Fräuleinshof: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Norder Stadtgeschichte
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Der bis heute erhaltene Fräuleinshof wurde kurze Zeit später errichtet und 1587 erstmals als ''Frowkens Hoff'' (Fräuleinshof) erwähnt. Nach Darstellung des ostfriesischen Hofpredigers Bertram soll der Name daher rühren, weil die verwitwete Prinzessin Catharina von Schweden nebst ihren Töchtern nach dem Tode ihres Mannes, dem ostfriesischen Grafen [[Edzard II. Cirksena]], hier bis zu ihrem Lebensende residierte. Andere Quellen gehen davon aus, dass Enno II. Cirksena dort seine unverheirateten Schwestern (Fräuleins) wohnen ließ und in Erinnerung an sie der Name ''Fräuleinshof'' entstanden sei. Von Theda weiß man, dass sie 1563 an einem Schlaganfall starb und auch ihre Schwester Armgard, die mit ihr im Kloster Marienthal erzogen wurde, starb 1558 unverheiratet.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser, Bewohner Fräuleinshof, Ruthörn und Norddeicher Straße (I), in: Ostfriesischer Kurier 30. September 2000, S. 51</ref> Die Prinzessinnen sollen in einem Westflügel des Gebäudes gewohnt haben, der auch ''Westerhues'' genannt wurde. Ihre Räumlichkeiten selbst trugen den Namen ''Prinzessinnenkammer''.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95</ref>
Der bis heute erhaltene Fräuleinshof wurde kurze Zeit später errichtet und 1587 erstmals als ''Frowkens Hoff'' (Fräuleinshof) erwähnt. Nach Darstellung des ostfriesischen Hofpredigers Bertram soll der Name daher rühren, weil die verwitwete Prinzessin Catharina von Schweden nebst ihren Töchtern nach dem Tode ihres Mannes, dem ostfriesischen Grafen [[Edzard II. Cirksena]], hier bis zu ihrem Lebensende residierte. Andere Quellen gehen davon aus, dass Enno II. Cirksena dort seine unverheirateten Schwestern (Fräuleins) wohnen ließ und in Erinnerung an sie der Name ''Fräuleinshof'' entstanden sei. Von Theda weiß man, dass sie 1563 an einem Schlaganfall starb und auch ihre Schwester Armgard, die mit ihr im Kloster Marienthal erzogen wurde, starb 1558 unverheiratet.<ref name=":0">Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser, Bewohner Fräuleinshof, Ruthörn und Norddeicher Straße (I), in: Ostfriesischer Kurier 30. September 2000, S. 51</ref> Die Prinzessinnen sollen in einem Westflügel des Gebäudes gewohnt haben, der auch ''Westerhues'' genannt wurde. Ihre Räumlichkeiten selbst trugen den Namen ''Prinzessinnenkammer''.<ref name=":1">Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95</ref>


Beim Abbruch des Vorgängerbaus des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] im Jahre 1850 kamen bei Grabungsarbeiten die Überreste der umfangreichen Bodenaufschüttungen, die mit dem Bau des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] einhergingen, zum Vorschein.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64</ref>
Beim Abbruch des Vorgängerbaus des [[Ulrichsgymnasium|Ulrichsgymnasiums]] im Jahre 1850 kamen bei Grabungsarbeiten die Überreste der umfangreichen Bodenaufschüttungen, die mit dem Bau des [[Dominikanerkloster|Dominikanerklosters]] einhergingen, zum Vorschein.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64</ref> Weitere Funde wurden bei Erweiterungsarbeiten des Schulgebäudes im Jahre 1992 gemacht. Der Einschätzung der Archäologen zufolge handelt es sich wahrscheinlich um Überreste eines ehemals freistehenden Gebäudes auf dem Klostergelände.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 66</ref>


Einhergehend mit der Gründung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] wurde der Fräuleinshof der neue Kreissitz. Bereits das [[Amt Norden]] hatte hier seinen Sitz.<ref name=":1" /> Das Areal und die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref>
Einhergehend mit der Gründung des [[Landkreis Norden|Landkreises Norden]] wurde der Fräuleinshof der neue Kreissitz. Bereits das [[Amt Norden]] hatte hier seinen Sitz.<ref name=":1" /> Das Areal und die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz und dienen unter anderem noch Außenstellen des Landkreises Aurich als Sitz, andere Teile werden vom Gymnasium genutzt.<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Norden Liste der Baudenkmale in Norden], abgerufen am 2. Juni 2021</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==

