Leybucht: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 13: | Zeile 13: | ||
==Entstehung== | ==Entstehung== | ||
[[Datei:Norden Karte 1595.jpg|mini|Die Leybucht auf einer Karte von [[Ubbo Emmius]] (um 1595).]] | [[Datei:Norden Karte 1595.jpg|mini|Die Leybucht auf einer Karte von [[Ubbo Emmius]] (um 1595).]] | ||
Die Leybucht bildete sich wahrscheinlich nach der ersten zuverlässig erwähnten Sturmflut an der niederländischen Küste am 26. Dezember 838. Ihre größte Ausdehnung von etwa 129 | Die Leybucht bildete sich wahrscheinlich nach der ersten zuverlässig erwähnten Sturmflut an der niederländischen Küste am 26. Dezember 838. Ihre größte Ausdehnung von etwa 129 Quadratkilometern erlangte sie nach der [[Erste Dionysiusflut|Ersten Dionysiusflut]] im Jahr 1374. Diese verheerende Sturmflut führte zu gewaltigen Landverlusten und forderte zahlreiche Menschenleben. Ganze Ortschaften wie [[Westeel]] mussten aufgegeben werden. Da der Flut bereits mehrere verheerende Sturmfluten folgten und nachkamen, ging das 14. Jahrhundert auch als das ''Jahrhundert der Sturmfluten'' in die ostfriesische Geschichte ein. Die Leybucht reichte nun von Greetsiel im Westen bis Marienhafe im Osten bzw. vom Rand der [[Stadt Norden]] bei Lütetsburg (hier liegen noch viele [[Kolk|Kolke]] im Umfeld der [[Umgehungsstraße]]) bis nach Canhusen (Gemeinde Hinte) im Süden. Verheerende Pestepidemien dezimierten die Bevölkerung weiter.<ref name=":0">[http://www.michaeltillheinze.de/f_k1989/f_k890223.htm#1 Fehntjer Kurier vom 23. Februar 1989], abgerufen am 15. August 2021</ref> | ||
Wenngleich die Wassermassen viel Unheil über Land und Leute brachten, führten sie auch dazu, dass die auf einer halbwegs hochsicheren [[Norder Geestinsel|Geestinsel]] erbaute [[Altstadt|Kernstadt von Norden]] nun über einen direkten Zugang zum Meer verfügte. Der [[Norder Hafen]] sicherte der Stadt fortan über Jahrhunderte eine wirtschaftliche Blüte. Ab dem 15. und besonders ab dem 16. Jahrhundert begannen die Menschen schrittweise, die verlorenen Landstriche durch [[Liste der Eindeichungen|Eindeichung]] zurückzugewinnen. Die erste bekannte Deichbaumaßnahme erfolgte 1425 durch den Bau des [[Udo-Focken-Deich|Udo-Focken-Deichs]], der jedoch mehr der Landsicherung als -gewinnung diente. Die erste große Landgewinnung erfolgte ab 1556 mit der Einpolderung des nachfolgend so genannten [[Süderneuland|''Süderneulandes'']]. Die letzten derartigen Maßnahmen erfolgten in den Jahren 1947 bis 1950 mit der Eindeichung des[[Leybuchtpolder (Polder)|Leybuchtpolders]].<ref name=":0" /> | |||
In den folgenden Jahren gab es Pläne, die gesamte | In den folgenden Jahren gab es Pläne, die gesamte Leybucht einzudeichen, um so die Deichlinie deutlich zu verkürzen und den Küstenschutz zu verbessern. Diese Maßnahme wurde 1980 jedoch aus Gründen des Naturschutzes wieder verworfen. Es wurden lediglich kleinere Küstenschutzmaßnahmen realisiert (wie beispielsweise die 1991 erfolgte Eindeichung der seit Ende 1994 unter Naturschutz stehenden ''Leyhörn''; siehe [[Leysiel]]). Zur Verstärkung der Deichanlagen begannen 1985 erste Vorbereitungen zum Bau des im Jahr 2000 fertiggestellten (neuen) [[Störtebekerdeich|Störtebekerdeichs]], der dem alten Deich vorgelagert ist.<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 88</ref> Insgesamt wurden der Leybucht im Laufe der Geschichte rund 28 Quadratkilometer entrissen.<ref>Schreiber, Gretje (2011): Das Norder Hafengebiet und seine beiden Häfen im 16. Jahrhundert, Manuskript</ref> | ||
Durch die Baumaßnahmen verlor der Norder Hafen immer mehr an Bedeutung, sodass diese eigentlich als widersprüchlich zu den wirtschaftlichen Interessen der Stadt betrachtet werden können. Tatsächlich werden die Landgewinnungsmaßnahmen ([[Polder]]) nicht positiv betrachtet worden sein, doch führte die natürliche Verlandung des Fahrwassers durch Verschlickung ohnehin im Laufe der Zeit dazu, dass der Hafen immer weniger - insbesondere von größeren Schiffen - angefahren werden konnte. | |||
Die natürliche Verlandung und schrittweise Einpolderung der Leybucht führten schließlich immer wieder zu Problemen mit der Binnenentwässerung geführt, da Verlandungen und Einpolderungen zu Anhebungen der Tideniedrigwasser vor den Entwässerungsbauwerken in der Deichlinie führten.<ref>Niemeyer, H. D., R. Kaiser, G. Brandt & D. Glaser (2004): Überprüfung der Tnw-Abschätzung für das Leysiel, Norderney, S. 2</ref> Das hatte also zur Folge, dass das landeinwärts hinter den Sielen aufgestaute Wasser bei Ebbe nicht vollends ablaufen konnte, da auf der anderen Seite der Sieltore das Wasser immer höher stand. | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||