Gut Lintel: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Linteler Wäldchen ist heute städtischer Besitz und frei zugänglich. Die Anhöhen und der Teich sind noch vorhanden, jedoch ist das Gebiet über die Jahrzehnte verwildert und kaum mehr als Park zu erkennen.<ref name=":1" /> Mit dem Bau des [[Jahnplatz|Jahnplatzes]] hat es zudem einen Teil seiner Fläche einbüßen müssen. Bereits seit mindestens 1800 verlief hier ein wichtiger Verbindungsweg der Bewohner von [[Ostlintel]] zur [[Linteler Mühle]] und zur [[Ludgerikirche]], weshalb der Weg auch amtlich als ''Kirchweg'' verzeichnet war. Als [[Wilhelm Vissering]] diesen Weg 1851 absperrte, kam es zu einem Rechtsstreit zwischen ihm und der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], zu der Ostlintel seinerzeit noch gehörte. Visserung unterlag und musste den Weg wieder frei geben.<ref name=":2" /> | Das Linteler Wäldchen ist heute städtischer Besitz und frei zugänglich. Die Anhöhen und der Teich sind noch vorhanden, jedoch ist das Gebiet über die Jahrzehnte verwildert und kaum mehr als Park zu erkennen.<ref name=":1" /> Mit dem Bau des [[Jahnplatz|Jahnplatzes]] hat es zudem einen Teil seiner Fläche einbüßen müssen. Bereits seit mindestens 1800 verlief hier ein wichtiger Verbindungsweg der Bewohner von [[Ostlintel]] zur [[Linteler Mühle]] und zur [[Ludgerikirche]], weshalb der Weg auch amtlich als ''Kirchweg'' verzeichnet war. Als [[Wilhelm Vissering]] diesen Weg 1851 absperrte, kam es zu einem Rechtsstreit zwischen ihm und der [[Sandbauerschaft|Gemeinde Sandbauerschaft]], zu der Ostlintel seinerzeit noch gehörte. Visserung unterlag und musste den Weg wieder frei geben.<ref name=":2" /> | ||
Nach dem Tod von [[Wilhelm Vissering]] (er starb 1860) ging das Gut in den Besitzs eines Sohnes [[Friedrich Bodewin Vissering]] über. Später erbt sein Sohn [[Karl Vissering]] das Gut. Bereits vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] ging es mit seinen Besitztümern jedoch abwärts. Auch eine Konsolidierung durch die Währungsreform nach der Inflationszeit gelang nicht. 1919 wurde Vissering wegen überhöhter Preisforderungen für Gemüse angezeigt und zur Rechenschaft gezogen. Der wirtschaftliche Ruin Visserings vollzog sich immer weiter. 1929 war er zum Verkauf des Hofs Breepott | Nach dem Tod von [[Wilhelm Vissering]] (er starb 1860) ging das Gut in den Besitzs eines Sohnes [[Friedrich Bodewin Vissering]] über. Später erbt sein Sohn [[Karl Vissering]] das Gut. Bereits vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] ging es mit seinen Besitztümern jedoch abwärts. Auch eine Konsolidierung durch die Währungsreform nach der Inflationszeit gelang nicht. 1919 wurde Vissering wegen überhöhter Preisforderungen für Gemüse angezeigt und zur Rechenschaft gezogen. Der wirtschaftliche Ruin Visserings vollzog sich immer weiter, obwohl zu dieser Zeit noch der [[Hof Flökershausen]] mit 61 Hektar, der [[Hof Breepott]] mit 50 Hektar, der [[Hof Uhlenwarf]] mit 5 Hektar (allesamt in der [[Ostermarsch]]) zu seinem Besitz zählten. Weiterhin war er Pächter der [[Petersbörg]], des [[Zuckerpolder|Zuckerpolders]] und Ländereien und [[Heller]] in der Größe von 150 Hektar auf Norderney.<ref name=":2" /> | ||
1929 war er zum Verkauf des [[Hof Breepott|Hofs Breepott]] mitsamt der dazugehörigen Ländereien gezwungen.<ref name=":02">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Vissering.pdf Mahmens, Sven (2007): Biographie des Karl Vissering], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> Zuvor musste er bereits umfangreiche Ländereien im Umfeld des Guts, so etwa den [[Stuvert]] (wo bis 1938 der [[Jahnplatz]] entstand) veräußern. Unbeirrt dessen versuchte er sich weiterhin in der kostenintensiven Zucht von Pferden und brachte 1924 ein Buch mit dem Titel ''Gut Lintel bei Norden (Ostfriesland) - Zuchtstätte rotbrauner Ostfriesen'' heraus.<ref>[https://books.google.de/books/about/Gut_Lintel_bei_Norden_Ostfriesland_Zucht.html?id=3RQBmQEACAAJ&redir_esc=y Bücherverzeichnis von Google Books], abgerufen am 23. April 2021</ref> Nach vorheriger Zwangsverwaltung wurde 1932 die Zwangsversteigerung seines restlichen Besitzes, des Guts Lintel, eingeleitet.<ref name=":02" /> Neuer Eigentümer wurde die [[Sparkasse Aurich-Norden]], die es an den Getreidehändler Wilhelm Bley aus Emden veräußerte.<ref name=":2" /> | |||
1940 erging erneut ein Pfändungsbeschluss gegen Vissering, der seit 1935 als Landwirt in Leer-Loga tätig war.<ref name=":02" /> 1977 oder 1978 gelangte das Gut schließlich in den Besitz des Rechtsanwalts [[Veit Wucherpfennig]], der auch das [[Schöninghsches Haus|Schöninghsche Haus]] vor dem Verfall bewahrte.<ref name=":1" /> Heute steht das Anwesen im Eigentum eines Norder Ärztepaares. | 1940 erging erneut ein Pfändungsbeschluss gegen Vissering, der seit 1935 als Landwirt in Leer-Loga tätig war.<ref name=":02" /> 1977 oder 1978 gelangte das Gut schließlich in den Besitz des Rechtsanwalts [[Veit Wucherpfennig]], der auch das [[Schöninghsches Haus|Schöninghsche Haus]] vor dem Verfall bewahrte.<ref name=":1" /> Heute steht das Anwesen im Eigentum eines Norder Ärztepaares. | ||