669 wüst, ob dies eine demografische Änderung für Bargebur mit sich brachte, ist ungewiss.


Überregionale Beachtung fand das beschauliche Bargebur erst wegen einer der zahllosen Glaubenskonflikte im ausgehenden Mittelalter. Nachdem die Reformation ab 1527 auch Einzug in Norden hielt, beabsichtigte die stetig wachsende [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|evangelisch-reformierte Gemeinde]], eine Kirche innerhalb der Stadtgrenzen von Norden zu errichten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch bereits von Anfang an am Widerstand der Norder Bürger, unter denen sich evangelisch-lutherische Ausrichtung durchgesetzt hatte. Die calvinistischen bzw. reformierten Christen mussten ihre Gottesdienste außerhalb der Stadtgrenzen abhalten. Spätestens ab 1559 stellten ihnen die Herren von Lütetsburg dafür ihre Kapelle zur Verfügung, erstmals [[Unico Manninga]].
Überregionale Beachtung fand das beschauliche Bargebur erst wegen einer der zahllosen Glaubenskonflikte im ausgehenden Mittelalter. Nachdem die Reformation ab 1527 auch Einzug in Norden hielt, beabsichtigte die stetig wachsende [[Reformierte Gemeinde Lütetsburg-Norden|evangelisch-reformierte Gemeinde]], eine Kirche innerhalb der Stadtgrenzen von Norden zu errichten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch bereits von Anfang an am Widerstand der Norder Bürger, unter denen sich evangelisch-lutherische Ausrichtung durchgesetzt hatte. Die calvinistischen bzw. reformierten Christen mussten ihre Gottesdienste außerhalb der Stadtgrenzen abhalten. Spätestens ab 1559 stellten ihnen die Herren von Lütetsburg dafür ihre Kapelle zur Verfügung, erstmals [[Unico Manninga]].