Rathaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Grundstück des heutigen Rathauses war Standort eines im 16. Jahrhundert erwähnten Gebäudes. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Immobilie im Besitz des Norder Großbauern [[Sicco Doden Cremer]], der sie um 1852 an seinen Schwiegersohn, den mennonitischen Prediger [[Laurenz van Hülst]], vermachte.<ref name=":0">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 72ff.</ref> Dieser ließ den vorhandenen Bau im Jahre 1855 abbrechen und an gleicher Stelle den bis heute erhaltenen Bau als Wohnhaus für sich errichten. Nach dem Tode des Vaters ging das Wohnhaus zunächst in den Besitz von van Hülst's Ehefrau, [[Peta van Hülst]], geb Cremer. Nach ihrem Tod im Jahre 1874 erbte ihr gemeinsamer Sohn [[Sicco Theodor van Hülst]] den prachtvollen Bau.<ref name=":1">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2007): Biographie des Sicco Theodor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> | Das Grundstück des heutigen Rathauses war Standort eines im 16. Jahrhundert erwähnten Gebäudes. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Immobilie im Besitz des Norder Großbauern [[Sicco Doden Cremer]], der sie um 1852 an seinen Schwiegersohn, den mennonitischen Prediger [[Laurenz van Hülst]], vermachte.<ref name=":0">Haddinga, Johann / Stromann, Martin (2001): Norden/Norddeich - Eine ostfriesische Küstenstadt stellt sich vor, Norden, S. 72ff.</ref> Dieser ließ den vorhandenen Bau im Jahre 1855 abbrechen und an gleicher Stelle den bis heute erhaltenen Bau als Wohnhaus für sich errichten. Nach dem Tode des Vaters ging das Wohnhaus zunächst in den Besitz von van Hülst's Ehefrau, [[Peta van Hülst]], geb Cremer. Nach ihrem Tod im Jahre 1874 erbte ihr gemeinsamer Sohn [[Sicco Theodor van Hülst]] den prachtvollen Bau.<ref name=":1">[https://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Huelst.pdf Haddinga, Johann (2007): Biographie des Sicco Theodor van Hülst], veröffentlicht bei der Ostfriesischen Landschaft</ref> | ||
Nachdem er das Gebäude einige Zeit selbst als Wohnhaus nutzte, vermachte er | Nachdem er das Gebäude einige Zeit selbst als Wohnhaus nutzte, vermachte er es im Jahre 1880 für 50.000 Mark an die Stadt Norden, die zuvor dringend nach einem Ersatz für das zu klein gewordene [[Altes Rathaus]] gesucht hatte, doch erst im Sommer 1884 erfolgte der Umzug der Stadtverwaltung. Am 23. September 1884 tagte der [[Magistrat]] dann erstmals im Neuen Rathaus.<ref name=":1" /> Später wurde das Gebäude um einen langgezogenen Bau nach Süden hin erweitert. | ||
Mit dem | Mit dem Haupthaus erwarb die Stadt zugleich die dritte (rechte) der [[Drei Schwestern]]. Der hintere, untere Teile wurde der Polizei als Dienstsitz zur Verfügung gestellt, deren Umzug vom [[Wachthaus (Norden)|Wachthaus am Marktplatz]] zeitnah erfolgte.<ref>Haddinga, Johann (2010): Die Polizei und ihre Geschichte(n), in: Heim und Herd vom 20. Oktober 2018, Beilage Ostfriesischer Kurier Nr. 10, S. 37ff.</ref> Räumlichkeiten hinter der Dritten Schwester wurden zudem ab etwa 1886 als [[Spritzenhaus (Am Markt)|Spritzenhaus]] für die [[Feuerwehr Norden|Norder Feuerwehr]] genutzt.<ref>Archivunterlagen der Feuerwehr Norden</ref> Der rechte Bau (mit der Hausnummer 14) wurde 1963 für den Bau eines Parkplatzes abgebrochen, was leider dem [[Altstadtsanierung|damaligen Zeitgeist]] geschuldet war. Das Gebäude bzw. seine Fassade nebst Giebel wurde erst im Jahre 1991 anhand von alten Fotografien rekonstruiert.<ref name=":0" /> | ||
Erstmalig, um ihre Macht auch in Norden für jedermann sichtbar zu demonstrieren, hissten die Nationalsozialisten die Hakenkreuzfahne am Vormittag des 6. März am Rathaus. Das gleiche Zeremoniell vollzogen sie anschließend am [[Fräuleinshof]], dem Sitz des [[Landkreis Norden]].<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 29</ref> Der Zeitpunkt war sicherlich nicht zufällig gewählt, ist doch Montagvormittags seit jeher stets auch [[Wochenmarkt]]. | Erstmalig, um ihre Macht auch in Norden für jedermann sichtbar zu demonstrieren, hissten die Nationalsozialisten die Hakenkreuzfahne am Vormittag des 6. März am Rathaus. Das gleiche Zeremoniell vollzogen sie anschließend am [[Fräuleinshof]], dem Sitz des [[Landkreis Norden]].<ref>Haddinga, Johann (2001): Norden im 20. Jahrhundert, Norden, S. 29</ref> Der Zeitpunkt war sicherlich nicht zufällig gewählt, ist doch Montagvormittags seit jeher stets auch [[Wochenmarkt]]. | ||