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Der '''Fräuleinshof''' ist ein altes Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] in der [[Fräuleinshof (Straße)|gleichnamigen Straße]]. Aufgrund seiner einstigen Nutzung wird das Gebäude auch als ''Landratsamt'' bezeichnet.
Der '''Fräuleinshof''' ist sowohl der Name eines alten Gebäudes auf dem Gelände des ehemaligen [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] in der [[Fräuleinshof (Straße)|gleichnamigen Straße]] als auch der Name des umliegenden Platzes. Aufgrund seiner einstigen Nutzung wird das Gebäude auch als ''Landratsamt'' bezeichnet. Sowohl das Gebäude als auch die Platzanlage stehen unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 11. November 2021</ref>


==Geschichte==
==Geschichte==
Das gesamte Areal um den Fräuleinshof gehörte einst zum hier ansässigen [[Dominikanerkloster]]. Im Zuge der Säkularisierung (Verweltlichung) des Klosters infolge der auch in Ostfriesland Einzug haltenden Reformation fiel das katholische Kloster samt Anlage an den [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]], welcher sich an der Nordseite des Geländes eine Residenz errichten ließ, das wesentliche Teile der alten Klostergebäude umschloss. Die Residenz und die anderen Gebäude der ehemaligen Klosteranlage wurden jedoch, ebenso wie beispielsweise die [[Andreaskirche]] und das [[Kloster Marienthal]] im Jahr 1531 von Junker [[Balthasar von Esens]] gebrandschatzt. Sie mussten daraufhin abgebrochen werden.<ref name=":0" />
Das gesamte Areal um den Fräuleinshof gehörte einst zu einem [[Dominikanerkloster]]. Im Zuge der Säkularisierung (Verweltlichung) des Klosters infolge der auch in Ostfriesland Einzug haltenden Reformation fiel das katholische Kloster samt Anlage an [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]], welcher sich an der Nordseite des Geländes eine Residenz errichten ließ, das wesentliche Teile der alten Klostergebäude umschloss. Die Residenz und die anderen Gebäude der ehemaligen Klosteranlage wurden jedoch schon bald darauf, ebenso wie beispielsweise die [[Andreaskirche]] und das [[Kloster Marienthal]] im Jahr 1531 von Junker [[Balthasar von Esens]] gebrandschatzt und mussten daraufhin abgebrochen werden.<ref name=":0" />


Der bis heute erhaltene Fräuleinshof wurde kurze Zeit später errichtet und 1587 erstmals als ''Frowkens Hoff'' (Fräuleinshof) erwähnt. Nach Darstellung des ostfriesischen Hofpredigers Bertram soll der Name daher rühren, weil die verwitwete Prinzessin Catharina von Schweden nebst ihren Töchtern nach dem Tode ihres Mannes, dem ostfriesischen Grafen [[Edzard II. Cirksena]], hier bis zu ihrem Lebensende residierte. Andere Quellen gehen davon aus, dass Enno II. Cirksena dort seine unverheirateten Schwestern (Fräuleins) wohnen ließ und in Erinnerung an sie der Name ''Fräuleinshof'' entstanden sei. Von Theda weiß man, dass sie 1563 an einem Schlaganfall starb und auch ihre Schwester Armgard, die mit ihr im Kloster Marienthal erzogen wurde, starb 1558 unverheiratet.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser, Bewohner Fräuleinshof, Ruthörn und Norddeicher Straße (I), in: Ostfriesischer Kurier 30. September 2000, S. 51</ref> Die Prinzessinnen sollen in einem Westflügel des Gebäudes gewohnt haben, der auch ''Westerhues'' genannt wurde. Ihre Räumlichkeiten selbst trugen den Namen ''Prinzessinnenkammer''.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95</ref>
Der bis heute erhaltene Fräuleinshof wurde kurze Zeit später errichtet und 1587 erstmals als ''Frowkens Hoff'' (Fräuleinshof) erwähnt. Nach Darstellung des ostfriesischen Hofpredigers Bertram soll der Name daher rühren, weil die verwitwete Prinzessin Catharina von Schweden nebst ihren Töchtern nach dem Tode ihres Mannes, [[Edzard II. Cirksena|Graf Edzard II.]], hier bis zu ihrem Lebensende residierte. Andere Quellen gehen davon aus, dass [[Enno II. Cirksena|Graf Enno II.]] dort seine unverheirateten Schwestern (''Fräuleins'') wohnen ließ und in Erinnerung an sie der Name entstanden sei. Von Theda weiß man, dass sie 1563 an einem Schlaganfall starb und auch ihre Schwester Armgard, die mit ihr im Kloster Marienthal erzogen wurde, starb 1558 unverheiratet.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser, Bewohner Fräuleinshof, Ruthörn und Norddeicher Straße (I), in: Ostfriesischer Kurier 30. September 2000, S. 51</ref> Die Prinzessinnen sollen in einem Westflügel des Gebäudes gewohnt haben, der auch ''Westerhues'' genannt wurde. Ihre Räumlichkeiten selbst trugen den Namen ''Prinzessinnenkammer''.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95</ref>


Beim Abbruch des Vorgängerbaus des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] im Jahre 1850 kamen bei Grabungsarbeiten die Überreste der umfangreichen Bodenaufschüttungen, die mit dem Bau des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] einhergingen, zum Vorschein.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64</ref> Weitere Funde wurden bei Erweiterungsarbeiten des Schulgebäudes im Jahre 1992 gemacht. Der Einschätzung der Archäologen zufolge handelt es sich wahrscheinlich um Überreste eines ehemals freistehenden Gebäudes auf dem Klostergelände.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 66</ref>
Beim Abbruch des Vorgängerbaus des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] im Jahre 1850 kamen bei Grabungsarbeiten die Überreste der umfangreichen Bodenaufschüttungen, die mit dem Bau des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] einhergingen, zum Vorschein.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64</ref> Weitere Funde wurden bei Erweiterungsarbeiten des Schulgebäudes im Jahre 1992 gemacht. Der Einschätzung der Archäologen zufolge handelt es sich wahrscheinlich um Überreste eines ehemals freistehenden Gebäudes auf dem Klostergelände.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 66</ref>


Einhergehend mit der Gründung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] wurde der Fräuleinshof der neue Kreissitz. Bereits das [[Amt Norden]] hatte hier seinen Sitz.<ref name=":1" /> Das Areal und die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz und dienen unter anderem noch Außenstellen des Landkreises Aurich als Sitz, andere Teile werden vom Gymnasium genutzt.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref>
Einhergehend mit der Gründung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] wurde der Fräuleinshof Sitz der Verwaltung und des [[Landrat|Landrats]]. Bereits das [[Amt Norden]] hatte hier seinen Sitz.<ref name=":1" /> Das Areal und die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz und dienen unter anderem noch als Außenstellen von Verwaltungsbehörden des Landkreises Aurich, andere Teile werden vom [[Ulrichsgymnasium]] genutzt.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==