Version vom 24. September 2021, 19:50 Uhr

Fräuleinshof

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Basisdaten
Entstehungszeit um 1587
Erbauer Graf Enno II.
Bauweise Backsteinbau u.a.
Erhaltungszustand erhalten
Genaue Lage Fräuleinshof 11

26506 Norden

Fräuleinshof bzw. Landratsamt - Aufnahme vom 24. Mai 2005.

Der Fräuleinshof ist ein altes Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters in der gleichnamigen Straße. Aufgrund seiner einstigen Nutzung wird das Gebäude auch als Landratsamt bezeichnet.

Geschichte

Das gesamte Areal um den Fräuleinshof gehörte einst zum hier ansässigen Dominikanerkloster. Im Zuge der Säkularisierung (Verweltlichung) des Klosters infolge der auch in Ostfriesland Einzug haltenden Reformation fiel das katholische Kloster samt Anlage an den Graf Enno II., welcher sich an der Nordseite des Geländes eine Residenz errichten ließ, das wesentliche Teile der alten Klostergebäude umschloss. Die Residenz und die anderen Gebäude der ehemaligen Klosteranlage wurden jedoch, ebenso wie beispielsweise die Andreaskirche und das Kloster Marienthal im Jahr 1531 von Junker Balthasar von Esens gebrandschatzt. Sie mussten daraufhin abgebrochen werden.[1]

Der bis heute erhaltene Fräuleinshof wurde kurze Zeit später errichtet und 1587 erstmals als Frowkens Hoff (Fräuleinshof) erwähnt. Nach Darstellung des ostfriesischen Hofpredigers Bertram soll der Name daher rühren, weil die verwitwete Prinzessin Catharina von Schweden nebst ihren Töchtern nach dem Tode ihres Mannes, dem ostfriesischen Grafen Edzard II. Cirksena, hier bis zu ihrem Lebensende residierte. Andere Quellen gehen davon aus, dass Enno II. Cirksena dort seine unverheirateten Schwestern (Fräuleins) wohnen ließ und in Erinnerung an sie der Name Fräuleinshof entstanden sei. Von Theda weiß man, dass sie 1563 an einem Schlaganfall starb und auch ihre Schwester Armgard, die mit ihr im Kloster Marienthal erzogen wurde, starb 1558 unverheiratet.[1] Die Prinzessinnen sollen in einem Westflügel des Gebäudes gewohnt haben, der auch Westerhues genannt wurde. Ihre Räumlichkeiten selbst trugen den Namen Prinzessinnenkammer.[2]

Beim Abbruch des Vorgängerbaus des Ulrichsgymnasiums im Jahre 1850 kamen bei Grabungsarbeiten die Überreste der umfangreichen Bodenaufschüttungen, die mit dem Bau des Dominikanerklosters einhergingen, zum Vorschein.[3] Weitere Funde wurden bei Erweiterungsarbeiten des Schulgebäudes im Jahre 1992 gemacht. Der Einschätzung der Archäologen zufolge handelt es sich wahrscheinlich um Überreste eines ehemals freistehenden Gebäudes auf dem Klostergelände.[4]

Einhergehend mit der Gründung des Landkreises Norden wurde der Fräuleinshof der neue Kreissitz. Bereits das Amt Norden hatte hier seinen Sitz.[2] Das Areal und die Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz und dienen unter anderem noch Außenstellen des Landkreises Aurich als Sitz, andere Teile werden vom Gymnasium genutzt.[5]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Schreiber, Gretje (2000): Norder Häuser, Bewohner Fräuleinshof, Ruthörn und Norddeicher Straße (I), in: Ostfriesischer Kurier 30. September 2000, S. 51
  2. 2,0 2,1 Cremer, Ufke (1955): Norden im Wandel der Zeiten, Norden, S. 95
  3. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 64
  4. Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 66
  5. Liste der Baudenkmale in Norden, abgerufen am 2. Juni 2021

Siehe auch