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Die '''Große Neustraße''' ist eine [[Gemeindestraße]] in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Sie grenzt westlich an die [[Uffenstraße]] bzw. [[Heringstraße]] und östlich an den [[Neuer Weg | Neuen Weg]]. Vereinfacht (und historisch) wird sie oftmals auch als ''Großneustraße'' bezeichnet.
Die '''Große Neustraße''' ist eine [[Gemeindestraße]] in [[Norden (Stadtteil) |Norden]]. Sie grenzt westlich an die [[Uffenstraße]] bzw. [[Heringstraße]] und östlich an den [[Neuer Weg | Neuen Weg]]. Vereinfacht (und historisch) wird sie auch als ''Großneustraße'' bezeichnet.


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=== Entwicklung ===
=== Entwicklung ===
Die Straße gehört wohl zu den ältesten im Stadtgebiet. Sie war die ehemalige südliche Begrenzung der Norder Altstadt vor 1500. Laut Einwohnerliste von 1719 wohnten in dieser Straße größtenteils ''"wohlhabende Handwerker"'', aber vereinzelt auch ''"gemeine Handwerker"'' (= normale, einfache) sowie Tagelöhner.<ref>Schreiber, Gretje (1997): Norder Häuser (I), Die Bewohner der Großneustraße, in: Ostfriesischer Kurier 24./25. Mai 1997, S. 8</ref> Sie ist das größere (und wohl auch ältere) Pendant zur [[Kleine Neustraße|Kleinen Neustraße]]. Diese Adjektive weisen im Norder Kontext nicht zwingend auf die unterschiedliche Länge des Straßenverlaufs hin, sondern sind in erster Linie Hinweise auf ein unterschiedliches Alter (groß = älter; klein = jünger).<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref>
Die Straße gehört wohl zu den ältesten im Stadtgebiet. Sie war die ehemalige südliche Begrenzung der Norder Altstadt vor 1500. Laut Einwohnerliste von 1719 wohnten in dieser Straße größtenteils ''"wohlhabende Handwerker"'', aber vereinzelt auch ''"gemeine Handwerker"'' (= normale, einfache Handwerker) sowie Tagelöhner.<ref>Schreiber, Gretje (1997): Norder Häuser (I), Die Bewohner der Großneustraße, in: Ostfriesischer Kurier 24./25. Mai 1997, S. 8</ref> Sie ist das größere (und wohl auch ältere) Pendant zur [[Kleine Neustraße|Kleinen Neustraße]]. Diese Adjektive weisen im Norder Kontext nicht zwingend auf die unterschiedliche Länge des Straßenverlaufs hin, sondern sind in erster Linie Hinweise auf ein unterschiedliches Alter (groß = älter; klein = jünger).<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref>


Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass der Straßenverlauf sich mindestens seit dieser Zeit nicht geändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref>
Auf der preußischen Grundkarte von ca. 1895 ist erkennbar, dass der Straßenverlauf sich mindestens seit dieser Zeit nicht geändert hat.<ref>Preußische Grundkarte von ca. 1895 (Erste Landesaufnahme)</ref> Tatsächlich hat die enge Bebauung der Großen Neustraße wohl bereits um 1500 begonnen.<ref>Canzler, Gerhard (1997): Alt-Norden, Weener, S. 128</ref>


Markant für die Große Neustraße ist ihre Bepflasterung, die als eine der wenigen noch auf die ursprüngliche hinweist - wenn auch in umgedrehter Form. Die wenigen befestigten bzw. gepflasterten Straßen in Norden hatten in der Regel links und rechts einen Streifen mit Kopfsteinpflaster, bei denen es sich praktisch ausschließlich um sogenannte Flinten (Findlingssteine) aus der Eiszeit handelte. In der Mitte befand sich eine glatte Bepflasterung. Diese Straßenbauweise ermöglichte ein halbwegs bequemes Fortkommen für Fußgänger und Fahrrad in der Mitte und zugleich eine ausreichende Befestigung für Kutschen und schwerere Wagen.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref> Im Falle der Großen Neustraße ist dies jedoch anders herum und der Kopfsteinpflaster befindet sich in der Mitte, was natürlich im Fahrkomfort sowie der verbesserten Straßenbaumöglichkeiten begründet liegt.
Markant für die Große Neustraße ist ihre Bepflasterung, die als eine der wenigen noch auf die ursprüngliche hinweist - wenn auch in umgedrehter Form. Die wenigen befestigten bzw. gepflasterten Straßen in Norden hatten in der Regel links und rechts einen Streifen mit Kopfsteinpflaster, bei denen es sich praktisch ausschließlich um sogenannte Flinten (Findlingssteine) aus der Eiszeit handelte. In der Mitte befand sich eine glatte Bepflasterung. Diese Straßenbauweise ermöglichte ein halbwegs bequemes Fortkommen für Fußgänger und Fahrrad in der Mitte und zugleich eine ausreichende Befestigung für Kutschen und schwerere Wagen.<ref>Sanders, Adolf (1999): Norden - wie es früher war, Gudensberg, S. 24</ref> Im Falle der Großen Neustraße ist dies jedoch anders herum und der Kopfsteinpflaster befindet sich in der Mitte, was natürlich im Fahrkomfort sowie der verbesserten Straßenbaumöglichkeiten begründet entsprechend der heutigen Verkehrsgepflogenheiten liegt.


== Gebäude und Plätze ==
== Gebäude und Plätze ==