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===Mittelalter===
===Mittelalter===
Auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils lag das 1374 bei der sogenannten [[Erste Dionysiusflut|Ersten Dionysiusflut]] untergegangene Dorf Westeel. Die Sturmflut war eine der verheerendsten an der Nordseeküste und richtete zahlreiche Verwüstungen in Ostfriesland an. Die [[Leybucht]] erreichte durch die Flut ihre größte Ausdehnung, die Fluten drangen bis in den Stadtkern von Norden vor. Das 14. Jahrhundert ging als das Jahr der schlimmsten Flutkatastrophen in die Geschichte Ostfrieslands ein.
Auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils lag das 1374 bei der sogenannten [[Erste Dionysiusflut|Ersten Dionysiusflut]] untergegangene Dorf Westeel, das sich im Bereich des heutigen [[Leysanderpolder|Leysanderpolders]] befunden hat. Die Sturmflut war eine der verheerendsten an der Nordseeküste und richtete zahlreiche Verwüstungen in Ostfriesland an. Die [[Leybucht]] erreichte durch die Flut ihre größte Ausdehnung, die Fluten drangen bis in den Stadtkern von Norden vor. Das 14. Jahrhundert ging als das Jahr der schlimmsten Flutkatastrophen in die Geschichte Ostfrieslands ein.


Westeel war ein vermögendes Marktdorf und der Hauptsitz der Häuptlingsfamilie [[Manninga]], die zu dieser Zeit eine der mächtigsten Familien Ostfrieslands war und auch über Besitztümer in [[Bargebur]], in Pewsum (Gemeinde Krummhörn) und Lütetsburg verfügte. Die Lütetsburg selbst gehörte zu diesem Zeitpunkt auch den Manninga, der Name geht auf Lütet Manninga zurück. Der Wohlstand Westeels wird in den Geschichtsbüchern als bemerkenswert beschrieben, was wohl auf den äußerst fruchtbaren Marschboden und der dadurch üppigen Erträge zurückzuführen sein dürfte. So soll es fünf Goldschmiede in Westeel gegeben haben, die dort ein gutes Einkommen erzielen konnten. Eine überaus bemerkenswerte Zahl für einen so kleinen Ort. Dennoch ist Westeel nach seinem Untergang weitestgehend in Vergessenheit geraten.
Westeel war ein vermögendes Marktdorf und der Hauptsitz der Häuptlingsfamilie [[Manninga]], die zu dieser Zeit eine der mächtigsten Familien Ostfrieslands war und auch über Besitztümer in [[Bargebur]], in Pewsum (Gemeinde Krummhörn) und Lütetsburg verfügte. Die Lütetsburg selbst gehörte zu diesem Zeitpunkt auch den Manninga, der Name geht auf Lütet Manninga zurück, der sie als Nachfolger seiner bei den Fluten zerstörten Burg in Westeel errichtete. Der Wohlstand des Ortes wird in den Geschichtsbüchern als bemerkenswert beschrieben, was wohl auf den äußerst fruchtbaren Marschboden und der dadurch üppigen Erträge zurückzuführen sein dürfte. So soll es fünf Goldschmiede in Westeel gegeben haben, die dort ein gutes Einkommen erzielen konnten. Eine überaus bemerkenswerte Zahl für einen so kleinen Ort. Dennoch ist Westeel nach seinem Untergang weitestgehend in Vergessenheit geraten.


Beim Pflügen kommen am westlichen Rand des Dorfes Osteel noch heute gelegentlich Mauersteine zutage, die als Hinweis auf das untergegangene Dorf gedeutet werden. Dessen Zentrum soll in der Nähe eines ehemals ''Kerkenriede'' genannten Wasserlaufs bei der [[Warft]] von ''Hohebeer'' (Osteel, nahe der [[Kreitlapperei]]) gelegen haben. Weitere Steinfunde und Mauerreste in einem Kilometer westlicher bzw. nordwestlicher Richtung von Hohebeer deuten auf weitere Steinhäuser hin. Auch dies ist ein unverkennbares Zeichen für den Wohlstand, sind Steine doch seit jeher mangels natürlicher Vorkommen ein rares und damit teures Gut in der Region. Im Gebiet des Fundortes verzeichneten Archäologen sieben Warften, die Westeel zugerechnet werden.
Beim Pflügen kommen am westlichen Rand des Dorfes Osteel noch heute gelegentlich Mauersteine zutage, die als Hinweis auf das untergegangene Dorf gedeutet werden. Dessen Zentrum soll in der Nähe eines ehemals ''Kerkenriede'' genannten Wasserlaufs bei der [[Warft]] von ''Hohebeer'' (Osteel, nahe der [[Kreitlapperei]]) gelegen haben. Weitere Steinfunde und Mauerreste in einem Kilometer westlicher bzw. nordwestlicher Richtung von Hohebeer deuten auf weitere Steinhäuser hin. Auch dies ist ein unverkennbares Zeichen für den Wohlstand, sind Steine doch seit jeher mangels natürlicher Vorkommen ein rares und damit teures Gut in der Region. Im Gebiet des Fundortes verzeichneten Archäologen sieben Warften, die Westeel zugerechnet werden.